Digitales Testfeld Autobahn

Auf digitalen Testfeldern werden in Deutschland neue Mobilitätstechnologien im Realverkehr getestet. Besonders automatisiertes und vernetztes Fahren sollen so gefördert werden. Wir nehmen euch mit auf das "Digitale Testfeld Autobahn".

Auf der A 9 zwischen Nürnberg und München wurde im September 2015 auf 140 Kilometern Länge das bisher bundesweit einzige Digitale Testfeld Autobahn (DTA) eingerichtet. Betreiber sind das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) und der Freistaat Bayern.

Digitales Testfeld Autobahn auf der A9

Seitdem steht es Unternehmen der Automobil- und Zulieferindustrie, Telekommunikationsunternehmen und Forschungseinrichtungen zur Erprobung zukunftsweisender Technologien zur Verfügung. Getestet werden Techniken wie Sensoren und Messeinrichtungen sowie die Kommunikation von Fahrzeugen untereinander oder von Fahrzeugen mit der Infrastruktur.

Auf dem Digitalen Testfeld Autobahn geht es um drei thematische Schwerpunkte:

  • Automatisierte Fahrfunktionen
  • Vernetzte Fahrfunktionen
  • Intelligente Infrastruktur

5G, Platooning und Radar-Sensorik - die Zukunft wird hier Gegenwart

Landmarkenschilder, A9, Testfeld Digitale Autobahn
Sogenannte Landmarkenschilder sollen selbstfahrenden Autos auf der A9 helfen, ihren Standort genau zu kennen.

Unter diesen Vorgaben wurden seit dem Start des DTA mehrere Projekte in die Wege geleitet bzw. bereits umgesetzt, die das Digitale Testfeld Autobahn zur "ersten volldigitalisierten und vollvernetzten Straße weltweit für das automatisierte Fahren" machen, wie es der ehemalige Bundesverkehrsminster Alexander Dobrindt 2016 beschrieb. Dies sind die zentralen Projekte auf der A 9:

  • Der Abschnitt wird zentimetergenau als digitale HD-Karte erfasst. Hochautomatisierte Fahrzeuge können somit sehr präzise über die Fahrbahn gesteuert werden. Auch das sogenannte Lkw-Platooning ist bereits in der Erprobungsphase. Hierbei werden mehrere hintereinander fahrende Lkw vom ersten Fahrzeug des "Platoons" aus ferngesteuert.
  • Entlang des Streckenabschnitts wird eine hochmoderne Mobilfunk-Infrastruktur errichtet, um den künftigen Mobilfunkstandard 5G bei der Car-to-Car-Echtzeitkommunikation zu testen. Mit 5G lassen sich die Reaktionszeiten auf den Millisekunden-Bereich reduzieren.
  • Modernste Radar-Sensorik kommt zum Einsatz: Darüber werden hochpräzise Echtzeit-Daten zu Verkehrsfluss, Verkehrsdichte, Geschwindigkeit und Fahrverhalten gewonnen.

WLAN auf Autobahnparkplätzen

Im Rahmen des Themenschwerpunkts "Intelligente Infrastruktur" wurde im Februar 2018 auf sechs unbewirtschafteten Parkplätzen längs des Digitalen Testfelds Autobahn WLAN eingerichtet. Mit diesem Pilotversuch auf der A 9 sollen Erfahrungen gewonnen werden, in welchem Umfang Verkehrsteilnehmer überhaupt WLAN auf unbewirtschafteten Parkplätzen nutzen. Dabei geht es um Fragen wie erforderliche Bandbreiten, Anzahl der Nutzer oder Verfügbarkeit des Services. Auf folgenden Parkplätzen steht das WLAN zur Verfügung:

• "Gelbelsee Ost" und "Gelbelsee West" südlich von Greding
• "Baarer Weiher Ost" und "Baarer Weiher West"
• "Rohrbach Ost" und "Rohrbach West" südlich von Ingolstadt

Demnächst folgen sollen die Parkplätze "Paunzhauser Feld" und "Eichfeld" nördlich von München.

So sieht das BMVI das Digitale Testfeld Autobahn:

Hier erfahrt ihr, wie das automatisierte Auto funktioniert. 

In diesem Blogbeitrag stellen wir euch "Die 5 Stufen des automatisierten Fahrens" vor. 

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3 Gedanken zu “Digitales Testfeld Autobahn

  1. Habe gerade die neue „Motorwelt“ gelesen und kann nur sagen:
    Schöne neue Welt!
    Darf ich dann als Tourist mit meinem nicht vernetzten Auto auf der A 9 noch fahren? Auf der rechten Spur dann die vernetzten Lkw’s, die im Konvoi im Abstand von 15 Metern im Windschatten hintereinander her fahren, so daß ich bei der Ausfahrt nicht mehr von der Autobahn runterkomme. Das ist ja bei dem Lkw-Verkehr heute schon ein Problem, gegebenenfalls die Ausfahrt nehmen zu können.
    Wenn dann da noch ein Konvoi mit 5 oder mehr Lkw’s in dichtem Abstand fährt: muß ich dann „sicherheitshalber“ schon mal 5 km vor meiner Ausfahrt versuchen, die rechte Spur zu kriegen, um dann die Ausfahrt nehmen zu können?

    • Hallo Peter, deine berechtigte Frage wird auch im von dir erwähnten Motorwelt-Artikel aufgegriffen: „Die Gefahr, dass künftig ellenlange Gespanne die rechte Spur blockieren und Pkw Mühe haben, zur Ausfahrt zu kommen, sieht Projektleiter Peter Strauß nicht: „In verkehrsreichen Ländern wie Deutschland sind nur `Platoons´ von zwei bis drei Fahrzeugen sinnvoll (…) Aber in Flächenländern wie Kanada oder Australien mit endlosen Weiten und langen Strecken kann er sich auch mehr vorstellen. „Sechs bis acht Fahrzeuge sind technisch machbar“, sagt Strauß. Viele Grüße

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