Die erste Solarstraße Deutschlands

Strom sparen, Lärm schlucken, Eis schmelzen, sich nachts beleuchten und sogar mitdenken. Eine Vision, die zur Realität wird. In der Nähe von Köln wird die erste Solarstraße Deutschlands eröffnet. Ein Schritt in die Mobilität der Zukunft.

Ein 90 Meter langer Weg, 200 Quadratmeter Solarzellen und 16.000 Kilowattstunden für das örtliche Stromnetz. Das ist etwa so viel, wie vier vierköpfige Familien pro Jahr verbrauchen. Für Erftstadt, die durch ihr ausgebautes Radweg-Konzept überzeugten, ist das Projekt ein Gewinn. Donald Müller-Judex hat mit seinem Potsdamer Startup Solmove die erste Solarstraße Deutschlands konstruiert. Doch was macht sie so besonders?

Die Herausforderung der Konzeption lag vor allem darin Lichtdurchlässigkeit, Belastbarkeit und Rutschfestigkeit zu vereinen. Bei Tests im Labor hielt das spezielle Glas der Belastung von eineinhalb Lkw stand. Durch eine eingebaute Schaltung können die Solarplatten im Winter Widerstandswärme erzeugen, welche Glatteis verhindert. Dadurch benötigt die Solarstraße keinen Winterdienst. In Zukunft könnten die eingebauten Sensoren noch Verkehrsströme messen, autonome Fahrzeuge vor Eisglätte warnen und den Straßenverkehr optimieren. Solarstraßen oder auch Parkplätze würden die Möglichkeiten bieten, dass sich Elektrofahrzeuge per Induktion automatisch aufladen.

1,4 Milliarden Quadratmeter Potenzial in Deutschland

Ähnliche Technologien existieren bereits in China, Amerika, Frankreich und Holland. In Frankreich und Holland gibt es bereits kleinere Teststraßen, jedoch müssen bestehende Straßen erst aufgefräst werden. Das ist bei Solmove anders: Die Fliesen der Solarstraße können einfach aufgeklebt werden.

Um der deutschen Straßenbaunorm zu entsprechen, hat das Startup eine spezielle Konvertertechnologie eingesetzt. Die anfänglich hohe elektrische Spannung der Solarstraße wurde jetzt auf 30 Volt reduziert und ist somit ungefährlich für Menschen und Tiere.

Mit der Solarstraße Geld verdienen

Vor knapp zehn Jahren kam der gelernte Maschinenbauer und Ingenieur Donald Müller-Judex auf diese Idee, die es so in Deutschland noch nicht gab. Auf der Suche nach Flächen für Photovoltaikanlagen fiel ihm auf, dass alle geeigneten Dächer und Flächen belegt waren.

Der Visionär fragte sich, warum dafür nicht die Straße genutzt wird, die ohnehin in der Sonne liegt.  Man müsse die vorhandenen Asphaltflächen nachhaltig nutzen, um 100 Prozent der erneuerbaren Energien ausschöpfen zu können. Das alles kostet natürlich Geld. Und davon nicht wenig. Sobald die Sonne scheint, soll dies jedoch zurückgezahlt werden. Irgendwann könnte die Stadt durch den erzeugten Strom sogar Geld verdienen.

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4 Gedanken zu “Die erste Solarstraße Deutschlands

  1. Im Artikel wird erwähnt, dass sich Elektrofahrzeuge per Induktion laden ließen. Habt Ihr eine Ahnung, ob da auch was in Richtung Laden von e-Bikes geplant ist, oder bereits getestet wird? Das wäre ja wirklich genial.
    Würde mich freuen, wenn Ihr da eine Info für mich hättet. LG

    • Hallo Armin, uns sind derzeit keine Initiativen oder Projekte bekannt, die Akkus von E-Bikes mittels Induktion berührungslos zu laden. Wir sehen die Anwendung bei E-Bikes eher als „Abfallprodukt“ induktiver Ladesysteme für andere Fahrzeugen, allen voran für Pkw. Damit wollen wir allerdings die Bedeutung von E-Bikes nicht reduzieren. Bikes und E-Bikes verflüssigen den innerstädtischen Verkehr mehr als alle anderen mehrspurigen Fahrzeuge. Viele Grüße

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