Unterwegs mit Kindersitz: Rechte & Pflichten

Shared Mobility wird immer beliebter. Aber was machen Autofahrer, wenn ein Kindersitz benötigt wird?

Carsharing, Fernbus, Taxi: Ihr habt kein eigenes Auto, aber wollt mit Kindern reisen und benötigt einen Kindersitz? Wir sagen euch, worauf ihr achten solltet.

Kindersitze sind sperrig im Transport und häufig kompliziert zu installieren. Im eigenen Auto ist das kein Problem, der Sitz bleibt richtig eingebaut an Ort und Stelle. Aber was ist, wenn ihr mit einem Carsharing-Auto fahren oder auf Bus und Taxi umsteigen wollt? Wir haben für euch die Rechte und Pflichten zusammengefasst.

Wenn ein Kind jünger als zwölf Jahre oder kleiner als 150 Zentimeter ist, muss es in einem Kindersitz richtig gesichert sein. Dafür haftet der Fahrer des Autos. Ist das Kind unzureichend gesichert, wird ein Verwarnungsgeld von 35 Euro fällig. 75 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg fallen an, wenn Kinder überhaupt nicht gesichert sind.

Taxi: Der Fahrer ist in der Pflicht

Taxifahrer müssen auf kleine Mitfahrer vorbereitet sein. Sie sind dazu verpflichtet, zwei Sitzerhöhungen für Kinder mit einem Gewicht zwischen 9 und 18 Kilogramm mitzuführen. Die meisten Taxis verfügen über einfache Sitzerhöhungen ohne Seitenstützen.

Im Fernbus ist es gesetzlich nicht vorgeschrieben, Kinder in einem geeigneten Sitz zu sichern. Einige Fernbusanbieter verlangen jedoch, dass der Nachwuchs im Kindersitz transportiert wird. Reisende müssen dazu ihre eigenen Sitze mitbringen.

Die meisten Fernbusse sind Großbusse über 3,5 Tonnen, in denen die Beckengurtpflicht für alle Mitreisenden gilt. Achtung: Viele Kindersitze sind nicht mit den Beckengurt-Systemen kompatibel.

Carsharing: Am besten mit dem eigenen Kindersitz

Beim Carsharing unterscheidet man zwischen stationären und Freefloater Systemen. Car2Go stellt keine Kindersitze zur Verfügung. Drive Now hält nach eigenen Angaben bei seinen BMW Modellen – die Mini-Fahrzeuge ausgenommen – Sitzerhöhungen im Kofferraum bereit.

Zu den stationären Carsharing-Anbietern gehören Flinkster und Stadtmobil. An der Station können Mieter Sitzerhöhungen ausleihen, zum Teil sind sie auch bereits im Kofferraum des Autos vorhanden. Wir raten dennoch, eigene Kindersitze mitzunehmen. In unserem Carsharing-Test von 2016 waren die vorgefundenen Sitzerhöhungen häufig veraltet und stark abgenutzt.

Unterwegs mit Kindersitz: Unsere Tipps

  1. Kindersitze anmelden: Bei Taxis und beim stationären Carsharing gibt es meist die Möglichkeit, Kindersitze anzumelden. So können Eltern sicher sein, dass die Taxifahrer Sitzerhöhungen in den richtigen Größen dabeihaben.
  2. Gleiches Automodell, eigener Sitz: Nicht jeder Kindersitz passt gleich gut in jedes Auto und zu jedem Kind. Eltern haben oft Schwierigkeiten, sich mit neuen Kindersitzmodellen vertraut zu machen und in fremde Autos einzubauen. Achtet beim Carsharing darauf, stets die gleichen Automodelle zu leihen und den eigenen, auf das Kind angepassten Sitz mitzunehmen. Hier erfahrt ihr, wie ihr Kindersitze richtig einbaut.
  3. In welche Autos passen drei Kindersitze? Eine Auswertung des ADAC Autotests ergab: Nur wenige Modelle bieten genügend Platz auf der Rückbank, um drei Kindersitze nebeneinander zu installieren.

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