Drohnen – diese Regeln solltet ihr kennen

Die Anzahl der Drohnen nimmt stark zu. Eine Drohnen-Verordnung soll die Sicherheit am Himmel garantieren.

In Deutschland gibt es zurzeit etwa 400.000 Drohnen. Bis zum Jahr 2020 werden es bis zu 1,2 Millionen sein. Höchste Zeit für klare Regeln. Seit April 2017 gibt es eine Drohnen-Verordnung mit dem primären Ziel, Drohnenflüge sicherer zu machen.

Was ist eine Drohne?

Unbemannte Fluggeräte werden umgangssprachlich als Drohnen bezeichnet. Dabei unterscheidet das Luftrecht streng zwischen “unbemannten Luftfahrtsystemen” und “Flugmodellen”. “Unbemannte Luftfahrtsysteme” werden ausschließlich gewerblich genutzt. “Flugmodelle” hingegen nutzt man nur zum Zweck des Sports oder der Freizeitgestaltung.

Warum braucht es eine Drohnen-Verordnung?

Drohnen sind schon längst mehr als ein Hightech-Trendspielzeug. Ihre Zahl nimmt ständig und rapide zu. Die Folge: wachsende Sicherheitsprobleme im städtischen Raum, gerade in niedriger Höhe. Darüber hinaus entwickeln sich die unbemannten Fluggeräte zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Drohnen müssen demnach in den zivilen Luftfahrtraum integriert werden, wie es nicht nur unsere Experten, sondern auch der im September 2017 gegründete Verband Unbemannte Luftfahrt fordert. Erste Schritte hierzu regelt die Drohnen-Verordnung, die seit April 2017 in Kraft ist, und sich jetzt in der Praxis bewähren muss.

Was regelt die Verordnung?

Die Drohnen-Verordnung stammt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und regelt die Bedingungen, unter denen Drohnen außerhalb von Modellflugplätzen zu fliegen haben. Wie wichtig dies ist, zeigt die Anzahl von Zwischenfällen mit Drohnen im Bereich großer deutscher Flughäfen: Waren es 2014 gerade einmal 15, erhöhte sich die Zahl 2016 schon auf 60, bis zum 9. Oktober 2017 lagen bereits 72 Meldungen vor. “Jeder Zwischenfall mit einer Drohne ist einer zu viel”, konstatiert die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Auch für die Hubschrauber der ADAC Luftrettung stellen sie eine Bedrohung dar.

Die wichtigsten Regeln der Drohnen-Verordnung

Generell gilt:

  • Flugobjekte dürfen ausschließlich in Sichtweite geflogen werden.
  • Unter 100 Metern Flughöhe gelten für sie die gleichen Regeln wie für Modellflugzeuge.
  • Drohnen müssen prinzipiell bemannten Luftfahrzeugen ausweichen.

Verboten sind:

  • Jede Form von Behinderung oder Gefährdung
  • Flüge in über 100 Metern Höhe (Ausnahmen erteilen die Landesluftfahrtbehörden)
  • Der Betrieb von Drohnen in und über “sensiblen Bereichen” wie z.B. Menschenansammlungen, Hauptverkehrswegen, An- und Abflugbereichen von Flughäfen, Einsatzorten von Polizei und Feuerwehr, militärischen Anlagen, Wohngrundstücken

Zusätzlich gelten folgende – je nach Gewicht gestaffelte – Regeln:

  • Drohnen mit einer Startmasse ab 0,25 Kilo
    Für diese Drohnen besteht eine Kennzeichnungspflicht. Name und Adresse des Eigentümers müssen mit einer dauerhaften und feuerfesten Plakette am Fluggerät angebracht sein.
  • Drohnen mit einer Startmasse ab 2 Kilo
    Für sie muss zusätzlich zur Kennzeichnungspflicht ein Drohnen-Führerschein erworben werden, ein sogenannter Kenntnisnachweis. Seit dem 1. Oktober 2017 ist dieser verpflichtend. Dabei werden die Anwendung und die Navigation von unbemannten Fluggeräten, die einschlägigen luftrechtlichen Grundlagen sowie die örtliche Luftraumordnung abgefragt. Wichtig: Der Kenntnisnachweis ist beim Fliegen stets mitzuführen, Mindestalter 16 Jahre. Falls ihr eine Pilotenlizenz besitzt, reicht diese als Drohnen-Führerschein aus. Weitere Infos zum Kenntnisnachweis findet ihr hier.
  • Drohnen mit einer Startmasse ab 5 Kilo
    Für diese müsst ihr außerdem eine Aufstiegserlaubnis haben. Diese erteilen die Landesluftfahrtbehörden.

Risiken für den Straßenverkehr?

Sollte euch eine Drohne im Straßenverkehr bedenklich nahe kommen, geben unsere Experten vor allem einen Rat: Lasst euch nicht ablenken, konzentriert euch weiterhin nur auf den Straßenverkehr. Sollte es zu einem Absturz der Drohne kommen, in den ihr mit eurem Fahrzeug verwickelt werdet, haftet derjenige, der sie steuert. Wer das ist, sagt euch die oben genannte Kennzeichnung. Gut zu wissen: Drohnenpiloten müssen in Deutschland seit 2005 eine Haftpflichtversicherung haben.

Und die Zukunft?

Einer Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) zufolge beträgt das weltweite Marktpotenzial für drohnenbasierte Geschäftsanwendungen bis zum Jahr 2020 etwa 130 Milliarden US-Dollar. Vor allem in den Feldern Luftverkehr (Wartung von Flugzeugen, Kontrollen von Startbahnen), Landwirtschaft (präzise Bewirtschaftung), Energie (Überprüfung von Energieeinrichtungen), Logistik (Auslieferungen) und Bauwirtschaft (Datenerfassung) sind Drohneneinsätze möglich. Aber auch im Verkehrsmanagement oder im Rettungswesen können Drohnen sinnvoll eingesetzt werden. 2014 flog der Postanbieter DHL erstmals mit einer Drohne eilige Arzneimittel auf die schwer erreichbare Nordseeinsel Juist. Und in Dubai startete im Oktober 2017 eine Drohne, die Menschen transportieren soll.

Im internationalen Raum arbeitet die Europäische Agentur für Luftsicherheit (EASA) an einem eigenen Verordnungsvorschlag auf europäischer Ebene. Sobald dieser in Kraft getreten ist, würden Harmonisierungen mit der Ebene des nationalen Rechts erfolgen.

Sicherheit an Flughäfen: Das solltet ihr wissen.


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