Protected Bike Lanes: Radfahren der Zukunft

Radwege, die in der Nacht leuchten, Fahrradhelme, die dem Auto dahinter per Laser einen Radweg simulieren oder eine Hochstraße nur für e-Bikes – die Zukunft für Fahrradfahrende wird spannend. Insbesondere in den Metropolen sind innovative Lösungen gefragt. Eine davon sind die „Protected Bike Lanes“, ein durch Poller oder sonstige physische Barrieren geschützter Radfahrstreifen, der von Pkws oder Lkws nicht überfahren werden kann - im Unterschied zu einem üblichen Radfahrstreifen.

Im Herbst 2018 wurden die ersten in Berlin und Osnabrück realisiert. International erprobt ist diese besondere Form des Radfahrstreifens bereits in Städten wie Kopenhagen, Amsterdam oder Chicago.

In den letzten Jahren wurden auf vielen Hauptverkehrsstraßen Radfahrstreifen als Alternative zu Bordsteinradwegen geschaffen. Sie gelten als eine sichere Form der Radverkehrsführung, weil sie zügig befahrbar sind und Radfahrende stets im Sichtfeld der Autofahrer liegen. Leider werden Radfahrstreifen häufig zu schmal bemessen, Fahrradfahrende fühlen sich dann hier nicht so sicher. Mit den Protected Bike Lanes gibt es nun eine Möglichkeit, die (subjektive) Sicherheit von Radfahrern zu erhöhen und das illegale Halten und Parken auf dem Radfahrstreifen bzw. Radwegen zu unterbinden.

Info: Protected Bike Lanes sind eigene Spuren für Radfahrer auf der Fahrbahn, die vom Kfz-Verkehr durch bauliche Elemente getrennt werden. Im Gegensatz zu Radfahrstreifen sind sie meist flächig eingefärbt, wobei die Abtrennung zum Gehweg über eine Bordsteinkante erfolgt. Im Gegensatz zu diesen beiden markierten Führungsformen auf der Fahrbahn steht der Radweg, der entweder durch eine Bordsteinkante von der Fahrbahn abgetrennt im Seitenraum neben dem Gehweg verläuft („Bordstein-Radweg“) oder als selbstständig geführter Radweg, der nicht im Zuge von Straßen verläuft, sondern eigenständig durch Grünanlagen oder Erholungsgebiete geführt wird.

Vorteile der Protected Bike Lanes sind:

  • sie erhöhen die subjektive und objektive Sicherheit von Fahrradfahrenden
  • sie reduzieren die Konflikte mit dem ruhenden Verkehr, weil illegales Parken und Halten verhindert wird
  • sie tragen zu mehr Radverkehr in den Städten bei (v.a. durch Gewinnung der ängstlichen Radfahrer für das regelmäßige Radfahren).

Allerdings gilt es bei Protected Bike Lanes zu diskutieren:

  • an den Knotenpunkten (Kreuzungen, Einmündungen) bleiben Radfahrende (baulich) ungeschützt und gerade hier passieren die meisten Unfälle
  • sind die Spuren schmal bzw. die Radfahrerdichte hoch wird das Überholen gefährlich , da Poller, Blumenkübel und Randsteine Stürze provozieren und verschlimmern können
  • oft sind sie nur in breiten Straßenräumen realisierbar
  • wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse zur Sicherheitswirkung sind bislang nicht verfügbar.

Unser Fazit: Geschützte Spuren bzw. Protected Bike Lanes könnten den Radverkehr sicherer und attraktiver machen, auch wenn sie keine Patentlösung sind. Technische und infrastrukturelle Erfindungen werden uns in den nächsten Jahren noch völlig neue Wege zeigen. Habt Ihr Erfahrungen mit Protected Bike Lanes? Was haltet Ihr davon? Wir freuen uns über eure Anregungen, Erfahrungen und Diskussion dazu in der ADAC Community.

Lest hier, wieso neue Radwege nicht zwangsläufig zu Lasten des Pkw-Verkehrs gehen.

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