Fluggäste fordern Ausgleichszahlung nach Notlandung

Wegen eines brennenden Ersatzakkus an Bord eines Flugzeugs auf dem Weg von Düsseldorf nach Las Palmas entschied sich der Pilot für eine Notlandung. Der darauf folgende Rückflug der Maschine konnte nicht planmäßig stattfinden, wodurch sich die Ankunft um mehr als sechs Stunden verspätete. Einige Fluggäste verlangten Ausgleichszahlungen.

Auf einem Flug von Düsseldorf nach Las Palmas geriet ein Handy-Ersatzakku eines Passagieres in Brand. Die Crew konnte mithilfe von Feuerlöschern den Brand der Powerbank löschen. Dennoch entschied sich der Pilot, die Maschine aus Sicherheitsgründen in Bordeaux notzulanden. Eine Ersatzmaschine brachte die Fluggäste anschließend sicher nach Las Palmas.

Durch diesen Zwischenfall sowie eine fehlende Startfreigabe verzögerte sich der geplante Rückflug der Maschine von Spanien nach Deutschland um mehr als sechs Stunden. Wegen des Nachtflugverbots in Düsseldorf musste die Maschine in Köln landen. Die betroffenen Passagiere klagten daraufhin auf Ausgleichszahlungen. Ihrer Ansicht nach sei das Ereignis an Bord der Risikosphäre der Airline zuzuordnen.

Außergewöhnlicher Umstand

Die Airline verweigerte die Zahlung. Sie habe alles organisatorisch Mögliche getan und schlussendlich sei bereits zwei Stunden nach dem Vorfall ein Ersatzflugzeug zur Verfügung gestanden. Es habe sich bei dem Brand um einen außergewöhnlichen Umstand gehandelt, mit dem die Fluggesellschaft nicht rechnen konnte.

Die Richter urteilten, dass es der Airline unzumutbar war, das beschädigte Flugzeug für den Weiterflug einzusetzen sowie vor Ort ein weiteres Flugzeug bereitzuhalten. Mit der Bereitstellung der Ersatzmaschine zwei Stunden nach der Notlandung habe die Fluggesellschaft alles ihr Mögliche getan, um weiteren Schaden zu verhindern. Demnach wies das Gericht die Klage ab, die Passagiere gingen leer aus.

Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, Urteil vom 30.03.2017, Az.: 205 C 85/16

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