Herzinfarkt durch Unfallstress wird nicht entschädigt

Ein Autofahrer wurde schuldlos in einen Verkehrsunfall verwickelt, bei dem er schwer verletzt wurde. Er rechnete mit einer unkomplizierten Schadensregulierung über die gegnerische Haftpflichtversicherung. Doch weil die sich weigerte, alle Forderungen zu erfüllen, regte sich der Geschädigte so auf, dass er einen Herzinfarkt erlitt. Auch den wollte er nun entschädigt haben. Zu Recht?

Der Unfallgeschädigte machte bei gegnerischen Haftpflichtversicherung Schadenersatz und Schmerzensgeld geltend. Diese bestritt jedoch, dass alle seine Verletzungen unfallbedingt waren. Sie weigerte sich daher, alle Schmerzensgeld-Forderungen zu erfüllen. Über die Argumente der gegnerischen Versicherung regte sich der Mann so sehr auf, dass er einen Herzinfarkt erlitt.

Straßenverkehrsgesetz schützt nicht vor Aufregung

Der Anwalt des Geschädigten verklagte die Versicherung des Unfallverursachers. Der Fall landete vor dem Oberlandesgericht (OLG) München. Unter anderem machte der Anwalt auch Zahlungen wegen des Herzinfarktes geltend, da er eindeutig eine mittelbare Folgen des Unfalls sei. Laut Kläger waren Ursache und Wirkung klar: Der Herzinfarkt sei durch die Rechtsstreitigkeiten, insbesondere durch den Inhalt der schriftlichen Kommunikation ausgelöst worden.

Das OLG sah das anders: Eine Zurechnung solcher Schäden sei nicht möglich. Denn die Vorschriften des Straßenverkehrsgesetzes, die hier für die Frage der Entschädigungsleistung anzuwenden seien, haben nicht den Zweck, Geschädigte vor Aufregungen vor Gericht oder bei Ermittlungsverfahren zu schützen, so das Gericht.

Folglich musste die Versicherung den nachträglichen Herzinfarkt des Unfallopfers nicht entschädigen.

OLG München, Urteil vom 13.10.2017, Az.: 10 U 3415/15

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Von |2018-01-11T10:10:35+00:002. Januar 2018|Allgemein, Recht|0 Kommentare

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