Mit der Familie auf Weltreise

Mit kleinen Kindern auf Weltreise: Das erfordert Mut, Geld und starke Nerven. Wie es geht, zeigt uns eine fünfköpfige Familie aus Hamburg. Sind sind seit fast zwei Jahren unterwegs – und noch lange nicht am Ende ihrer sagenhaften Reise. In unserem Blog verraten sie, welche Herausforderungen sie schon gemeistert haben, und welche noch vor ihnen liegen. Ein Gastbeitrag von Katrin von familieaufweltreise.de.

Wir sind vor 640 Tagen aufgebrochen, um auf Weltreise zu gehen. Wir, das sind Stefan (35), Julien (10), Marie (9) Mathilda (5) und ich, Katrin (34). Mit unseren drei Kids reisten wir durch Asien, Australien und Neuseeland – ein ziemliches Abenteuer. Eigentlich sollte unsere Reise ein Jahr dauern. Doch dann gefiel es uns so gut, dass wir einfach weitergemacht haben. Wenn unsere Kinder in die Pubertät kommen, müssen wir die Karten neu mischen. Doch bis dahin genießen wir unsere Weltreise.

Ein Spruch, der uns auf unserem Trip begleitet: Reisen ist der schönste Weg reicher zu werden – obwohl man Geld ausgibt. Doch damit alles einigermaßen reibungslos klappt, mussten wir viele Dinge berücksichtigen und einplanen, nicht nur Finanzielles. Hier eine Übersicht verschiedener Faktoren:

Haus und Auto: Die dicken Brocken

Wir haben unser Haus vermietet und unser Auto verkauft. Ganz viel von unserer Einrichtung haben wir bei Ebay veräußert und die wichtigen Dokumente in drei Umzugskisten auf den Dachboden der Eltern gelagert. Dann noch die Kinder von der Schulpflicht befreit und die Sachen gepackt.

To-do-Liste sorgt für Vorfreude

Wir haben eine Liste erstellt, die sechs Monate vor der Weltreise startete und alle Punkte zeitlich und inhaltlich sortierte. So hatten wir Monat für Monat eine Übersicht, was noch alles zu erledigen ist. Die Liste hing bei uns am Kühlschrank, mit jedem Häkchen wurde die Vorfreude immer größer und wir immer entspannter.

Einreisebestimmungen und Visum

In einigen Ländern ist ein "Visa on Arrival" erhältlich, das heißt, man kriegt das Visum bei der Ankunft in den Pass gestempelt. In anderen Ländern ist es zwingend erforderlich, das Visum vorab zu besorgen. Zum Glück kümmert sich immer Stefan um solche Dinge.

Sicherheit zuerst

Mit dem Bambootrain durch Kambodscha.

Wenn man mit gesundem Menschenverstand und drei Kindern reist, geht man keine Risiken ein. Wir hielten uns an Sitten und Gebräuche sowie an allgemein gültige Sicherheitsmaßnahmen! In jedem Land haben wir uns bisher sicher gefühlt. Selbst auf den Philippinen, trotz teilweiser Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Der Austausch mit den Einheimischen und anderen Reisenden ist sehr wertvoll, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Wetter: Auch die Regenzeit hat Vorteile

Kann die Reiseplanung beeinflussen, denn die Wetterbedingungen sind gerade beim Reisen mit Kindern nicht zu vernachlässigen. Wir haben einen sehr starken Monsun-Monat in Thailand erlebt. Doch auch das Reisen außerhalb der Saison, also in der Regenzeit, hat seinen Reiz. Wer antizyklisch reist, kann viel Geld sparen.

Kosten: Günstige und teure Länder

Diese haben wir auf unserem YouTube-Kanal dokumentiert und ganz genau aufgelistet wofür wir wie viel Geld ausgegeben haben. Günstige Länder waren: Thailand, Kambodscha, Philippinen, Sri Lanka und Malaysia. Etwas teurer waren: Indonesien, Myanmar, natürlich Neuseeland, Australien und der Monat mit dem Campervan in Japan. Die Bargeldbeschaffung ist weltweit ein Kinderspiel mit den passenden Kreditkarten. Wir empfehlen mindestens zwei Kreditkarten als Reisebegleiter.

Gesundheit: Krankenversicherung ist Pflicht

Im lokalen Reiseimpfzentrum kann man sich informieren, welche Impfungen für welche Länder empfohlen werden. Ansonsten haben wir in asiatischen Krankenhäusern stets gute Erfahrungen gemacht – obwohl wir auf das ein oder andere Ereignis gerne verzichtet hätten. Und wir waren erstaunt, dass mit so moderner Technik und mit erstaunlichem Perfektionismus gearbeitet wird. Eine Auslandskrankenversicherung ist natürlich Pflicht.

Internationaler Führerschein

Vor der Abreise haben wir uns bei der Zulassungsstelle einen internationalen Führerschein ausstellen lassen. In touristischen Regionen wurde häufig kontrolliert (besonders in Thailand). Neuseeland und Japan haben wir mit einem Camper bereist und mussten unseren Führerschein vorzeigen.

Alle Infos zum internationalen Führerschein findet ihr hier.

Exotisches Essen

Japan mit dem Camper
Brote statt Sushi: Durch Japan reiste die Familie mit dem Camper.

Essen auf Reisen ist immer ein kleines Abenteuer für Familien. Angefangen bei exotischen Früchten bis hin zu unübersetzbaren Gerichten aus Zutaten, deren Namen wir nicht kennen. Die Kinderaugen haben manchmal gestaunt beim Anblick der Teller anderer Kulturen. Besonders in Asien haben wir die Erfahrung gemacht, dass es eine gute Idee ist, beim Essen immer auf ein europäisches Schärfeempfinden hinzuweisen.

Sprache: Mit Händen und Füßen

Mit Englisch sind wir fast überall zurechtgekommen. In den großen Städten und den Touristenorten ist es einfach, sich zu verständigen. In abgelegenen Gebieten wurde es auch mit Englisch schwieriger, wir mussten z.B. in Kambodscha viel mit Händen und Füßen kommunizieren. Ich empfehle ein kleines Bildwörterbuch im Reisegepäck zu haben.

Und sonst? Vertrauen ins Leben!

Das sind zusammengefasst unsere wichtigsten Reisetipps für Familien. Ansonsten hilft es sehr, einfach mutig zu sein und ins Leben zu vertrauen. Denn wenn sich eine Tür schließt, dann öffnet sich eine andere. Nach unserem ersten Jahr touren wir mittlerweile durch Europa. Unsere Weltreise dokumentieren wir auf unserem Blog, bei YouTube, Instagram und Facebook als "Familie auf Weltreise". Schaut doch mal rein!

Bondi Beach in Australien
Happy Family am Bondi Beach in Australien.

 

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2 Gedanken zu “Mit der Familie auf Weltreise

  1. Ein wunderschöner Artikel. Das Reisen mit der Familie ist eine tolle Sache. Es gibt viele Möglichkeit. Auch wir nutzen Reisen von Deutschland in die Türkei und nutzen sogar das Auto dazu.

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