FairReisen: Tipps für nachhaltiges Reisen

Nutze ein anderes Verkehrsmittel: Bootstouren sind eine ökologische Alternative und sorgen für einzigartige Erlebnisse.

Euch ist nachhaltiges Reisen wichtig? Dann solltet ihr bei eurem Urlaub einige Punkte beachten. Denn etwa fünf Prozent aller klimaschädlichen Emissionen entstehen durch den Tourismus. Besonders Flugreisen schlagen dabei hoch auf das CO2-Konto. Hier erklärt Ulrike Wachotsch vom Umweltbundesamt, wie ihr euren Urlaub ökologisch sinnvoll gestalten könnt.

Vor der Reise: Plant euer Öko-Abenteuer

Überlegt euch bereits vor dem Urlaub, welches konkrete Reiseziel und welcher Veranstalter in Frage kommen, denn nach einer Buchung ist der Handlungsspielraum geringer oder der gebuchte Reiseverlauf kann nicht mehr individuell verändert werden. „Die meisten schädlichen Auswirkungen einer Urlaubsreise entstehen bereits bei der An- und Abreise“, sagt Ulrike Wachotsch. „Plant den Aufenthalt gerade bei Fernreisen etwas länger und fliegt dafür nicht so häufig!“

  • Findet den richtigen Anbieter: Einen nachhaltigen Reiseveranstalter erkennt ihr an entsprechenden Labels und Zertifikaten. Label-online.de ist eine Verbraucherinitiative für Labels und bietet Informationen sowie Bewertungen.
  • Am Boden bleiben: Bahn- oder Fernbusreisen sind gegenüber Flugreisen ökologischer: Prüft daher eure Anreise mit diesen Verkehrsmitteln. Oft kommt ihr damit sogar mehrere hundert Kilometer weit, auch im benachbarten Ausland gibt es attraktive Destinationen. Wenn ihr mit dem Auto anreist, achtet darauf, dass ihr möglichst andere Personen mitnehmt. Eine ökologische Alternative ist auch das Rad.
  • Lokal statt global: Viele Rad- und Wanderwege ermöglichen den Start in den Urlaub bereits vor der Haustür. Beispielsweise könnte auch eine Radreise ins Ausland führen. Viele Fähren an Nord- und Ostsee bieten außerdem einen unkomplizierten Fahrradtransport an.
  • Checkt die Lage: Wie ist die politische Situation im Land und wie wird die lokale Bevölkerung in den Tourismus eingebunden? Setzt euch kritisch mit dem Urlaubsland auseinander. Dafür gibt es Literatur wie die ADAC Reiseführer oder kostenfreien ADAC TourSets, aber auch nachhaltige Foren wie fairunterwegs.org können bei der Wahl des richtigen Urlaubsortes weiterhelfen.
  • Mobilität vor Ort: Checkt euren Urlaubsort vorab auf öffentliche Nahverkehrsmittel. Viele Hotels und Unterkünfte bieten mit einer Kombikarte die kostenfreie Nutzung des ÖPNV an. Wenn ihr mit Bus oder Bahn anreist, könnt ihr vor Ort direkt auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen.
  • Wohnen wie Zuhause: Sucht euch kleine inhabergeführte Unterkünfte. Ihr werdet nicht nur persönlich umsorgt, sondern euer Geld kommt gleich bei den Menschen im Urlaubsland an. Achtet außerdem darauf, ob eure Unterkunft besonders umweltverträglich ist. Wird mit Ressourcen sparsam umgegangen oder werden erneuerbare Energien genutzt?
  • Prüft beim Kofferpacken: Wie viel Gepäck ist wirklich sinnvoll? Es müssen nicht gleich das Babybett und die komplette Skiausrüstung eingepackt werden, denn viele Gegenstände lassen sich unkompliziert am Urlaubsort ausleihen.
  • Urlaub auf Balkonien oder der heimische Schrebergarten? Ist nicht für jeden etwas – wäre jedoch die ökologischste Variante. Allerdings gibt es Alternativen: Ein Wohnungstausch mit Freunden belastet die Umwelt nicht so stark.

Am Reiseziel: Genießt das lokale Flair

Auch am Reiseziel könnt ihr Dinge tun, die einen positiven Einfluss auf die Umweltbilanz haben. Ihr müsst deshalb auch nicht auf alles verzichten.

  • Lokale Genüsse: Genießt statt Fast Food die Besonderheiten der lokalen Küche. Ein Augenmerk könnt ihr auf regionale Produkte und saisonale sowie fair gehandelte Lebensmittel werfen.
  • Kauft lokal und zahlt faire Preise: Egal ob beim Souvenir oder im Restaurant – wenn ihr hierauf achtet, profitieren die Einheimischen von eurem Einkauf.
  • Verwendet Ressourcen sinnvoll: Nutzt Handtücher und Bettwäsche mehrere Tage. Verwendet Wasser und Energie sparsam.
  • Nutzt regionale Transportmittel: Egal ob Rikscha oder Leihfahrrad – regionale Transportmittel sind nicht nur gut für die Klimabilanz. Mit ihnen lässt sich das Urlaubsland auch auf eine ganz besondere Weise erleben. Ihr unterstützt lokale Strukturen und nebenbei sorgt es noch für Entschleunigung.
  • Begegnet den Menschen mit Respekt: Habt Verständnis für die andere Kultur und respektiert landestypische Traditionen.
  • Achtet auf die Umwelt: Nutzt statt des Mietwagens lieber den Bus, das Fahrrad oder besichtigt das Urlaubsland auch mal zu Fuß.
  • Checkt eure Klimabilanz: Habt ihr doch eine Flug- oder Kreuzfahrtreise gemacht, bei der Treibhausgase entstanden sind, denkt daran, sie zu kompensieren. Gemeinnützige Organisationen bieten freiwillige Ausgleichszahlungen an und fördern mit eurem Betrag u.a. Klimaschutzprojekte.

Mehr zum Thema: Hier erklärt die Geschäftsführerin des Vereins „forum anders reisen e.V.“ im Interview, was bei nachhaltigen Reisen alles möglich ist.


 

 

1 Kommentar

  1. Reiseblog sagt:

    Nachhaltiges Reisen ist eine sehr interessante Thematik – ich versuche dies auf meinen Reisen so zu handhaben und Danke daher für die tollen Tipps hier im Beitrag!

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