Tesla-Unfall: Autopilot verwechselt Lkw mit Schild

Elektroautos wie dieser Tesla müssen in den USA künftig Warnlaute für Fußgänger aussenden.

Der erste tödliche Unfall mit einem Tesla „Model S“ im Autopilot-Modus hat für viel Wirbel gesorgt. Nun steht die Ursache fest: Das System unterlag einer fatalen Verwechslung und hielt einen Lkw für ein Verkehrsschild.

Nach dem ersten tödlichen Unfall  mit einem computergesteuerten Auto rücken die Fähigkeiten des Fahrassistenzsystems „Autopilot“ von Tesla in den Mittelpunkt. Der amerikanische Autobauer erklärte Anfang Juli, das System habe den querenden Lastwagenanhänger, mit dem der Tesla kollidierte, für ein hochhängendes Straßenschild gehalten.

Der 40-jährige Fahrer des Model S kam ums Leben, als die Unterkante des Anhängers die Windschutzscheibe traf. Der Tesla fuhr danach zunächst weiter, kam von der Fahrbahn ab und kollidierte mit einem Strommast, erklärte die örtliche Polizei.

Leichtsinnige Tesla-Fahrer

Der Elektrobauer Tesla betonte zugleich, dass der Autopilot-Modus seine Fahrzeuge nicht zu einem selbstfahrenden Wagen mache – es sei nur ein Fahrassistenzsystem. Der Fahrer müsse stets den Verkehr im Blick behalten.

Mehr noch: Die Autobesitzer würden beim Einsatz des Programms ausdrücklich aufgefordert, die Hände niemals vom Steuer zu nehmen und die Kontrolle und Verantwortung über das Fahrzeug zu behalten. Doch die Warnung scheint Tesla-Fahrer nicht zu stören: Seit der Einführung des Systems gibt es im Netz immer wieder Videos, auf denen Fahrer sich mit anderen Dingen beschäftigten.

Fall für die amerikanische Verkehrsaufsicht

Das Unternehmen „Mobileye“, Entwickler von Technik für selbstfahrende Autos und Zulieferer von Tesla, stellte zuvor klar, dass seine aktuellen Systeme für Verkehrssituationen wie bei dem Crash nicht ausgelegt seien. Die Technologie von „Mobileye“ solle querende Fahrzeuge erst ab 2018 erkennen, erklärte ein Sprecher.

Tesla betonte daraufhin, sein Fahrassistenzsystem nutze eine Technik-Kombination verschiedener Anbieter, um Hindernisse auf der Fahrbahn zu erkennen. „Bei diesem Unfall führte die hohe weiße Seitenwand des Anhängers zusammen mit einer Radar-Signatur, die der eines hochhängenden Straßenschilds sehr ähnlich war, dazu, dass keine automatische Bremsung ausgelöst wurde“, hieß es in einer Stellungnahme.

Die Teslas zeichnen permanent eine Vielzahl von Fahrtdaten auf. Die amerikanische Verkehrsaufsicht NHTSA untersucht jetzt das Autopilotsystem. Mit dieser Prüfung wurde auch der tödliche Unfall von Anfang Mai bekannt.

Mit Material von dpa


Katharina
Katharina
PR Referentin, Digitale Kommunikation (DKO)

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