Gebrauchte Fahrräder: Tipps und Tricks beim Kauf

Das Fahrrad genau auf Mängel zu prüfen, lohnt sich. Denn die meisten privaten Verkäufer veräußern ihr Rad ohne Gewährleistung.

Gebrauchte Fahrräder zu kaufen kann viel Geld sparen. Neue gefragte Modelle sind schließlich deutlich teurer und können das Budget stark belasten. Doch Vorsicht, es kommt auf die Details an. Mit folgenden Tipps könnt ihr einige technische und rechtliche Fallen vermeiden.

Gebrauchte Fahrräder checken

Grundsätzlich empfiehlt es sich, nie ein Fahrrad ungesehen zu kaufen, sondern unbedingt Probe zu fahren. Diese Checkliste hilft euch, um den technischen Zustand des Fahrrades besser beurteilen zu können:

  • Laufen Vorderrad und Hinterrad in einer Linie?
  • Halten die Bremsen?
  • Fühlt sich das Fahrrad sicher an?
  • Dreht sich das Tretlager ohne Reibungsverluste?
  • Lässt sich das Rad locker schieben oder schleift etwas?
  • Ist es verrostet oder stark verkratzt?
  • Ist es in einem perfekten Zustand, aber dennoch überraschend günstig? In diesem Fall ist besondere Vorsicht geboten. Es könnte sich um ein gestohlenes Rad handeln.

Die Antworten auf all die Fragen sind auch ein Grund, den Preis neu zu verhandeln.

Albtraum: Kauf von Diebesgut

Wer gutgläubig ein gebrauchtes Rad kauft, bei dem sich später herausstellt, dass es gestohlen ist, hat ein Problem. Denn nach deutschem Recht ist es nicht möglich, das Eigentum an einem gestohlenen Objekt zu erwerben. Eigentümer bleibt in solch einem Fall weiterhin der Bestohlene. Wenn sich also der Eigentümer meldet, muss der Käufer das Rad zurückgeben. Er müsste sich dann an den Verkäufer wenden und den Kaufpreis zurückverlangen. Umso wichtiger ist es, bei Bedarf jederzeit den Verkäufer kontaktieren zu können und Fahrräder nicht anonym zu kaufen.

Viele gestohlene Fahrräder sind in der sogenannten INPOL-Sachfahndungsdatei per Rahmennummer registriert. Die Polizei kann über diese Datei Rahmennummern abgleichen und Eigentümer zuordnen. Derzeit sind dort über eine Millionen vermisste Fahrräder aufgelistet.

Rechtliche Aspekte für gebrauchte Fahrräder

Auch wenn es sich um ein gebrauchtes Fahrrad handelt, solltet ihr auf einen schriftlichen Kaufvertrag bestehen, um spätere Komplikationen zu vermeiden. Unsere Empfehlungen:

  • Lasst euch alle vorhandenen originalen Unterlagen zum Fahrrad aushändigen, egal ob Dokumente über den Erstkauf oder Reparatur-Rechnungen. Denn so ergibt sich eine nachvollziehbare Vergangenheit, die im Zweifel als Nachweis dient, dass das Rad nicht gestohlen wurde.
  • Im Vertrag sollten die Rahmennummer, der Name des Verkäufers und am besten noch dessen Ausweisnummer dokumentiert sein. Die Rahmennummer ist eingraviert und findet sich meist unter dem Tretlager oder am Sattelrohr.
  • Eine Ausweiskopie des bisherigen Eigentümers verlangen: Falls er sich weigert, sie bereitzustellen, könnte das ein Anzeichen dafür sein, dass irgendetwas mit dem Fahrrad nicht in Ordnung ist.
  • Eine ausführliche Beschreibung des Fahrrads im Kaufvertrag kann dabei helfen, spätere Mängel nachzuvollziehen.
  • Sachmängelhaftung: Private Käufer und Verkäufer sollten sich zu diesem Thema ausdrücklich einigen. Vereinbaren beide einen Haftungsausschluss, reicht ein einfacher Satz hierzu im Kaufvertrag. Achtung: Fehlt hierzu eine ausdrückliche Vereinbarung, haftet der Verkäufer für Mängel, die bei der Übergabe vorlagen.
    Ein Händler, der ein Fahrrad an eine Privatperson verkauft, darf die Sachmängelhaftung nicht ausschließen. Er schuldet bei solchen Geschäften (genannt: Verbrauchsgüterkauf) mindestens ein Jahr Gewährleistung. Zusätzlich gilt: Zeigt sich ein Mangel in den ersten sechs Monaten, wird vermutet, dass er bereits bei der Übergabe vorlag. Kann der Händler das nicht widerlegen, hat er die Pflicht, diesen Mangel zu beseitigen.

So transportiert ihr euer Fahrrad mit dem Pkw sicher.

Lest hier, wieso neue Radwege nicht zu Lasten der Autofahrer gehen müssen.


1 Kommentar

  1. Volker Arians sagt:

    Na gut, den Rahmen würde ich immer als Erstes prüfen ( z.B. Knicke im Rohr ?) , weil Rahmentausch ist immer viel Aufwand.
    Dann gucken ob die Vorderradgabel verbogen / locker ist, ebenso fühlen ob die Tretlagerachse / Tretkurbeln locker sind. Noch schnell die Spannung der Speichen prüfen + Zustand / Rundlauf der Felgen.
    Falls alles kann getauscht & gerichtet werden – aber wer dazu eine Werkstatt mit ca. 50 € Stundensatz benötigt, für den wird ein defektes „Schnäppchen “ schnell zum Totalschaden…

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