Österreich-Pickerl: Die Top-10-Ausreden der Maut-Sünder

"Der Hund hat die Vignette gefressen". Bei den Ausreden sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Viele Autofahrer ärgern sich über hohe Mautgebühren. Noch teurer wird es allerdings, wenn ihr versucht diese zu umgehen. Deshalb gibt es immer wieder Ausreden, weshalb am Auto keine Vignette vorhanden ist. Wir haben für euch die Top 10 der Ausreden zusammengefasst. Aber: Besser nicht nachmachen!

Über Ostern werden wieder Tausende deutsche Autofahrer in Österreich Ferien machen oder unser Nachbarland Richtung Süden durchqueren. Viele wollen sich dabei die Kosten für die Vignette einfach sparen. Von den insgesamt 188.965 Maut-Sündern, kamen rund 80.000 Fahrzeuge aus Deutschland. Das sind über 40 Prozent.

Wer erwischt wird muss eine Ersatzmaut von bis zu 240 Euro zahlen. Das 10-Tages-Pickerl für Pkw kostet 9 Euro. Der Preis für die Pkw-Jahresvignette beträgt 87,30 Euro, für zwei Monate 26,20 Euro. Motorradfahrer bezahlen 34,70 Euro fürs ganze Jahr, 13,10 Euro für 2 Monate und 5,20 Euro für 10 Tage.

Die Autofahrer sind deshalb auch nicht verlegen, wenn es um die Ausreden geht. Besonders absurd war die Begründung, dass der Hund die Vignette erwischt und zerbissen hätte. Hier die „all time classics“:

  1. Habe nichts von der Vignettenpflicht in Österreich gewusst.
  2. Habe gedacht, dass es bis zur ersten Ausfahrt vignettenfrei sei.
  3. Habe nicht gewusst, wo man sich eine Vignette kaufen kann
  4. Habe nicht gewusst, dass man bei einem Windschutzscheibenbruch eine Ersatzvignette erhält.
  5. Das Navi hat mich auf die Autobahn gelotst.
  6. Muss schnell ins Krankenhaus.
  7. Keine Vertriebsstelle gefunden.
  8. Vignettenpflicht-Schilder nicht gesehen
  9. Das ist nicht mein Auto.
  10. Hab‘ ja eh die Sondermautstrecke bezahlt (z.B. Brenner)

Seit letztem Jahr gibt es übrigens auch eine digitale Vignette, die man online über die Straßenbetreibergesellschaft ASFINAG ordern kann. Das Kennzeichen wird im System erfasst, die Preise sind die gleichen wie bei der analogen Version. Bezahlt werden kann mit gängigen Kreditkarten, PayPal oder Sofortüberweisung.

Wichtig: Da Kunden in Europa bei jeder Bestellung das Recht haben, innerhalb von zwei Wochen vom Kauf zurückzutreten und mit drei Tagen Postlaufzeit gerechnet wird, ist die Vignette erst ab dem achtzehnten Tag nach dem Kauf gültig.

Ab Mitte 2018 ist die digitale Vignette auch bei den ADAC Geschäftsstellen erhältlich. Der Vorteil: Beim Direktkauf entfällt die Sperrfrist und die Vignette ist sofort gültig.

Die Klebevignetten für Österreich (Tschechien, Slowenien und die Schweiz) können in allen ADAC-Geschäftsstellen und im Internet unter www.adac-shop.de sowie telefonisch unter 0800 510 11 12 erworben werden.

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2 Kommentare

  1. seibold franz sagt:

    wieviele pickerl dürfen an der Windschutzscheibe kleben? ein ADAC Mitarbeiter hat mir vorein paar jahren am Telefon gesagt, wenn mehr
    als zwei angebracht sind kostets ,als wäre keine Vignette vorhanden. danke für die folgende Aufklärung.

    • Fabian Fabian sagt:

      Hallo,
      die österreichische Mautordnung sieht tatsächlich vor, dass maximal zwei Vignetten an der Windschutzscheibe angebracht sein dürfen.

      Hier der entsprechende Auszug:

      2.2 KLEBEVIGNETTENANBRINGUNG
      2.2.1 Art und Ort der Anbringung der Klebevignette
      An jedem mautpflichtigen Kraftfahrzeug, dessen Kennzeichen nicht im Mautsystem registriert wurde, ist (unter Berücksichtigung des Punktes 2.2.2 Mautordnung Teil A I) vor Benützung des mautpflichtigen Straßennetzes eine gültige der jeweiligen Fahrzeugkategorie entsprechende Klebevignette ordnungsgemäß (unter Verwendung des originären Vignettenklebers) anzubringen. Jede andere Art der Anbringung (zB durch [zusätzliche] Klebestreifen, andere Arten von Fixierungen oder ein Überkleben der Klebevignette mit einer zusätzlichen Schutzfolie) ist nicht ASFINAG Mautordnung Seite 26 von 129 Version 50 gestattet, verwirkt den Nachweis der ordnungsgemäßen Mautentrichtung und kann den Tatbestand der Mautprellerei (siehe Punkt 1.9) verwirklichen. Zehntages-Klebevignetten und Zweimonats-Klebevignetten sind nur dann gültig, wenn sie durch ordnungsmäßige, vollständige Lochung des Kalendertages und –monats entwertet wurden. Die Klebevignette für mehrspurige Kraftfahrzeuge ist – nach vollständigem Ablösen von der Trägerfolie – unbeschädigt und direkt so auf die Innenseite der Windschutzscheibe anzukleben, dass sie von außen gut sicht- und kontrollierbar ist (z.B. kein Ankleben hinter einem dunklen Tönungsstreifen). Bei Nichtbeachtung der Anbringungsvorschriften (zB nicht vollständiges Ablösen von der Trägerfolie oder nicht vollständige Anbringung der Vignette) kann der Tatbestand der Mautprellerei (siehe Punkt 1.9) verwirklicht werden. Auf die Anbringungsempfehlung auf der Rückseite der Klebevignette wird hingewiesen. Bei Motorrädern ist die Klebevignette gut sichtbar und kontrollierbar an einem nicht oder nur schwer zu entfernenden Bestandteil des Motorrades anzukleben. Im Interesse der Verkehrssicherheit und um eine wirksame und benutzerfreundliche Kontrolle der Entrichtung der zeitabhängigen Maut zu gewährleisten, sollte tunlichst neben der jeweils gültigen Klebevignette höchstens eine zweite Klebevignette am Kraftfahrzeug angebracht sein. Das Ablösen und Umkleben einer bereits angebrachten gültigen Klebevignette, jede andere als in dieser Mautordnung zugelassene Mehrfachverwendung der Klebevignette oder eine chemische oder auch technische Manipulation des originären Klebevignettenklebers derart, dass bei Ablösen der Klebevignette deren Selbstzerstörungseffekt verhindert wird, ist unzulässig und kann den Tatbestand der Mautprellerei verwirklichen.

      Viele Grüße!

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