Fahrt im Karabag 500: 80 Kilometer Angst

Dieter Birk war für uns erstmals im Karabag 500 E unterwegs und schildert uns seine Erfahrungen.

Welche Erfahrung unsere Redakteure und Testingenieure mit Elektroautos gesammelt haben, konnten Sie in diesem Blog schon mehrfach lesen. Doch wie fühlt es sich für jemand an, der nicht täglich mit Automobilen zu tun hat? Dieter Birk, beim ADAC sonst für Marketing zuständig, war für uns erstmals im Karabag 500 E unterwegs. Hier ist sein Erfahrungsbericht.

Etwas skeptisch bin ich schon, als ich den Karabag 500 E abends von einem Kollegen übernehme. Ich will mit dem kleinen Elektroflitzer von München in meinen 35 Kilometer entfernten Wohnort fahren und am nächsten Morgen wieder zurück. Davor geht es aber noch in die Innenstadt zu einem Geschäftsessen. Rund 80 Kilometer werde ich insgesamt zurücklegen. „Das könnte eng werden“ meint mein Kollege. Nicht gerade ermutigend. Ich beginne also zu überlegen, was ich tun muss, um sicher wieder zurückzukommen. Und was, wenn mich die Reichweite der Akkus doch im Stich lässt?

Egal. Zunächst freue ich mich darüber, meinem Geschäftspartner, den ich vom Hotel abhole, die neue Technologie präsentieren zu können. Ich beschließe erst einmal zu schauen, wie sich die Energieanzeige verhält. Noch zeigt sie 100 Prozent an. Zur Sicherheit verzichte ich auf Radio und Gebläse. Trotzdem geht es schnell abwärts. Pro gefahrenen Kilometer ist es rund ein Prozent. „Der fährt ja wie eine Straßenbahn“, sagt mein Beifahrer. Von außen nimmt kaum jemand wahr, dass wir mit einem Elektroauto unterwegs sind.

Der Karabag fährt sich wie jedes andere Auto

Nach dem Abendessen bringe ich ihn zurück zum Hotel, dann sind der Karabag und ich alleine unterwegs. Mit noch rund 80 Prozent Energie bin ich schon zuversichtlicher als am frühen Abend. Allerdings erwartet mich jetzt die Autobahn. Der Verbrauch ist bei schneller Fahrt etwas höher, die Formel ein Prozent pro Kilometer geht aber anscheinend immer noch auf. Deshalb ist es auch nicht weiter schlimm, dass ich das Auto zu Hause nicht an der normalen Steckdose aufladen kann. Für den täglichen Gebrauch wäre das für mich aber nicht akzeptabel. Mit 57,8 Prozent Restladung stelle ich den Wagen in die Garage.

Am nächsten Morgen bin ich mutiger. Auf meiner Fahrt ins Büro schalte ich Radio, Licht und Gebläse an. Und ich beschleunige auf Spitzengeschwindigkeit. Der Tacho zeigt immerhin 115 km/h an. Im Stop-and-go des Berufsverkehrs fährt sich der Karabag eigentlich wie jedes andere Auto auch. Als ich ihn nach 82 Kilometern schließlich in der ADAC Zentrale wieder an die Stromzapfsäule anschließe, beträgt die Restenergie noch 28,6 Prozent. Insgesamt hat er also doch etwas weniger als ein Prozent pro Kilometer verbraucht.

Mein Fazit

Das Fahren mit Elektroantrieb ist wirklich einfach und angenehm. Eine Umstellung würde mir diesbezüglich nicht schwerfallen. Hinsichtlich der Reichweite kommt das Fahrzeug selbst für die tägliche Fahrt ins Büro noch nicht in Frage. Auch die Fahrleistungen des Karabag außerhalb der Stadt sind zu schwach und reichen nicht für weite Autobahnstrecken.

Stand: September 2010


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