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Parkplatzunfall: Wer muss wie viel zahlen?

Ein oftmals vermeintlich kleiner Schaden kann großen Ärger stiften.

Wer steht, hat keine Schuld bei einer Kollision. Oder doch? Auf einem Parkplatz wollten zwei Autofahrer ausparken. Einer von ihnen hielt an, als er einen Zusammenprall kommen sah. Ein Gericht sprach ihm dennoch eine Teilschuld zu.

Zwei Autofahrer wollten auf einem größeren Parkplatz rückwärts ausparken. Einer der Fahrer bemerkte, dass eine Kollision bevorstand und bremste seinen Pkw bis zum Stillstand ab. Der andere Fahrer reagierte nicht und die beiden Wagen stießen zusammen. Der Lenker des stehenden Fahrzeugs war der Ansicht, er hafte nicht, da der Unfall unvermeidbar gewesen sei.

Auch wer steht, kann mithaften

Die Sache ging vor Gericht. Das Landgericht Karlsruhe entschied, dass eine Haftungsquote von ¾ zu ¼ zugunsten des Stehenden angemessen sei. Zwar sei richtig, dass der Geschädigte zum Zeitpunkt der Kollision stand. Dass der Unfall unvermeidbar gewesen sei, sei aber nicht nachgewiesen. Der Sachverständige habe dargelegt, dass erst bei einer Standzeit von zwei Sekunden davon ausgegangen werden könne, dass dem anderen eine ausreichende Reaktionszeit gegeben war. Diese Zeitspanne sei aber nicht nachgewiesen. Daher hafte der Geschädigte mit.

LG Karslruhe, Urteil vom 14.04.2016, Az.: 20 S 95/14

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1 Comment

  1. Anonymous sagt:

    2 Sekunden Reaktionszeit bei Tempo 5KK/h?
    War das die Reaktionszeit des Richters?

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