Motorradfahrer lässt sich 32-mal blitzen

Ein Motorradfahrer hat sich innerhalb von drei Monaten 32-mal von einer Radarfalle bewusst blitzen lassen. Er vertraute darauf, wegen der Fahrerhaftung nicht erwischt zu werden. Um so überraschter war er, als ihn zur Strafe Bußgelder in Höhe von mehreren Tausend Euro, 36 Punkte in Flensburg und 15 Monate Fahrverbot erreichten.

In Deutschland gilt die sogenannte Fahrerhaftung. Das heißt, dass bei Verkehrsdelikten diejenige Person haftet, die das Fahrzeug steuert. Da bei Motorrädern das Nummernschild allerdings nur hinten angebracht ist und die meisten Messstationen von vorne blitzen, kann hier nur anhand Gesichtserkennung ermittelt werden. Außerdem herrscht in Deutschland eine Helmpflicht für Motorradfahrer, was die Identifizierung des Fahrers um einiges schwieriger macht. Aufgrunddessen hat sich ein junger Motorradfahrer in Sicherheit gewiegt und fuhr insgesamt 32-mal in drei Monaten an einer Radarfalle mit erhöhter Geschwindigkeit vorbei. Jedes Mal, wenn der Blitzer auslöste, hob er siegessicher zwei Finger.

Fahrer wurde trotz Helm identifiziert

Obwohl der Motorradfahrer dachte, dass er nicht ermittelt werden kann, erreichten ihn mehrere Bußgeldbescheide. Durch ausgiebige Ermittlungsarbeit gelang es der Polizei, dem Fahrer Verkehrsdelikte in einer Gesamthöhe von ca. 7000 Euro, 36 Punkten in Flensburg und 15 Monaten Fahrverbot nachzuweisen.

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Weitere Themen:

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88 Verkehrsverstöße binnen zwei Jahren: Behörde darf Autofahrer zur MPU schicken.

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25 Gedanken zu “Motorradfahrer lässt sich 32-mal blitzen

  1. Was für ein Optimist. Der war wirklich so gutgläubig, dass es weh tut. Das Geld hätte ich mir gespart und mir davon lieber eines der neuen E-Bikesgekauft – da sind nämlich schon ganz nette Zweiräder dabei, wie ich finde 🙂

  2. Und wie wurde er nun erkannt? Hab bereits von so einem Fall gehört, aber bitte ADAC: wenn schon reißerische Schlagzeile, dann bitte auch mit Tiefgang untermalen.

    • Wenn es derselbe Fahrer war, der in Köln ermittelt wurde, wurde er, laut hiesiger Presse, an den Besonderheiten seines Helms identifiziert. Der Helm hatte eine eigene Sonderlackierung, die es tatsächlich nur ein einziges Mal gibt. Das wurde auf mehreren Blitzer-Fotos festgestellt. Da der Fahrer immer an derselben Blitzanlage geblitzt wurde, stand dann nur mal ein Zivilfahrzeug dort… und schon hatten Sie ihn.

  3. Tja, das ist dümmer als die Polizei erlaubt. Schade, ist, dass dieser Motorradfahrer nur 15 Monate die Fahrerlaubnis entzogen bekommt und 7.000 Euro sind auch noch zuwenig bei soviel Dreistigkeit. Bei dieser Punktzahl müsste der Lappen ganz weg sein und eine Sperre mit anschließender Neubeantragung des Führerscheins nebst Verkehrserziehung und MPU als Auflage verhängt sein. Doch Straftäter kommen hier immer viel zu glimpflich davon. Traurig aber wahr!

  4. Man kan ja schneller punkte Sammeln, als die Umsetzng der Folgen möglich ist.8 Punkte itkeineObergrenze, sndern nurds Limit für die Fahrerlaubnis.
    interessater wäre mal zuwisse, wie der Typ nun genau identifiziert wurde. Wie konnte das passieren trotz Helm und Nummernshild nur Hinten? Darüber schweigt sich der Artikel aus.

    • Tja, wie wohl? „El Blödo“ wird wohl regelmäßig dort vorbeigefahren sein – und einmal stand „zufällig“ ein Polizist zur passenden Zeit dort. Zack – Das Kennzeichen war damit schon mal ermittelt. Namen und Adresse zu ermitteln ist dann nur noch Formsache. Beim nächsten Mal wartet eine Zivilstreife vor dem Haus des Fahrers und identifiziert Helm und Kombi. Ganz einfach.

      • El Blödo als Namen finde ich hervorragend und mehr als treffend! In Teenagerkreisen gibt es für solche Typen auch noch die Bezeichnung „Blödföhn“.

  5. Wenn ein Verkehrsteilnehmer sich bewusst mehrfach über die geltenden Gesetze hinwegsetzt, ist das in meinen Augen viel zu wenig! Es stellt sich doch immerhin den Straftatbestand des gefährlichen Verhaltens im Straßenverkehr dar. Außerdem sollten solche Personen doch einmal auf ihre Fahrtauglichkeit überprüft werden, denn in deren Kopf ist offenbar eine totale Unterbelichtung.

  6. Wer unsere Gesetze in so einer dreisten Art missachtet sollte auch entsprechend bestraft werden. 15 Monate Fahrverbot und 7000 @ Strafe sind dafür viel zu wenig. Angepasst wäre ein Fahrverbot von mindestens 20 Jahren. So viel dürfte auch heraus kommen, wenn man die Einzelnen Strafen zusammenrechnet. Über die 15 Monate lacht der Verkehrssünder ja.

  7. Wie wurde der Fahrer denn jetzt überführt?
    Wie sieht die Strafe ein bisschen detaillierter ausgeführt aus?

    Erst eine reißerische Headline und zugehörigen Artikel veröffentlichen und dann offensichtlich nicht weiter recherchieren – das ist wirklich schlechter Journalismus!
    …da kann man ja gleich zum Lustigen Taschenbuch greifen! 🙁

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