Hund bei Hitze im Auto: Anzeige wegen Tierquälerei

Eine Frau lässt ihren Hund bei 25 Grad Außentemperatur unversorgt im Auto zurück. Die hinzugerufene Polizei nimmt den stark hechelnden Hund mit auf die Wache, die Halterin erscheint erst nach fünf Stunden. Das Amtsgericht München verurteilte die 29-Jährige zu 200 Euro Bußgeld, sie bekommt eine Anzeige wegen Tierquälerei. 

Im überhitzten Auto war lediglich eine Seitenscheibe fünf Zentimeter geöffnet, als die Münchnerin ihren Doggenmischling im Fahrzeug zurückließ. Nach einiger Zeit fiel einer Zeugin der stark hechelnde Hund mit Schaum vor dem Mund im unversperrten Fahrzeug auf. Sie verständigte die Polizei, da die Besitzerin nicht auffindbar war.

Der gerufene Beamte blieb circa 90 Minuten am Auto, in dem weder Wasser noch Futter für das Tier vorhanden waren. Nachdem der Polizist vergeblich auf die Halterin gewartet hatte, nahm er den Hund mit auf die Wache und hinterließ einen Zettel mit der Aufforderung, sich bei der Polizei zu melden. Erst nach fünf Stunden erschien die Frau in der Dienststelle. 

Gefährdung für den Hund erkennbar 

Der Vorfall ging vor das Amtsgericht (AG) München. Der untersuchende Amtstierarzt erklärte dort, dass der Hund eine erhöhte Thermoregulationsaktivität aufgrund eines Hitzestaus während der Zeit im Auto erlitt. Dadurch hätten verschiedene Körperfunktionen des Tieres beeinträchtigt werden und bis zum Tode führen können. Das habe die Betroffene nach Ansicht der Richter erkennen müssen, da in der Vergangenheit häufig über Fälle wie diese in der Presse berichtet worden sei. Außerdem hätte die Frau wissen müssen, dass sich Fahrzeuge sehr schnell erhitzen es deshalb gefährlich ist, ein Tier in einem Fahrzeug zurückzulassen.

Die Milde der Strafe begründete das Gericht damit, dass nur eine fahrlässige Begehungsweise vorliege und keine Vorbelastungen bekannt seien. Auch die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung schätzten die Richter niedrig ein, da die Münchnerin den Hund bereits in ein Tierheim gegeben hatte.

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