Kurioser Rechtsstreit: Esel beißt in Auto

Wenn ein Esel am Auto knabbert...

Dass ein Kratzer in einem Auto einen Rechtsstreit nach sich zieht, ist nicht ungewöhnlich. Dass als Schadensverursacher ein Esel unter Verdacht steht, dagegen schon.

Ein Kratzer in einem orangefarbenen Rennwagen, der Täter: ein Esel. Das Motiv: unklar. So lauten die Eckpunkte eines kuriosen Rechtsstreits, der am Landgericht Gießen ausgetragen wurde. Der Hintergrund: Im September 2016 war ein 50-Jähriger mit seinem McLaren unterwegs zu seinem Arzt, als er in der Nähe einer Weide wenden wollte. Beim Rückwärtsfahren tauchte plötzlich ein Esel hinter dem Fahrzeug auf – und biss zweimal ins Heck. Der Esel hatte sich zwar in einem eingezäunten Gehege befunden, den Zaun aber so weit nach vorne gedrückt, dass er das Auto erreichen konnte.

So zumindest erzählt es der Eigentümer des McLaren. Von der Versicherung des Tierhalters forderte er deshalb, die entstandenen Kosten für den Lackschaden in Höhe von 5100 Euro zu übernehmen. Da die Versicherung die Version des Klägers bezweifelte und nur die Hälfte des Betrags zahlen wollte, landete der Fall knapp vor Gericht.

Tatmotiv des Esels weiterhin unklar

Die Frage, die dort beantwortet werden musste: Hat der Esel wirklich in den Sportwagen gebissen – oder waren die Kratzer schon vorher da? Das Gericht sah es nach der Anhörung eines Zeugen und den Ausführungen des Rennwagenbesitzers als erwiesen an, dass der Schaden tatsächlich durch den Esel verursacht wurde. Damit hatte die Klage des Autobesitzers Erfolg.

Die Frage, die vor Gericht nicht beantwortet werden konnte: Was hat den Esel dazu gebracht, in einen orangefarbenen Sportwagen zu beißen? Im Pressebericht zu dem Vorfall hatte die zuständige Polizeistelle damals mit einem Augenzwinkern gemutmaßt, das Tier habe den Wagen womöglich mit einer überdimensionalen Mohrrübe verwechselt. Doch genau habe sie das Motiv des Esels leider nicht aufdecken können, denn „mehr als ein ‚IAH‘ war aus ihm nicht herauszubekommen“, hieß es in der Mitteilung.

Mit Material von dpa

Habt ihr noch Fragen? Unsere ADAC Rechtsberatung (nur für ADAC Mitglieder) erreicht ihr unter 089/76762423 (Mo. bis Fr. 8 bis 18 Uhr). Weitere Infos, interessante Urteile und Rechtliches von A bis Z findet ihr auch auf den Online-Seiten der ADAC Rechtsberatung.

Tierische Begegnungen: So verhaltet ihr euch, wenn ihr Pferden im Straßenverkehr begegnet.

Ob Fahrschüler, Anfänger oder alter Hase: Testet euer Wissen in unserem Führerschein-Quiz.


Tim
Tim
Soziologe und Journalist. Weigert sich, das Verkehrssystem aus systemtheoretischer Perspektive zu betrachten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.