Beifahrer: 5 Sünden und wie es besser geht

Die einen sind komplett verkrampft und kriegen ständig einen Riesenschreck, andere wissen alles besser und geben ungefragt Befehle, andere schlafen einfach: Wohl jeder kennt nervige Beifahrer. Dabei ist es gar nicht so schwer, ein guter Beifahrer zu sein. Was ihr vermeiden solltet und Tipps von unserer Verkehrspsychologin Nina Wahn, wie ihr es besser macht.

Den Fahrer unterhalten, helfen, den Weg zu finden und ein Wasser überreichen: Gerade bei langen Fahrten können Beifahrer ein wahrer Segen sein. Doch vielen ist gar nicht bewusst, dass ihr Verhalten für eine sichere Ankunft eine große Rolle spielt. Diese 5 Sünden solltet ihr vermeiden:

  • Fahrer ablenken

    Ständig den Radiosender wechseln, die Musik laut aufdrehen oder dauertelefonieren  ̶  das kann den Fahrer schnell nerven. Denn er muss sich auf den Verkehr konzentrieren, damit ihr sicher ans Ziel kommt.
    Besser: Fragt den Fahrer nach seinem Musikwunsch, dreht das Radio nicht zu laut auf und klärt vorab, ob ihn ein Telefonat stören würde. Verkehrspsychologin Nina Wahn: „Auch gemeinsam mit dem Fahrer auf den Verkehr achten, um ein Gespräch in kritischeren Situationen kurz unterbrechen zu können, hilft dem Fahrenden.“

  • Schlafen

    Als Beifahrer im Auto zu schlafen ist zwar nicht verboten, kann jedoch gefährlich werden. Gerade lange Fahrten in der Nacht werden für den Fahrer ohne Unterhaltung schnell eintönig und ermüden ihn. Außerdem stecken schlafende Beifahrer den Fahrer an und machen auch ihn müde.
    Besser: Nehmt Rücksicht, bleibt wach, unterhaltet euch. "Wenn ihr merkt, dass der Fahrer müde wird, schlagt unbedingt eine Pause vor oder bietet an, eine Zeit lang selbst zu fahren", so Nina Wahn.

  • Fahrer kritisieren

    Besserwisser oder Mitbremser kommen nicht gut an. Denn jeder hat seinen eigenen Fahrstil, und den solltet ihr respektieren, solange sich der Fahrer an die Verkehrsregeln hält. Unsachliche Kommentare verunsichern den Fahrer, im schlechtesten Fall fährt er vielleicht besonders riskant, um zu zeigen, wer das Sagen hat.
    Besser: Berechtigte Kritik könnt ihr während einer Pause ansprechen, unsachliches Genörgel ist tabu. Unter keinen Umständen ins Lenkrad greifen oder laut werden. Nina Wahn rät: „Insbesondere, wenn man als Mitfahrer Angst verspürt, sollte das unbedingt angesprochen werden – am besten aus der Ich-Perspektive. Der Fahrer sollte in seiner Fahrweise dann entsprechend Rücksicht nehmen.“

  • Falsche Routenhinweise geben

    Wenn ihr nicht auf die Fahrstrecke achtet oder rechts und links verwechselt, solltet ihr euch Hinweise besser sparen, da sie den Fahrer verwirren.
    Besser: Ideal ist es, wenn ihr euch die Strecke schon vor der Fahrt im Internet angesehen habt und bei Bedarf Hinweise für den richtigen Weg geben könnt. Auch das Navi bedienen oder Straßenkarten lesen helfen, dass sich der Fahrer nicht selbst damit beschäftigen muss.

  • Probleme diskutieren oder streiten

    Emotional aufgeladene Diskussionen solltet ihr im Auto vermeiden. Denn der Fahrer muss sich voll auf den Verkehr konzentrieren können. „Ein Streit oder der Versuch, ein komplexes Problem zu lösen, binden unheimlich viele mentale Ressourcen. Die stehen dann nicht mehr oder erst verzögert für Entscheidungen im Straßenverkehr zur Verfügung“, so Nina Wahn.
    Besser: Gelassen und entspannt bleiben, mit dem Fahrer reden, ihn auch mal loben, das hilft besser als zu streiten.

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