Mit dem Navi auf Abwegen

Ohne Navi fährt heute kaum noch jemand. Manchmal vertrauen Autofahrer dem Gerät blind und verlassen sich nicht mehr auf den eigenen Orientierungssinn. Warum das fatal sein kann und wie ihr das verhindern könnt. 

Kuriose Zwischen- und Unfälle gibt es immer wieder: Autofahrer, die geradewegs in den nächsten See fahren, weil das Navi riet: „Biegen Sie die nächste Straße links ab“. Dass aber links keine Straße ist, sondern die Uferpromenade, merkt der eine oder andere zu spät. Auch breite Autos in zu schmalen Gassen sind  keine Seltenheit.

Warum Autofahrer heute eher auf die freundliche Stimme des Navigationsgerätes vertrauen und nicht mehr auf ihr Gefühl und ihre Augen, erklärt unsere Verkehrspsychologin: „Die Nutzung elektronischer Helfer im Auto ist heute eine Selbstverständlichkeit. Aber durch das Vertrauen in die Technik fehlt vielen Autofahrern eine exakte mentale Karte im Kopf. Man nimmt vor und während der Fahrt die Umgebung nicht mehr genau genug wahr, beschäftigt sich nicht mit der Routenplanung und vertraut darauf, dass das Navi einen sorglos zum Ziel bringt. In den meisten Fälle ist das ja auch so.“

Wie lässt sich eine Navi-Irrfahrt verhindern?

Um sich nicht an einem Treppenabsatz oder im Nirgendwo wiederzufinden, solltet, ihr euch nicht nur mit dem Ziel, sondern auch mit dem Weg dahin auseinanderzusetzen. Ein kurzer Blick auf die Route hilft bei der Orientierung: Wer sich die Strecke vorher ansieht, kann auch schöne und interessante Zwischenstopps einplanen. So werden ungewollte Pausen zum Beispiel durch Staus zu einem Teil des Urlaubs. „Wer seine Umgebung beim Autofahren bewusst wahrnimmt, lässt sich auch vom Navigationsgerät nicht fehlleiten. Und wenn die Technik einmal versagt, hilft einem das räumliche Verständnis eher, den richtigen Weg zu finden“, sagt die Verkehrspsychologin.

Dem Navi zu vertrauen ist gut, ihm blind zu vertrauen keine gute Idee. Ein eigener, aufmerksamer Blick auf die Straße ist bei all der Elektronik im Auto durch nichts zu ersetzen.

Schlaue und vernetzte Autos sind derzeit in aller Munde. Mit diesen Gadgets macht ihr euer Auto smarter,

Navi, Handy & Co.: Viele Autofahrer lassen sich leicht ablenken.

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Von |2018-06-22T08:12:11+00:003. April 2018|Allgemein, Reise und Freizeit|12 Kommentare

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12 Comments

  1. MS- Consult U. Schilling 19. April 2018 um 12:35 Uhr - Antworten

    Ich frage mich, weshalb beim Navi nicht automatisch sämtliche Staus/Umleitungen etc. einbezogen werden. Das sollte doch selbstverständlich sein!

    • Klaus 19. April 2018 um 15:00 Uhr - Antworten

      Dasgeht derzeit aus techn. Gründen noch nicht. Das wäre ein irrer techn Aufwand. Dafür gibt es den Verkehrsfunk.

    • tolip380 19. April 2018 um 17:10 Uhr - Antworten

      Und wie? Dazu müsste ja jedes Auto über seine Position Daten senden! TomTom wertet beispielsweise die Mobilfunkdaten der Autofahrer aus (sofern eingeschaltet) und bildet damit Staus in „realtime“ ab. Das funktioniert aber nur, wenn alle Verkehrsteilnehmer „mitmachen“.

  2. Klaus 19. April 2018 um 14:57 Uhr - Antworten

    Ich finde, dass das Navi bei den derzeitig verkommenen Sitten im Straßenverkehr, eine große Hilfe ist. Das Navi ermöglicht einem sich ausschließlich auf den Verkehr zu konzentrieren und nicht darauf achten zu müssen, dass man rechts und links überholt, aus gebremst, geschnitten usw.wird. Wenn man sich ohne Navi in einer fremden Großstadt bewegt und eine Straße sucht, wird man zum Unwillen der anderen Kraftfahrer zum Hindernis und an gehupt, beschimpft usw.. Für Fahrten auf der Autobahn ist es unabhängig von einem Navi zu empfehlen sich stets die Routenplanung des ADAC kommen zu lassen bzw. online zu beschaffen und diese zu verinnerlichen.

  3. Kathrin M Santonocito 19. April 2018 um 16:13 Uhr - Antworten

    Ich habe mir, nachdem Navis umfassend versagten, wieder den guten alten Adac Atlas gekauft. Nur die kleinen Strassen, die der Atlas nicht mehr anzeigt, google ich noch im Internet. Das Problem mit Google maps und Co bei der Navigation ist meist, dass Baustellen und gesperrte Straßen nicht aktuell angezeigt und keine Alternativroute verfügbar gemacht wurde. Das leidige Navi lotst dann immer wieder zur selben gesperrten Straße zurück, wenn man Pech hat. Darum, Technik ist nicht unfehlbar, weil auch die Entwickler Fehler machen können und die Aktualität nicht aufrecht erhalten. Google maps ist die am wenigsten aktualisierte App in dieser Hinsicht, von allen Navigationen. Nach meiner Erfahrung. Und die Navigations Apps fressen oft auch ganz schön Datenvolumen. Die on board Navis wie Tomtom und Co enthalten meist teure Updates bereit. Und können ebenso versagen wie die Apps, Erfahrung von Bekannten.

  4. Uwe-P. Egger 19. April 2018 um 18:09 Uhr - Antworten

    ich bin 77 Jahre alt und bin mein ganzes Autofahrerleben ohne Navi und unfallfrei durch Eurpa, teilweise mit Wohnwagen gefahren und vermisse das Gerät bis heute nicht. Eine Probefahrt vor vielen Jahren konnte mich nicht davon überzeugen, ein Navi zu nutzen. Natürlich habe ich mich gelegentlich verfahren – das kann man wohl mit Navi auch! Gerade für ältere Menschen finde ich besser, wenn diese ihrem Kopf vertrauen und sich nicht auf Elektronik, die auch fehlerhaft sein kann, verlassen.

    • Rolf Munzinger 20. April 2018 um 9:06 Uhr - Antworten

      Ich war 60 Jahre als Busfahrer, auch ohne Navi unterwegs, bin immer an mein Ziel gekommen.
      Auch Heute noch, wenn ich Privat in den Urlaub fahre, studiere ich vorher meine Straßenkarten.
      Das Navi ist nur eine zusätzliche Info Möglichkeit.
      Im übrigen bevor man losfährt, den Verstand einschalten.

  5. RS 19. April 2018 um 21:38 Uhr - Antworten

    Es ist so selbstverständlich, wie man als Kunde nur fehlerfreie Software erhalten sollte!?

  6. Werner 20. April 2018 um 9:29 Uhr - Antworten

    Ich fahre zu 90% ohne Navi und nutze es nur im Urlaub oder bei Tagesausflügen. Und das ist auch gut so.

  7. Juan 20. April 2018 um 9:36 Uhr - Antworten

    Komischerweise hatte ich früher mit meinem ‚alten‘ Garmin nüvi 550 und der damaligen Karten-Software von Navtec weniger Probleme – ich sagte – komischerweise!
    Heute besitze ich ein Garmin Camper 760 mit der Karten-Spftware von HERE und da ist das Problem…
    Dazu die von mir recherchierte Geschichte der Kartensoftware: Navtec wurde einst von Nokia übernommen, wobei Nokia zu der Zeit nicht auf guten Beinen stand. Deshalb übernahmen die Gruppen BMW, AUDI und MERCEDES (Irrtum vorbehalten) die Karten und nannten sie HERE. Dazu dieser Link: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/bmw-audi-daimler-weshalb-der-kartendienst-here-so-wertvoll-ist-a-1085921.html
    Da in meiner Gegend (Teil Spanien) die Strassen-Führung in HERE zum Teil katastrophal ist/war, beschloss ich, Teil der Kartenplaner-Crew zu werden. Ich beantragte einen HERE-Account in dem ich die Karten nach meinen Erfahrungen ändern oder korrigieren und als Beweis sogar mit Bildern belegen kann. Somit entsteht – und das weltweit ein vom Anwender (Autolenker) – den Tatsachen und Begebenheiten entsprechendes Kartenmaterial (hoffe Ich!)

    Also Hirn einschalten und ab in die Zukunft

  8. Trumpfheller 21. April 2018 um 17:19 Uhr - Antworten

    Mit dem Alter von 74 Jahren fahre ich schon lange mit Garmin und bin zu 99% zufrieden! Leider habe ich festgestellt, dass viele ihr Navi nicht richtig benützen können und sich deswegen natürlich „Fehler“ ergeben!
    Was jedoch das Umfahren von Verkehrsstaus angeht, hier ist wirklich noch Potential zur Verbesserung!

  9. Walter 27. April 2018 um 10:57 Uhr - Antworten

    Unser TomTom ist schon älter, aber es funktioniert weiterhin recht gut. Bei größeren Strecken haben wir aber immer gute Straßenkarten dabei, denn Kontrolle ist besser als Vertrauen.
    Zwei Vorteile sehe ich noch:
    1. Schon bei der Abfahrt kann ich die ungefähre Ankunftszeit erkennen.
    2. Wenn ich die Restkilometer bis zum Ziel mit den Restkilometern des Autocomputers vergleiche, dann erkenne ich, ob der Sprit bis zum Ziel (Tankstelle in D) reicht oder ob ich vorher noch einmal tanken muss. Das habe ich die letzten beiden Tage auf der Rückfahrt durch Frankreich geschätzt, weil der Treibstoff in Frankreich zur Zeit wesentlich teurer als in D ist.

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