Unterwegs mit dem Elektro-Tuk-Tuk

Eigentlich knattern sie lärmend durch asiatische Megacitys – die dreirädrigen Tuk-Tuks. Sie dienen als Taxi oder Transportmittel für Lasten aller Arten. Neuerdings fährt auch eines im Münchner Umland – als umweltfreundliches e-Tuk-Tuk.

"Eigentlich fährt sich das Ding wie ein Kinderkarussell – nur geradeaus statt im Kreis", beschreibt Armin Rösl das Fahrgefühl in seinem neuen, hellgrünen Gefährt aus Blech mit einem Fuchsschwanz an der Antenne. Seit Kurzem ist er Besitzer des e-Tuk-Tuks, mit dem er in Poing bei München seine Runden dreht und ganz nebenbei auch noch Spenden sammelt.

Ein Elektro-Tuk-Tuk in Poing

e-Tuk-Tuk
Armin Rösl vor seinem e-Tuk-Tuk.

"Als ich unseren evangelischen Pfarrer in seinem e-Tuk-Tuk gesehen habe, wollte ich unbedingt auch eins haben. Und zwar sofort", erklärt Rösl. Neben dem Fahrspaß spielte aber auch der ökologische Gedanke eine zentrale Rolle.

Über einen chinesischen Online-Händler recherchierte und bestellte er seine dreirädrige Rikscha. "Drei Monate später kam die Lieferung auf dem Seeweg." Rösl machte sich an die Arbeit und rüstete das Tuk-Tuk um. Er baute fünf Autobatterien ein und montierte auf dem Dach eine Solarpaneele. "Bei der momentanen Sonnensituation sind die Batterien im Nu vollgeladen", schwärmt Rösl. Bei Regen hängt er das e-Tuk-Tuk an die Steckdose.

Nach einem Posting auf Facebook Ende Juni begann dann der mobile Spaß. Er fährt mit seinem e-Tuk-Tuk durch Poing, und wer den Daumen raushält, den nimmt er mit – gegen eine freiwillige Spende. Besonders Kinder lieben die Fahrten mit Rösl. Die Einnahmen aus den Tuk-Tuk-Rundfahrten kommen in vollem Umfang seinen Patenkindern der "Stiftung Regentropfen – Bildung zum Leben" in Ghana zugute. "50 Cent sollten es gerne sein", sagt der e-Tuk-Tuker. "Viele meiner Mitfahrer geben aber auch deutlich mehr – das freut mich natürlich für das Projekt". Den Taxifahrern macht er dabei natürlich keine Konkurrenz, die Sache macht ihm einfach Freude.

Mit dem e-Tuk-Tuk zur Arbeit

In Rösls Version ist das e-Tuk-Tuk ein sogenanntes Elektrotrike, für das ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und Fahrerlaubnis benötigt wird. Schneller als 30 km/h fährt es nicht – aber Rösl reicht das vollkommen. Die Reichweite seines Mobils beträgt zwischen 60 und 80 Kilometer und so tukert Rösl auch zu seinen beruflichen Terminen in der Umgebung. Die Aufmerksamkeit ist ihm sicher. Und der Fuchsschwanz ist ein Relikt aus den 1980er-Jahren – "der hing schon an meinem Bonanza-Fahrrad", schmunzelt Rösl.

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