Urteil: Fußgänger nachts zu dunkel gekleidet

Fußgänger mit dunkler Kleidung sind in den Abendstunden oft nur schwer zu erkennen.

Handy am Ohr, dunkel gekleidet und unaufmerksam: Eine Frau überquerte nachts eine Straße, ohne auf den Verkehr zu achten. Ein Auto erfasste sie und verletzte sie dabei schwer. Wer hat Schuld?

Eine Fußgängerin ging nachts dunkel gekleidet über eine Straße. Sie telefonierte und achtete nicht weiter auf den Verkehr. Beim Überqueren der Straße wurde sie von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Die Frau forderte von der Haftpflichtversicherung der Fahrzeuglenkerin Schadenersatz und Schmerzensgeld. Die Unfallverursacherin sei ohne Licht gefahren, so ihre Begründung.

Die Versicherung wollte allerdings nicht zahlen, weil sie der Ansicht war, die Fußgängerin habe an dem Unfall einen so großen Eigenanteil gehabt, dass die Autofahrerin nicht hafte.

Pkw nicht automatisch schuld

Die Sache ging vor Gericht. Das Oberlandesgericht Düsseldorf wies die Berufung ab. Das Verhalten der Fußgängerin sei grob fahrlässig gewesen, so die Begründung. Sie sei bei Dunkelheit dunkel gekleidet auf die Fahrbahn getreten. Allein das würde schon eine erhebliche Gefahrenlage schaffen. Hinzu komme, dass sie offensichtlich durch ein Telefonat abgelenkt war, sodass sie den Fließverkehr überhaupt nicht beachtet habe. Dieses Verhalten sei derart verkehrswidrig, dass es schwerer wiege als die Betriebsgefahr eines Fahrzeugs. Die Klägerin ging leer aus.

OLG Düsseldorf, Urteil vom 26.04.2016, Az.: 1 U 164/15

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