Falschparker per App verpetzen – und Belohnung kassieren

Schnell ein Foto machen und den Falschparker per App melden: In England gibt es pro Fall ein Kopfgeld von 11,50 Euro. Auch in Deutschland können Falschparker über Apps wie „Wegeheld“ gemeldet werden. Aber Geld gibt es dafür nicht.

Rücksichtslos mitten auf dem Radweg oder direkt vor einer Ausfahrt geparkt – in deutschen Städten sind Falschparker ein Dauer-Ärgernis. Schon seit Jahren kann jeder, der ein Smartphone hat, per App solche Parksünder an den Pranger stellen und melden. Die Bedienung ist einfach: Foto des Verkehrssünders schießen und per Tastendruck an die Ordnungsbehörde mailen. Wenn der Nutzer es erlaubt, schreibt die App Wegeheld auf Wunsch sogar selbsttätig Ort und Datum der Tat dazu.

Rechtlich ist nach Ansicht unserer Juristen gegen solche Freizeit-Politessen nichts einzuwenden. Allerdings dürfen dabei auf keinen Fall Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Das heißt: Personen und Nummernschilder müssen auf dem Foto unkenntlich gemacht werden, bevor es verschickt wird. Wer das nicht tut, riskiert, selbst eine Anzeige zu kassieren.

Ob die Ordnungsbehörde den Hinweis verfolgt und aktiv wird, steht ihr frei. Sie ist nicht verpflichtet, ein Verwarnungsgeld zu verhängen. Darauf hat vor einigen Jahren schon das Oberverwaltungsgerichts Lüneburg in einem Urteil hingewiesen. Darin wurde ein selbsternannter Ordnungshüter, der in einem Jahr mehr als 10.000 Falschparker angezeigt hatte, in die Schranken gewiesen.

Alle Parkplätze im Parkhaus sind voll, nur ein Frauenparkplatz ist noch frei. Lest hier, ob dort wirklich nur Frauen parken dürfen.

Ihr habt Probleme mit dem Einparken? Mit unseren Tipps kommt ihr in jede Parklücke.

Von |2018-03-19T15:20:10+00:0015. März 2018|Allgemein, Recht|18 Kommentare

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18 Comments

  1. flaschenpost 16. März 2018 um 17:41 Uhr - Antworten

    Natürlich hat es Risiken, wenn Normalbürger diese Aufgabe übernehmen (gezielt nur einen anzeigen etc.). Aber beim aktuellen Zustand der Fuß- und Radwege in den Städten gibt es gar keine Alternative dazu. Die viel zu billigen „Knöllchen“ decken nichtmal die Kosten der Ordnungsamts-Mitarbeiter.

    Einzige Alternative wäre, dass die Ordnungskräfte konsequent abschleppen. um Verkehrsgefährdungen und -Behinderungen wirksam zu beseitigen. Aber das wollen viele Städte nicht machen.

    Dass die Radwege und Fußwege gar nicht für die tonnenschweren Autos ausgelegt sind und entsprechend zerstört werden, ist ein weiterer negativer Effekt. Dann muss die Stadt entweder teuer alles reparieren oder es bleibt jahrelang kaputt. Auch wieder auf Kosten derjenigen, die die Städte nicht mit noch mehr Autos verstopfen (also derjenigen, wegen denen die Autofahrer überhaupt noch vorankommen).

    Also: bis es eine bessere Lösung gibt, müssen wir mit der schlechten Lösung leben. Denn gar keine Anzeigen sind noch viel schlimmer, da dann immer mehr Wege zugeparkt werden.

    • Schmidt 23. März 2018 um 8:32 Uhr - Antworten

      Sollen jetzt Autofahrer zu Hilfspolizisten dienen, nur weil Polizei und Ordnungsämter nicht genügend Überwachung betreiben?

      • Rudi 23. März 2018 um 15:47 Uhr - Antworten

        Warum nicht ? Wenn JEDER, jederzeit damit rechnen muß, das er für seine Gedankenlosigkeit oder bei manchen sogar Vorsätzlichkeit, bestraft werden könnte, dann würden sich einige sicher mehr an die Verkehrsregeln halten.

  2. Mathilda Schwietek 18. März 2018 um 10:35 Uhr - Antworten

    Hallo zusammen,

    auch finde es richtig sch***e, wenn fremde autos auf meinen kundenparkplätzen stehen (die ich ja jeden Monat teuer bezahlen muss!!). …und es sind nicht unbedingt die mercedes und porsches dieser welt!!

    Ich nutze jetzt aber seit ein paar Wochen die app parkplatzfrei.

    geht recht flink. bild gemacht und abgeschickt. keine minute.

    Seitdem verdiene ich pro verstoß wenigstens 16,20 EUR. Das ist zwar nicht die welt, aber ich habe schon von falschparkern gehört, die in mein studio gekommen sind, dass sie das zwar ärgerlich fiinden, aber auch irgendwie ok finden, schließlich keinnen sie das ja auch von den politessen. Also auch da alles gut – und ich habe wenigsten 16,20 verdient.

    ich freue mich zwar immer noch nicht wenn einer bei mir parkt, aber jetzt ist der Ärger etwas erträglicher.
    Liebe Güße
    Eure Mathi

  3. Wolfgang Just 22. März 2018 um 10:30 Uhr - Antworten

    Ich finde, dass die Falschparker mehr geworden sind. Es ist traurig das sich viele nicht an die STVO halten und die Ordnungsämter , Polizei etc. gar nicht nachkommen die Falschparker zur Verantwortung zu ziehen. Ob es richtig ist, private Personen zu animieren Personen anzuschwärtzen, möchte ich bezweifeln.

  4. Leser SZ 22. März 2018 um 11:17 Uhr - Antworten

    Zitat: „Das heißt: Personen und Nummernschilder müssen auf dem Foto unkenntlich gemacht werden…“
    macht doch keinen Sinn ein Bild zu verschicken, auf dem das Kennzeichen nicht kenntlich ist.
    Hier sollte der Text genauer formuliert sein. Danke

  5. Tim Lorenzen 22. März 2018 um 11:47 Uhr - Antworten

    Anstatt normalen Bürgern das Spitzeln nahe zu legen – wie zu Stasi-Zeiten – sollte man besser endlich die akute Parkplatznot in weiten Teilen der Städte (nicht nur den Innenstädten) angehen!
    Zumindest in Hamburg tut die rot-grüne Regierung derzeit das Gegenteil – durch weitgehend sinnfreie Umbaumaßnahmen verschiedener Straßenzüge werden eher noch öffentliche Parkplätze vernichtet. Zudem dürfen neuerdings auch Mehrfamilienhäuser neu gebaut werden, ohne dass gleichzeitig für zusätzlichen Parkraum gesorgt wird – ein Kollaps mit Ansage.

    Man muss immer den Einzelfall sehen – manche Autofahrer sind einfach faul und gedankenlos bei ihrer Parkplatzwahl und gehören dafür auch bestraft. Aber viele Falschparker tun das nicht, weil sie zu faul sind 100m weiter zu laufen, sondern wir sprechen von ganzen Stadtvierteln, wo abends innerhalb einer Laufweite von 30 Minuten nur mit viel Glück noch ein einzelner Parkplatz zu ergattern ist. Das kann’s doch nicht sein. In solchen Situationen hat Falschparken etwas von Notwehr.

  6. Helmut Bremm 22. März 2018 um 12:26 Uhr - Antworten

    In dem Artikel steht: Das heißt: Personen und Nummernschilder müssen auf dem Foto unkenntlich gemacht werden, bevor es verschickt wird. Wer das nicht tut, riskiert, selbst eine Anzeige zu kassieren.
    Welchen Sinn solten dann diese Anzeigen haben, wenn der Fahrzeughalter nicht ermittelt werden kann?

  7. PeterG 22. März 2018 um 12:28 Uhr - Antworten

    Hm. Welchen Wert soll das haben, wenn das Kennzeichen unkenntlich gemacht wird (werden muss)?

  8. Chefdesigner 22. März 2018 um 13:48 Uhr - Antworten

    Hallo!!
    Denunzianten aller Länder vereinigt Euch!!
    Sagt mal gehts noch?
    Wen sollen wir denn in Zukunft noch alles verpetzen? In meiner Schulzeit der 70/80er Jahre gabs „Klassenkloppe“ für Petzen und Verräter! Und jetzt soll das vielleicht noch zum guten Ton gehören. Voller Stolz behaupten wir denn: „Dem hab ichs aber gegeben!“

    Ehrlich gesagt sollten solche „Sünder“ lieber an Ihrer eigenen Ehre gepackt werden.
    Ein bisschen „Knigge-Unterricht“ für jeden schadet niemanden.
    Ich habe für solche Fälle immer einen „Parkverstoßzettel“ im Handschuhfach.
    Der gibt dem „Sünder “ einen augenzwinkernden Denkanstoß.
    Fertig.
    „Wer ohne Schuld ist schmeiße den ersten Stein!“

    In diesem Sinne lieber das Leben freundlich leben als sich zum „Knöllchen-Horst“ zu entwickeln – wie arm.
    Liebe Grüße
    Euer Horst (NICHT der mit den Knöllchen!)

  9. gesunder Menschenverstand 22. März 2018 um 14:14 Uhr - Antworten

    Stimmt, Denunzianten sind doof aber es gibt ein Mittel gegen sie… einfach nicht die Radwege zuparken, zwei Parkplätze blockieren, auf Behindertenparkplätzen parken, die Einfahrt zuparken, in zweiter Spur oder mitten auf der Strasse stehen bleiben – weil man nur mal eben einen Döner bestellen oder Brötchen holen will oder unbedingt telefonieren muss… die Liste ist lang und wird täglich länger und auch das ist ‚doof‘

  10. WV 22. März 2018 um 16:13 Uhr - Antworten

    Es wird soviel diskutiert über das falsch parken, aber nicht über die Verursacher. Die meisten falschparker sind doch die links parken. Was wird gegen diese getan ? Nicht´s !

  11. Jörg B. 22. März 2018 um 21:19 Uhr - Antworten

    Das man sich bei Kapitalverbrechen meldet ergibt Sinn. Aber nun hetzt man die Bürger auch schon beim Falschparken gegeneinander auf. Das gibt sicherlich eine gute Stimmung in der Gemeinschaft. Sicherlich, wer falsch parkt hat einen Fehler begangen. Aber einen kleinen. Und jetzt wird gepusht, dass man seine Mitmenschen schon für Kleinigkeiten anzeigt? Ich persönlich wage zu bezweifeln ob das für eine Gemeinschaft der richtige Weg ist. Ziele kann man letztendlich nur durch Überzeugung erreichen und nicht durch gegenseitiges anzeigen jeder kleinsten Kleinigkeit bis alle sich 100% an das Gesetz halten.

    • Rudi 23. März 2018 um 15:46 Uhr - Antworten

      Parken auf Behindertenparplätzen oder Taxiständen ist KEIN kleiner Fehler.
      Und wer den Radweg zuparkt, gefährdet sogar noch Menschen. Da kann man auch nicht von einem kleinen Fehler reden.

      • Jörg B. 2. Juli 2018 um 22:07 Uhr - Antworten

        Auf Behindertenparkplätzen zu parken ohne Berechtigung ist auch für mich ein No-Go. Auf einem Taxistand zu parken habe ich auch noch nicht gemacht – ist ja auch nicht richtig, aber das ist für mich noch kein großer Fehler (ab wo ist denn die Grenze kleiner / großer Fehler)?
        Und auch nicht jeder, der auf einem Radweg parkt (was auch nicht richtig ist), gefährdet damit jedes Mal ein Menschenleben.
        Ich finde es ein wenig übertrieben bei jeder Situation die gefährlich werden kann (und nicht automatisch sein muss) mit „Menschenleben!“ zu argumentieren.
        Denn wenn „Menschenleben!“ als Argument für alles was gefährden könnte hinhalten muss bleibt nur noch allen Verkehr komplett ein zu stellen.
        Nicht jeder PKW der auf einem Radweg steht bringt zwangsweise Radfahrer in Lebensgefahr(!). Das finde ich ein bisschen weit hergeholt. Denn – auch das sagt die StVO – ein stehendes Fahrzeug kann niemals die Hauptschuld an einem Unfall haben.

  12. Claus C. 24. März 2018 um 12:01 Uhr - Antworten

    Es ist schon interessant, einige der Kommentare zu lesen. Da wird von „Spitzeln“, „Denunzianten aller Länder vereinigt Euch!“ oder Falschparken als „Notwehr“ geschrieben. Hier wird einmal mehr der Egoismus, die Rücksichtslosigkeit deutlich, die in unserer Gesellschaft breiten Raum eingenommen haben. Andererseits regt sich niemand darüber auf, wenn private Radiosender offen zur Denunziation aufrufen, indem sie Autofahrer auffordern, Geschwindigkeitskontrollen der Polizei zu melden, die einzig und allein der Verkehrssicherheit dienen. Geschwindigkeitsüberschreitungen sind nun mal Unfallursache Nr. 1. Erst wenn die Menschen selbst betroffen sind, weil ein Raser, der mit 60 Km/h oder schneller durch eine 30 Km/h-Zone gerast istund ihr eigenes Kind totgefahren hat, kommen sie zur Besinnung. Leider sind die in Deutschland erhobenen Verwarn,- Bußgelder viel zu niedrig, als dass hierdurch eine Verhaltensänderung hervorgerufen werden kann. Im europäischen Ausland, wo teilweise mit drastischen Maßnahmen gerechnet werden muss, können sich dieselben Personen, die sich über Sanktionen in Deutschland aufregen, plötzlich sehr gesetzeskonform Verhalten.

  13. Mario 24. März 2018 um 23:31 Uhr - Antworten

    ….. es fängt in der Schule an : Herr Lehrer, Herr Lehrer , ICH weiß was ! …. in der DDR hieß so was ‚Hilfspolizist‘ ! und das man fürs denunzieren ( ich hoffe es ist richtig geschrieben) dann noch Geld bekommt, ist die Krone des Ganzen Ganz früher waren solche Leute inoffizielle Mitarbeiter ( überspitzt ) nicht erregen, bitte ! aber da ja bei einem Foto die Nummernschilder unkenntlich gemacht werden müssen, sollte das für den Parksünder kein Problem darstellen. Falls die Behörde die Sache ahndet, kann sich der Beschuldigte bestimmt auf seine Privatsphäre und den Schutz seiner Persönlichkeitsrechte berufen und das Verfahren wird bestimmt eingestellt hihihihi !

  14. Skydome 1. April 2018 um 7:16 Uhr - Antworten

    Stasimethoden, Klassemkloppe, Denuzianten.
    Unglaublich, was so einige hier von sich geben.
    Da werden Menschen beleidigt, die eigentlich nur ihr Recht in Anspruch nehmen.
    Jeder hat das Recht einen anderen anzuzeigen .
    Und er sollte auch keine Angst haben, dieses in Anspruch zu nehmen,Maurer weil ihn / ihr mit Kloppe, Beschimpfungen usw drohen.

    Schade das es nicht noch mehr tun. ich meine das Recht in Anspruch zu nehmen.

    Übrigens sollten Städte mehr in die Pflicht genommen werden Parkplätze zu schaffen.

    Leider erlebt man in den Rot-Grünen Kommunen wahre „Vernichtungspläne“ von Parkplätzen.
    Und deren Wähler regen sich dann auf: Stasimethoden, Klassemkloppe, Denuzianten.

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