Der RFID-Chip im Kfz-Kennzeichen

RFIID-Chips werden auch in Kfz-Kennzeichen verbaut. Damit können Daten unsichtbar und berührungslos per Funk abgefragt werden.

Über den deutschen Autofahrern schwebt ein Damoklesschwert namens Fahrverbote. Nur wie kontrolliert man diese effektiv? Neben der „Blauen Plakette“ wird das intelligente Kfz-Kennzeichen diskutiert. Die dort auf einem RFID-Chip hinterlegten Daten können problemlos über Funk ausgelesen werden. Droht der gläserne Autofahrer?

Sollten Fahrverbote in deutschen Städten tatsächlich Realität werden, müssten sie überwacht werden. Damit für den Fahrer keine zeitaufwendige Kontrollen enstehen, denken einige Politiker bereits laut über den Einsatz von sogenannten digitalen Kennzeichen nach. Bereits bei der Lkw-Maut wurde eine Kennzeichenüberwachung erfolgreich getestet. Nun könnte es den einen Schritt weiter gehen – etwa mit einem intelligenten Kfz-Kennzeichen. Das sogenannte IDePlate arbeitet mit RFID-Technologie. Wir klären auf über Vorteile und Risiken.

RFID – was ist das?

Die Radio Frequency Identification (RFID) ist ein berührungsloses Identifikationssystem, bei dem Daten in einem Chip gespeichert werden. Die Technik ist vielseitig nutzbar – sie kommt vor allem in der Logistik, im Transportwesen oder in der Produktion zur Prozessoptimierung und Kostenersparnis zum Einsatz. Eine „allgegenwärtige Datenverarbeitung“ könnte mit RFID Realität werden.

RFID-Chips in Kfz-Kennzeichen

Auch ein flächendeckender Einsatz in Kraftfahrzeugen ist denkbar – im intelligenten Kfz-Kennzeichen. Beim deutschen Anbieter Tönnjes wird der RFID-Chip entweder direkt im Kennzeichen „IDePlate“ oder auch in einem sogenannten Dritten Kennzeichen verbaut. Laut Hersteller sind diese „fälschungs- und diebstahlsicher“.

Das Dritte Kennzeichen kann eine selbstklebende Folie mit integriertem Chip auf der Frontscheibe oder direkt im Windschutzlabel integriert sein. Derart mit RFID markierte Fahrzeuge könnten an Mautstationen oder Bereichen mit Zugangskontrollen wie beispielsweise in Innenstädten problemlos identifiziert werden – ohne anzuhalten. Die Funktechnologie funktioniert wetter- und tageslichtunabhängig.

Welche Daten können gespeichert werden?

Insgesamt bis zu 1000 Zeichen können von den Zulassungsbehörden auf dem Datenträger hinterlegt werden. Von Buchstaben-Zahlenkombinationen bis hin zur Steuernummer und natürlich der Schadstoffklasse des Pkw stehen zahlreiche Optionen offen. Spätestens jetzt sollten bei jedem Autofahrer, der Wert auf den Schutz seiner Daten legt, die Alarmglocken läuten.

Heimliche Überwachung?

Problematisch wird die Funktechnologie also dann, wenn sie zu Überwachungs- und Kontrollzwecken eingesetzt wird. Sämtliche Daten können – für den Fahrer unbemerkt – an mobilen oder stationären Terminals per Funk von einem Lesegerät abgefragt werden. Denn durch die Verknüpfung mit zentralen Hintergrunddatenbanken ist es möglich, weitere Informationen zu Trägern der RFID-Chips abzurufen und zu verorten. Die Erstellung von personenbezogenen Verhaltens-, Nutzungs- und Bewegungsprofilen wird möglich – und als Folge daraus eine dauerhafte Überwachung, ohne dass diese für die betroffenen Autofahrer erkennbar wäre.

Wir sind der Auffassung, dass es keine heimliche Überwachung mit RFID-Verfahren geben darf – ganz gleich, ob es sich dabei um Maut oder Fahrverbot handelt. Jeder Autofahrer sollte über Einsatz, Verwendungszweck und Inhalt der Daten zu jeder Zeit informiert sein und außerdem die Möglichkeit haben, den Chip zu deaktivieren oder zu entfernen. Nur klare Einsatzgrenzen können das Szenario „Gläserner Autofahrer“ verhindern.

Alle Fragen und Antworten zu drohenden Dieselfahrverboten liefern unsere FAQs.

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2 Kommentare

  1. Anonymous sagt:

    Warum haben alle so eine Panik vor Kontr?

  2. Harald Meier sagt:

    Das wirst Du dann feststellen, wenn Alles überwacht wird und Du keine Chance mehr hast dem zu entkommen.

    Freundliche Grüße…

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