Mit dem Auto durch Europa

Noch am Ende des 20. Jahrhunderts versprach die Kombi aus Führerschein und erstem eigenen Auto die große Freiheit. Mit dem grauen Lappen in der Tasche machte man sich im „Gebrauchten“ auf Tour durch Europa. Fahrverbote? Überteuerte Benzinpreise? Parkplatzprobleme? Kein Thema. Aber wer reist heute noch mit dem Auto quer durch Europa von Stadt zu Stadt? Wir haben da ein paar Ideen.

Es gibt sie noch, die automobilen Entdecker, die lieber hinter dem eigenen Lenkrad schwitzen als sich ein Interrail-Ticket zu kaufen und entspannt im Zug zu sitzen. Und diese Entscheidung fällt ihnen auch nicht schwer: Das Auto ist nach wie vor das beliebteste Verkehrsmittel der Deutschen. Vor Beginn einer automobilen Reise durch Europa solltet ihr euch vor allem intensiv Gedanken über Vor- und Nachteile dieser Reiseform machen. Was spricht für eine Fahrt mit dem Auto? Was dagegen?

Vorteile bei der Fahrt mit dem Auto

  • Ihr könnt soviel Gepäck mitnehmen, wie es euer Kofferraum hergibt.
  • Ihr sitzt nur mit denen im Auto, die ihr auch dabei haben wollt.
  • Ihr seid flexibel – wenn ihr los möchtet, fahrt ihr los.
  • Ihr haltet genau dort an, wo ihr wollt. Und nicht da, wo Zug oder Bus stoppen.
  • Ihr spart Geld – wenn ihr euch die Kosten teilt.
  • Ihr bestimmt, wo es langgeht.

Nachteile bei der Fahrt mit dem Auto

  • Ihr müsst euch um alles selbst kümmern – Navigation, Reise- und Routenplanung. Und natürlich Fahren.
  • Das Auto ist vor allem bei Verbindungen zwischen europäischen Metropolen eines der langsamsten Fortbewegungsmittel. Staus und Verkehrsaufkommen sei Dank.
  • Teuer wird es dann, wenn ihr allein unterwegs seid – Benzin, Maut, Parken.
  • Autopannen sind extrem nervig, kosten Zeit. Und Geld.

Der eigene Pkw

Mit Freunden wird der gemeinsame Trip durch Europa zum echten Erlebnis.

Wer sich entscheidet, die Europareise im Pkw anzutreten, hat heute bei der Fahrzeugwahl weitaus mehr Möglichkeiten als noch vor 30 oder 40 Jahren. Für die meisten Reisenden, die mit dem Auto durch Europa fahren, ist nach wie vor der eigene Pkw die erste Wahl. Kein Wunder. Ihr kennt euer Auto durch und durch und fühlt euch darin meist wohl und sicher. Ein Stück Heimat in der Fremde, ganz nach dem Motto „My car is my castle“. Außerdem gibt es keine bösen Überraschungen in puncto Versicherungen – denn die habt ihr beim Kauf abgeschlossen. Ein sorgfältiger technischer Checkup, bevor ihr euch auf die lange Fahrt begebt, ist selbstverständlich. Was ihr auf jeden Fall prüfen solltet, zeigen wir euch im Video „Autocheck vor der Urlaubsreise“. Ihr wollt euer eigenes Fahrzeug in puncto Kilometerleistung lieber schonen oder scheut vielleicht höhere Diebstahlrisiken in einigen Ländern? Dann habt ihr folgende Möglichkeiten.

Mietwagen

Ein Mietwagen kann durchaus eine sinnvolle Alternative zum eigenen Auto sein, insbesondere dann, wenn man günstige Angebote ergattern kann. Und vielleicht mit dem Flugzeug oder dem Zug zum Ausgangspunkt seiner Reise mit dem Auto durch Europa gelangt. Bei der Anmietung eines Pkw im Ausland gelten ein paar wichtige Regeln, die ihr kennen solltet. Wir haben sie euch in unserer Checkliste „Pkw Anmietung im Ausland“ zusammengestellt. Natürlich könnt ihr den Mietwagen auch in Deutschland schon für den gesamten Zeitraum anmieten. Vergleicht auf jeden Fall mehrere Angebote und lasst euch nicht von dem Angebot locken, das auf den ersten Blick am billigsten ist. Oft verstecken sich weitere Kosten für essenzielle Versicherungen, Zusatzfahrer oder Ausstattung im Kleingedruckten.

Carsharing

Im Carsharing liegt ein gewisser Reiz des Neuen. Gerade in größeren Städten oder Metropolen Europas findet ihr rasch interessante Angebote zur Teilzeitnutzung eines von vielen geteilten Autos. Und wenn ihr davon ausgeht, dass ein Auto sowieso den Großteil des Tages in einer urbanen Umgebung herumsteht, werde ihr rasch merken, wie viele Vorteile es bietet, einen Pkw wirklich nur für den Zeitraum der Nutzung zu bezahlen. Beispiel gefällig? In Amsterdam könnt ihr etwa car2go nutzen. Registrieren, validieren, fahren – dies ist der einfache Dreischritt. Ihr registriert euch online oder über eine kostenlose App, scannt euren Führerschein, findet über die App ein freies Auto, startet die Miete via App und fahrt los. Der Clou – die erste Fahrt ist kostenlos. Wie übrigens auch das Parken. Ansonsten kann man pro Minute, Stunde oder Tag abrechnen. Wer gerne improvisiert und Neues ausprobiert, kann (sich) auf diesem Weg die europäischen Hauptstädte mal ganz anders erfahren.

Trampen

Auch beim Trampen kommt ihr mit dem Auto durch Europa. Und lernt dabei jede Menge Menschen kennen.

Wer sagt eigentlich, dass man auf dem Weg mit dem Auto durch Europa dieses selbst fahren muss? Wie wäre es mit Trampen, altmodisch Anhalter oder Autostopp genannt. Eine Form der Fortbewegung, die in Zeiten des zunehmenden Individualverkehrs von diesem zunehmend verdrängt wurde, nun aber eine kleine Renaissance erlebt. Als Tramper solltet ihr vor allem drei Voraussetzungen mitbringen: Ihr müsst offen sein, viel Zeit haben und Nein sagen können. Auch wenn ihr mit Trampen vielleicht Klischees wie romantisch, abenteuerlich und gefährlich verbindet, Trampen ist primär eines: anders. Und zwar auf jeder Strecke.

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Wer längere Strecken trampen möchte, sollte auf jeden Fall Kartenmaterial (digital oder analog), ein Handy (plus Powerbank), gute Permanent-Stifte und natürlich viel Zeit im Gepäck haben. Als Faustregel gilt: Wer eine Strecke von 500 Kilometern zurücklegen möchte, sollte etwa drei Tage einplanen. Informiert euch auf jeden Fall vorher über die Gesetzeslage in den Ländern, die ihr bereisen möchtet, da es unterschiedliche Regulierungen zum Trampen gibt.

Langstreckentramper haben auf Rastplätzen und Parkplätzen entlang der Autobahn die besten Karten. Viele Autos sind hier garantiert und ihr habt die Möglichkeit, die Autofahrer direkt anzusprechen. Außerdem müsst ihr nicht nur das Schild mit eurem Ziel hochhalten – ihr könnt hier direkt auf die Menschen zugehen und euch so präsentieren. Eine gute Portion Selbstbewusstsein hilft euch da enorm. Seid immer höflich und respektvoll. Denn ihr erwartet, dass man auch ebenso behandelt.

Die Mischung macht’s

Ihr seht, es gibt nicht den einen, besten Weg, mit dem Auto durch Europa zu reisen. Vielleicht kombiniert ihr einfach die verschiedenen Möglichkeiten – ihr fahrt mit dem Zug den längsten Abschnitt bis zu eurem Ausgangspunkt, nutzt dann in der Stadt ein Carsharing oder auch ein Bikesharing-Angebot, steigt anschließend für eine längere Strecke in einen Mietwagen um und trampt auf dem Heimweg. Jetzt müsst ihr euch entscheiden. Ihr habt die Qual der Wahl.

Ihr habt noch mehr Fragen zum Thema Reisen? Dann stellt uns eure Fragen auf WhatsApp unter 0171 555 0 555 oder schaut auf unserer Website vorbei.

Von |2018-06-29T06:55:48+00:0018. Juni 2018|Allgemein, Reise und Freizeit|1 Kommentar

Über den Autor:

Jörg Peter
Exil-Kieler in München. Schreibt seit 2017 für den ADAC. Und das sehr gerne.

Ein Kommentar

  1. Melanie 25. Juni 2018 um 11:18 Uhr - Antworten

    Ich bin auf meiner Tour mit dem Auto am schönen Bodensee gelandet und der ist auf jeden Fall ein Aufenthalt Wert.
    https://ferienwohnungambodenseeheiligenberg.de/reisefuehrer/

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