Autos im Abo

Oper, Zeitschrift, Klingeltöne - im Abo gibt es heute fast alles. Aber Autos? Auf der Autoshow in Detroit präsentierten Mercedes und BMW ihre Pläne zu einem neuen Vertriebsmodell: Autos im Abo. 

Autos konnte man bisher vor allem leasen, finanzieren oder kaufen. Mercedes und BMW gehen nun neue Wege. In Pilotprojekten wollen die deutschen Hersteller 2018 in regionalen Märkten der USA nun erstmals Abo-Modelle testen. Porsche, Audi und Cadillac sind schon einen Schritt weiter und erproben dort bereits diverse Varianten.

Porsche und Cadillac als Vorreiter

Mit dem "Porsche Passport" ist es im US-amerikanischen Georgia seit November 2017 möglich, alle 22 angebotenen Modelle im Abo auszuwählen. Heute fährt man mit der Flatrate einen Panamera und am Wochenende leiht man einen Boxster aus - möglich wird dies durch eine Art Lieferservice, der den gewünschten und vorbestellten Wagen vor die Haustür fährt und nach Nutzung dort auch wieder abholt. Klingt gut - kostet in den USA aber 2000 bis 3000 Dollar im Monat, je nach Abo-Variante. Dafür ist das Abo von Monat zu Monat kündbar, und es wird nur das Benzin fällig. Vor allem jünger Käufer sollten mit dem Abo-Modell an die Marke gebunden werden.

Auch Cadillac hat mit "Book by Cadillac" ein vergleichbares Angebot aufgebaut. Die Kosten für die Auswahl aus neun Modellen liegen monatlich bei 1500 Dollar. Auch hier verbirgt sich hinter der Bindung auf Monatsbasis vor allem eines - den Kunden maximale Flexibilität zu bieten. "Zulassung, Steuern, Versicherung und Wartungskosten sind in der Monatspauschale enthalten, die keine Kilometerbegrenzung vorsieht", informiert Cadillac. Es ist geplant, das Programm in absehbarer Zeit in Deutschland anzubieten.

Abo-Modell: Lerneffekte nutzen

Bei Daimler und BMW geht es erst einmal darum, mit dem für die Konzerne neuartigen Abo-Modell grundlegende Erfahrungen zu sammeln. "Wir wollen lernen", erklärte Britta Seeger, Vertriebsvorstand bei Daimler, gegenüber Automotive News Europe. Das Abo-Modell soll in verschiedenen Märkten getestet werden, den Anfang machen die USA. Natürlich will man herausfinden, ob ein derartiges Modell zukunftsfähig und für den Konzern profitabel sein kann.

Bei BMW geht es in eine ähnliche Richtung. Ebenfalls in den USA, wie Amerika-Chef Bernhard Kuhnt im Januar 2018 bekannt gab. Auch wenn man sich noch vorsichtiger als Daimler gibt. In Zusammenarbeit mit BMW Financial Services soll "höchstwahrscheinlich" ein Pilotprojekt ins Rollen gebracht werden. Auch die Münchner wollen zunächst lernen und verstehen, welche Probleme ein Abo-Modell mit sich bringt. Einen exakten Starttermin haben beide Unternehmen noch nicht verkündet.

Lest hier alles über das smarte Auto Byton.

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