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Darum blinken viele Autofahrer nicht

Blinkmuffel im Visier: Nur etwa zwei Drittel aller Autofahrer setzen den Blinker.

Die einen denken nicht dran zu blinken, die anderen wissen nicht, wie es richtig geht: Blinkmuffel verhindern die Verständigung auf der Straße. Das macht das Miteinander schwer und provoziert Unfälle.

„Ich bin auf der Rechtsabbiegerspur, warum noch blinken?“ Solche Argumente und Ausreden von Autofahrern hört man immer wieder. Vielen scheint schlicht nicht bewusst zu sein, dass sie etwas falsch machen.

ADAC Verkehrspsychologin Nina Wahn sieht darin einen der beiden Hauptgründe, warum so viele Blinkmuffel unterwegs sind. „Zahlreiche Autofahrer vergessen das Blinken mit der Zeit. Zunächst ist es eher Bequemlichkeit, die im Normalfall keine Konsequenzen hat.“ Kein Unfall, kein Rempler, kein Problem. „Dann schleifen sich die schlechten Gewohnheiten mit der Zeit ein.“

Der zweite Grund, warum der kleine Hebel neben dem Lenkrad so selten betätigt wird: „Viele wissen in bestimmten Situationen gar nicht, dass geblinkt werden muss“, erklärt Nina Wahn. Beispiel „abknickende Vorfahrt“ oder „Kreisverkehr“. Hier haben wir alle Situationen aufgelistet, in denen man blinken muss.

Unsere Animation auf Facebook zeigt, wie man sich korrekt im Kreisverkehr verhält – und wann man den Blinker setzen muss.

 

Blinkmuffel: Ein Unfall kann teuer werden

Auch wem ein Verwarnungsgeld von 10 Euro nicht wehtut, der sollte nicht vergessen: Verursacht ein Blinkmuffel einen Unfall, kann das teuer für ihn werden. Beispiel: Spurwechsel ohne Blinken. „Bei solchen Zusammenstößen trifft denjenigen, der nicht blinkt, meistens die Hauptschuld“, so Jost Kärger, Leiter Verkehrsrecht beim ADAC. Generell warnt der Jurist: „Ein Fahrspurwechsel darf in keinem Fall erzwungen werden. Auch wer blinkt, darf nicht einfach rüberziehen, sondern muss sich versichern, dass Platz ist.“

Das Amtsgericht Bad Segeberg etwa sprach einem Autofahrer die Alleinhaftung zu, der an einem parkenden Auto am Straßenrand vorbeifahren wollte, den Blinker nicht rechtzeitig setzte und auf die linke Spur zog. Dort fuhr ein anderes Auto auf.

Ebenso alltäglich wie ärgerlich sind die Falschblinker. Ein Autofahrer auf der Vorfahrtstraße blinkt rechts, fährt aber geradeaus weiter. Ein anderer kommt aus einer Seitenstraße, verlässt sich auf das Signal und biegt in die Hauptstraße ein. Es kracht. Obwohl der Falschblinker meist um die 50 Prozent Mitschuld bekommt, haftet auch der andere bei einem Unfall. Jurist Kärger: „Autofahrer dürfen sich nicht blind auf ein Blinksignal verlassen. Im Zweifelsfall erst abwarten, was der andere wirklich macht.“

Text: Petra Zollner, ADAC Motorwelt 2/2017


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Johannes
Johannes
Jahrgang 1985. Geboren und aufgewachsen in München, Studium in Passau. In der ADAC Online-Redaktion volontiert und gleich geblieben.

22 Comments

  1. Ingo Kubis sagt:

    Ich finde es bezaubernd wie gewandt die Verkehrspsychologin die Kurve zur Blinker-Amnesie hinbekommt. Als Nichtmediziner habe ich aber einen etwas anderen Blick darauf.

    Aus meiner Perspektive leiden unter dieser Amnesie nicht nur routinierte Autofahrer, sondern auch Fahranfänger. Daher ist ein schleifender Prozess eher die Ausnahme als die Regel.

    Meiner Meinung nach liegt es an der Grundeinstellung der Fahrzeugführer. Für die einen ist es uncool den Blinker zu setzen und den anderen ist es einfach piepegal, Hauptsache sie selbst wissen wo sie hinfahren möchten.

    • Jens sagt:

      vielleicht würden die Leute ja wieder mehr blinken, wenn es dafür eine App auf ihrem Smartphone gäbe – dann müssten sie es auch beim Abbiegen nicht mehr aus der Hand legen… 🙁 mal ehrlich: solange Autofahrer sich nicht mehr richtig auf den Straßenverkehr konzentrieren, sondern mehr ihrem Beifahrer und/oder mobilen Begleiter beschäftigt sind, haben wir ganz andere Probleme als die „Blinker-Amnesie“…

    • Anonymous sagt:

      Moin

      ich erlebe es fast täglich, daß Fahrzeuge in jedwede Richtung abbiegen / ausscheren ohne zu blinken. Teilweise so extrem, daß der nachfolgende Verkehr beeinträchtigt wird. Besonders schlimm ist es in Großstädten bzw der Autobahn.
      Meiner Meinung nach liegt das vorallem am fehlenden Bewusstsein der Notwendigkeit bzw der fehlenden Kontrolle durch die Behörden. Bringt ja auch relativ wenig Kohle in die Stadtkasse. Geschwindigskeitskontrollen sind einfacher und lohnender.

    • Anonymous sagt:

      Ganz genau so ist es! Bei den meisten entspringt das Nichtblinken der Arroganz und Überheblichkeit. „Blinker-Amnesie“, ich lach mich tot.
      Deftige Strafen und vor allem Kontrollen wäre die richtige Therapie für diese „Amnesie“. Ich bin jetzt 40 Jahre auf den Straßen unterwegs
      und etliche davon auch auf schweren Motorrädern und ich sage: Es passt sooo treffend zu dieser Gesellschaft.
      Die Rücksichtslosigkeit ist ja überall zu spüren nicht nur auf den Straßen.
      Aber sollte mich einer mit einer „Handy- oder Blinker-Amnesie“ vom Motorrad holen, wird er meine „Amnesie“ kennenlernen, sofern ich noch
      laufen kann.

    • A. Krém sagt:

      Ganz genau so ist es! Bei den meisten entspringt das Nichtblinken der Arroganz und Überheblichkeit. „Blinker-Amnesie“, ich lach mich tot.
      Deftige Strafen und vor allem Kontrollen wäre die richtige Therapie für diese „Amnesie“. Ich bin jetzt 40 Jahre auf den Straßen unterwegs
      und etliche davon auch auf schweren Motorrädern und ich sage: Es passt sooo treffend zu dieser Gesellschaft.
      Die Rücksichtslosigkeit ist ja überall zu spüren nicht nur auf den Straßen.
      Aber sollte mich einer mit einer „Handy- oder Blinker-Amnesie“ vom Motorrad holen, wird er meine „Amnesie“ kennenlernen, sofern ich noch
      laufen kann.

    • wowiki sagt:

      Wolfgang
      ich finde es zum kotzen dieses Nicht-Blinken ! Und glaube eher,dass es
      1. mehr als 2/3 sind ( sein müssen ; habe schon öfter mal drauf geachtet : von 5 ! blinken evtl. 2 .)

      2. dass viele meinen es wäre einfach „cool“ ? !
      3. aus Gedankenlosigkeit
      4. weil man/frau sich mehr mit Nebendingen als das AUTOFÜHREN konzentriert ( erstmal das Handy dann….. )

      wünsche trotzdem Allzeit Gute Fahrt und Gesundes Heimkommen

  2. Saskia V. sagt:

    Guter Beitrag 🙂
    Ich persöhnlich finde es sehr wichtig darauf hinzuweisen das Blinken zum Autofahren dazu gehört.

    Habe leider zudem den Eindruck das bei Blinkmuffeln teilweise auch die dumme Einstellung vorherrscht das sie den anderen nicht zeigen wollen wo sie hinfahren ala Was geht dich das an wo ich hinwill

  3. andreas zimmermann sagt:

    und weil auf Autobahnen das Rechtsfahrgebot gilt wird auch nicht geblinkt. Warum hierzu keine Aufklärung? Funktioniert die Zusammenarbeit mit den Juristen wieder nicht?

  4. Klaus Sch. sagt:

    Und dann wundern sich die Nichtblinker noch, wenn sie bei stockendem Verkehr oder zum Spurwechsel in Autobahnkreuzen nicht rein gelassen werden…

    Erst dann blinken, wenn man schon auf die andere Spur zieht… Man kann sich ja rein quetschen…

    Mir kommt es manchmal so vor, als koste das Blinken Extragebühren. Oder die Fahrzeuge haben keinen Blinker, weil der Sonderausstattung ist…

    • Anonymous sagt:

      Nein, aber anscheinend haben sich die Leute angewöhnt, dass die Leute, die blinken, NICHT in die Lücke gelassen werden, sondern diese wird noch dicht gemacht, damit ja keiner weiterer PKW vor einem fährt und einem Platz wegnimmt.
      Ich versuche möglichst lange rechts zu fahren und zu gegebener Zeit nach links zu wechseln, um nach links abbiegen zu können… und was passiert?
      Mein Blinken wird ignoriert, die Lücke wird dicht gemacht und alles andere ist egal! Kein Wunder, dass man sich dann reindrängeln muss!

  5. Martin Gresselmeyer sagt:

    Wenn ich von jedem Blinkmuffel, den ich schon gesehen habe, 10 Cent bekommen hätte, wäre ich reich…….

  6. Wentus sagt:

    Wer nicht blinkt, hat einen Vorteil gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern: Er kann sich Vorteile erschleichen und die anderen austricksen. Nichtblinker sind also verschlagene Lügner.

  7. Mediator sagt:

    Die Nichtblinker sind einfach unfähig sich simultan aufs Fahren und Blinken konzentrieren zu können. Aufgrund dieser geistigen Schwäche kann man über jeden froh sein, der sich dazu entschließt die Blinkkompetenz zu vernachlässigen. Am besten wäre es natürlich, wenn solche Leute aufs Fahren verzichten, aber das ist wohl utopisch.

  8. Obertreis sagt:

    Die Sorte von Auto fahren ist arrogant sie meinen sie könnten Auto fahren und haben ihre eigene regeln. Das heißt sie dürfen alle andere Autofahrer nötigen und sich an nichts zu halten. Und andere zu bedrohen und nötigen. Das heißt es gibt keine StVO vür dise Arten von Autofahrer.

  9. willy sagt:

    Ja, diese Unsitte des „Nichtblinkens“ finde ich einfach dumm, verantwortungslos und zum Kotzen.
    Mich stört dies noch mehr als das dichte Auffahren, weil es weitaus häufiger geschieht.

  10. Ulrich Pesch sagt:

    Chirlu: Selbst im Kreisverkehr wird beim Ausfahren nicht mehr geblinkt nach dem Motto: ICH weiß weiß ja, dass ICH HIER `raus will – Lass den DOOfFEN doch erst abbremsen; er kann ja dann weiterfahren, wenn er`s gemerkt hat…ha, ha ,ha… 🙁

  11. Dieter sagt:

    Die Sache mit den „Blinkmuffeln“ hätte sich relativ schnell erledigt! 1000 Euro Strafe und 1 Monat Führerscheinentzug – und schon blinken wieder alle!

  12. H. Mayr sagt:

    Das heute oft nicht geblinkt wird, liegt meines Erachtens daran, daß die Leute nicht mit der vollen Konzentration beim Autofahren sind. Da wird Vieles nebenher gemacht (z.B: Smartphone usw.). Das ist oft Unkonzentriertheit. Da habe ich manchmal das Gefühl, daß die Leute vergessen haben, daß sie ein Gefährt mit oft über 100 Pferdestärken und 1,5 Tonnen lenken, also ein Vielfaches der Leistung und des Gewichtes eines Menschen. Wenn man dann noch überlegt, wieviel Meter man im Blindflug (je nach gefahrener Geschwindigkeit zurücklegt), wenn man abgelenkt ist…..
    Aber darüber machen sich eben Viele keine oder nur wenige Gedanken: „Da geht das Autofahren so nebenher, weil man ja schließlich 20 Jahre den Führerschein hat und Erfahrung / Routine hat.“
    Und das was man einmal in der Theorie in der Fahrschule gelernt hat, auch übers Blinken, haben Viele schon vergessen. Das kommt dann noch dazu.

  13. Jürgen Knuth sagt:

    Ich würde zuerst den Schilderwald aus dem Kreisverkehr entfernen , indem dort immer Vorfahrt wäre ! Einsparung Schilder warscheinlich im Millionenbereich !?
    Dann könnte man es in Deutschland wie in Österreich mal mit dem Schid im Kreisverkehr versuchen “ bei Ausfahrt Blinken „, ich fand das sehr hilfreich . Diese Schilder vor jeder Ausfahrt wären verstänlich und dürften auch Blinkmuffeln auffallen .

  14. Jürgen Knuth sagt:

    Ich würde zuerst den Schilderwald aus dem Kreisverkehr entfernen , indem dort immer Vorfahrt wäre ! Einsparung Schilder warscheinlich im Millionenbereich !?
    Dann könnte man es in Deutschland wie in Österreich mal mit dem Schid im Kreisverkehr versuchen “ bei Ausfahrt Blinken „, ich fand das sehr hilfreich . Diese Schilder vor jeder Ausfahrt wären verständlich und dürften auch Blinkmuffeln auffallen .

  15. Willi sagt:

    Auch für mich ist das Thema Nichtblinken bzw. Blinkermuffel zu einem der größten Ärgernisse im Straßenverkehr geworden, auch hier zeigt sich wieder einmal mehr wie negativ sich unsere Gesellschaft in Bezug auf Faulheit, Ignoranz und Gedankenlosigkeit hin entwickelt hat, – schlimm genug das es schon soweit gekommen ist, dennoch könnte man in vielen Bereichen so einfach gegensteuern, so auch in Bezug auf diese faulen und ignoranten Verkehrsteilnehmer.

    Würde z.B. ein Blinkmuffel bei jedem Blinkvergehen bzw. Nichtblinken intensiv angehupt werden und das Tag für Tag bei jedem einzelnen seiner Vergehen, so bin ich überzeugt würde ihn das bald nerven bzw. er sich fragen was hierfür denn der Grund sein könnte, letztendlich dann mit ziehmlicher Sicherheit sein Verhalten umstellen und künftig wieder blinken um sich das ewige Angehupe zu ersparen, – doch leider sehen mittlerweile die meisten Verkehrsteilnehmer nur noch völlig untätig zu wenn andere Fehler begehen bzw. ignorieren dieses Fehlverhalten einfach, zumindest solange sie nicht selbst davon betroffen sind, – dies ist auch tagtäglich mit ebensolchen Lichtmuffeln zu beobachten, hier fährt man lieber eine halbe Stunde hinter einem unbeleuchteten Fahrzeug nach bevor man diesen auch nur ein einziges Mal per Lichthupe auf seine fehlende Beleuchtung aufmerksam macht, wen wundert es also wenn unsere Verkehrsteilnehmer nur so fahren wie es ihnen Spaß mach bzw. am bequemsten ist, ohne Rücksicht auf Verluste!

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