„Umweltprämie plus“ fürs E-Auto und das Laden zu Hause

Eigentümer und Mieter in Mehrfamilienhäusern haben es oft schwer, eine Lademöglichkeit zu installieren.

Seit Mitte 2016 zahlen Bund und Autokonzerne den Umweltbonus für Elektroautos. Inzwischen gibt es auch von Städten, Ländern und Stromwerken Zuschüsse für die Planung und den Einbau von Stromanschlüssen. Hier eine Übersicht.

Seit Juli 2016 wird der Kauf von E-Autos mit der Umweltprämie bezuschusst. Der Erfolg ist zwar noch überschaubar, aber immerhin gibt es die Förderung in der ganzen Bundesrepublik. Anders sieht es beim Bau von Ladesäulen aus – neben den vergleichsweise hohen E-Auto-Preisen der zweite große Kostenblock beim Umstieg auf Elektro-Antrieb. Manche Bundesländer, Kommunen oder Energieunternehmen geben Zuschüsse –  andere  nicht. Und wo es sie gibt, sind Infos über das Förderprogramm oft kaum auf den jeweiligen Internetseiten zu finden.

Nordrhein-Westfalen zahlt bis zu 5000 Euro

Beispiel Nordrhein-Westfalen: Dort startete Ende 2017 das Sofortprogramm Elektromobilität. Die Anträge allerdings sind gut auf den Seiten einer Verwaltungsbehörde in Arnsberg versteckt. Interessant ist das Programm trotzdem: Wer sich eine private Ladestation anschafft, bekommt bis zu 1000 Euro, Unternehmen, die öffentliche Ladepunkte einrichten, sogar bis zu 5000 Euro. Vor den Geldsegen haben die Behörden allerdings ihre Antragsformulare gestellt – zu den Voraussetzungen für die Förderung zählen der Einbau durch einen Fachbetrieb und ein Ökostrom-Vertrag. Maximal 50 Prozent der Kosten werden erstattet.

Auch die Stadt München ist in Sachen Ladeinfrastruktur-Förderung großzügig: Die Beratung durch einen Elektroinstallateur wird mit bis zu 6000 Euro gefördert, die anschließende Montage immerhin noch zu einem Fünftel. Ganz anders sieht es in Dresden, Stuttgart oder Berlin aus: Dort gibt es kein Geld von der Stadt. Hamburg hat das städtische Förderprogramm für Privatleute sogar wieder eingestellt – die Nachfrage war zu gering.

Mietern wird der Umstieg auf Elektroautos schwer gemacht

Das könnte auch daran liegen, dass es Wohnungseigentümer und Mieter in Mehrfamilienhäusern schwer haben, eine Steckdose am eigenen Stellplatz genehmigt zu bekommen: Das Wohnungseigentums-Gesetz (WEG) verlangt, dass bei Umbauten am Gemeinschaftseigentum – zu dem auch die Tiefgarage gehört – die Miteigentümer zustimmen müssen. Eine Regel, die immer wieder zu Streit in Eigentümerversammlungen und sogar zu Gerichtsprozessen führt.

Pläne, diese Hürde abzubauen, gibt es: Schon im Juli 2016 haben Bayern und Sachsen vorgeschlagen, das WEG zu ändern. Der Einbau neuer Steckdosen für E-Autos solle künftig auch ohne Erlaubnis der Miteigentümer möglich sein, Mieter die Zustimmung vom Vermieter einfordern können. Vorausgesetzt, sie bezahlen den Einbau. Allerdings ist das WEG ein Bundesgesetz. Die neue Regierung will das Thema laut Koalitionsvertrag angehen.  Bis dahin werden vor allem Eigenheimbesitzer in den Genuss der jeweiligen Förderprogramme kommen. Einige haben wir hier zusammengestellt.

Hier wird gefördertDafür gibt es Geld
Düsseldorf500 Euro für Wallbox, wenn mit Ökostrom geladen wird oder eine Solaranlage vorhanden ist.
Mehr Infos: Umweltamt Düsseldorf
Hannover500 Euro für Wallbox, wenn mit Ökostrom geladen wird.
Mehr Infos: Enercity
Karlsruhe500 Euro für Wallbox beim Kauf eines E-Autos.
Mehr Infos: Stadtwerke Karlsruhe
MünchenPlanung und Einbau von Ladeinfrastruktur.
Mehr Infos: Stadt München
Dachau250 Euro Zuschuss zur Wallbox bei Abschluss Ökostrom-Vertrag.

Mehr Infos: Stadtwerke Dachau

Nürnberg250 Euro Preisnachlass auf Wallbox.

Mehr Infos: N-ERGIE

Merseburg500 Euro Zuschuss zur Wallbox.

Mehr Infos: Stadtwerke Merseburg

Nordrhein-Westfalen50 Prozent der Kosten einer Wallbox, höchstens 1000 Euro. Mehr Infos: Bezirksregierung Arnsberg
Sachsen1000 Euro plus 200 Euro pro kw/h beim Einbau einer Wallbox inkl. Stromspeicher.
Mehr Infos: Sächsische Aufbaubank

 

Aber nicht nur Wallboxen und Stromanschlüsse werden von Stadtwerken oder Kommunen gefördert. Manche Energieversorger zahlen auch Prämien an Kunden aus, die sich ein neues E-Auto anschaffen – zusätzlich zum Umweltbonus. Die Logik dahinter ist nachvollziehbar: Wer ein E-Auto besitzt, kauft aller Wahrscheinlichkeit nach mehr Strom – wird also in Zukunft zu einem (noch) besseren Kunden.

Im Grunde sind diese Zuschüsse also nichts anderes als ein Kundenbindungsprogramm. Das bedeutet auch: Niemand sollte sich von ein paar Hundert Euro extra dazu verleiten lassen, einen zu teuren Stromvertrag abzuschließen – am Tarifvergleich führt für Umsteiger auf die Elektromobilität kein Weg vorbei. Wer aber seinem örtlichen Energieversorger treu bleiben – oder zu ihm wechseln – will, der sollte sich nach Förderangeboten erkundigen.

 

Hier wird gefördertFörderung
Karlsruhe500 Euro Förderung von Ökostrom bei E-Auto-Kauf

Mehr Infos: Stadtwerke Karlsruhe Ökostrombezug

200 Euro bei normalem Strombezug der Stadtwerken bei E-Auto-Kauf. 

Mehr Infos: Stadtwerke Karlsruhe Strombezug

Aachen500 Euro Zuschuss bei E-Auto-Kauf, 250 Euro Zuschuss für Plug-In-Hybride.

Mehr Infos: STAWAG Aachen

Frankfurt/OderBis zu 1000 Euro bei E-Auto-Kauf und Bezug von Ökostrom.

Mehr Infos: Stadtwerke Frankfurt/Oder

Neuwied500 Euro bei E-Auto-Kauf.

Mehr Infos: Stadtwerke Neuwied

Lindau200 Euro Gutschrift auf Stromrechnung bei E-Auto-Kauf.

Mehr Infos: Stadtwerke Lindau

Versmold300 Euro bei E-Auto-Kauf.

Mehr Infos: Stadtwerke Versmold

Sigmaringen150 Euro bei E-Auto-Kauf.

Mehr Infos: Stadtwerke Sigmaringen

Brühl2000 kw/h bei E-Auto-Kauf.

Mehr Infos: Stadtwerke Brühl

Zweibrücken500 Euro bei E-Auto-Kauf.

Mehr Infos: Stadtwerke Zweibrücken

Frankfurt/Main250 Euro bei E-Auto-Kauf und Werbeaufkleber am Auto.

Mehr Infos: Mainova

Wir wollen diese Übersicht immer wieder aktualisieren. Wenn ihr weitere Zuschuss- und Förderprogramme aus eurer Region kennt, schreibt uns diese gerne an thomas.paulsen@adac.de. 

Lest hier unsere Alltagstipps für E-Autos.

Erfahrungsbericht: So sieht der Alltag mit dem E-Auto aus.

Text: Thomas Paulsen


4 Kommentare

  1. Friedhelm Böttger sagt:

    Vorwort: Ich begrüße auch alle Aktivitäten und Berichte zum Umweltschutz. Sie sollten aber alle Tatsachen berücksichtigen und nicht nur fordern,sondern auch klar sagen was muß alles getan werden, damit es funktioniert.
    Es haben zu viele die Deutungshoheit, ohne die Vorraussetzungen zu kennen, dies führt auch zu schlechten, unausgereiften Forderungen, Berichten und Gesetzen.

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    sie wissen doch bestimmt, dass im Haushalt nicht sehr viele Geräte an einer Steckdose angeschlosssen werden können,
    damit es nicht zu einem Kabelschmorbrand oder Sicherungsausfall kommt, weil der entsprechende Leitungsquerschnitt
    im Haus nicht verlegt ist. Das gleiche trifft auch auf die Stromnetz-Infrastruktur zu.

    Gemeint sind damit die Leitungsquerschnite und die damit limitierten Stromdurchleitungskapazitäten in den Straßen.
    In Kurzform es sind nicht die erforderlichen Leitungsquerschnitte in den Straßen der Städte und Gemeinden verlegt.

    In ihrem Beitrag schreiben Sie dass der ADAC überall in Garagen,Carports.. Ladestationen fordert und es begrüßt.
    Ich würde es auch begrüßen, aber leider fehlt, was es in der Wirklichkeit bedeutet.

    Sie tun so als wäre nur eine Ladestation notwendig. Ist dies die Meinung vom ADAC ?
    Ich hoffe dass der Gesetzgeber kein Desaster anrichtet mit einem Gesetz, welches nur die Eigentümer zum Bau von Ladestationen verpflichtet,ohne Rücksicht, ob die Stromnetze überhaupt dafür ausgebaut sind, bzw. ausgebaut werden müssen.
    Zusätzliche Leitungsnetze(Kabel in den Straßen) gehören auch dazu!

  2. Jörg sagt:

    Die übliche heimische Wallbox lädt mit 11-22 kW, wobei das nur für Fahrzeuge gilt, die auch dreiphasig laden können. Das sind nicht viele. Bezahlbar ist davon nur die Zoe.
    Und solange Durchlauferhitzer mit 22 kW erlaubt sind und man sich nicht beim Baden mit den Nachbarn absprechen muss, sehe ich keine Probleme.

  3. Wolfgang Wendt sagt:

    Ich habe mir im Dezember 2017 einen BMA I3gekauft und dazu eine passende Wallbox. Diese ist über eine separate Leitung
    am Zählerschrank angeschlossen. Wenn der Fahrzeugacku leer ist, dauert die Aufladung ca. 3,5 Stunden.
    Nachdem die Solaranlage auf dem Dach in Funktion ist, wird der Acku über eine separate Leitung bei guter Sonnenstrahlung
    mit der überschüssigen Energie geladen, die am Wechselrichter gestartet wird.

    • saalC sagt:

      Hallo Herr Wendt, eine interessante zusätzliche Anwendung. Können Sie sagen wieviel der Akkukapazität sie auf diese Weise über die Sonne aufgeladen bekommen?

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