Spurwechsel auf der Autobahn

Beim Wechsel der Fahrbahn durchkreuzen Autofahrer immer wieder die Wege anderer Verkehrsteilnehmer.

Wer hat Vorfahrt bei einem Spurwechsel auf der Autobahn? Wie verhält man sich an einer Engstelle korrekt? Wir sagen euch, worauf ihr achten müsst.

Habt ihr das auch schon erlebt? Auf der Autobahn bremst der Fahrer vor euch plötzlich ab, um jemanden von der Beschleunigungsspur einfädeln zu lassen? Oder ihr wollt von der linken auf die mittlere Spur wechseln und zeitgleich zieht ein Autofahrer von der rechten Spur in die Mitte? So schnell kommt es zu heiklen Situationen. Wer Vorfahrt hat, ist gesetzlich teilweise geregelt, zum Teil aber auch nicht. Wir stellen euch drei typische Situationen auf der Autobahn vor.

Die Mittelspur-Frage

Es ist ein Autobahn-Klassiker: Dreispurige Autobahn, lebhafter Verkehr, rechts ein Pkw-Fahrer, der überholen will. Er setzt den Blinker und zieht nach links. Doch von links außen kommt in diesem Moment ein blinkendes Auto und will auch auf die Mittelspur. Zum Glück gelingt es den Fahrern durch schnelle Reaktion, einen Unfall zu verhindern. Was sagt das Gesetz zu dieser Situation?

Laut unseren Juristen müssen die Verkehrsteilnehmer untereinander klären, wer vorgelassen wird. Hat keiner der beiden Fahrer einen deutlichen Vorsprung zum anderen, müssen sie sich verständigen – zum Beispiel per Handzeichen (BayObLG, VRS 40, 466). Kommt es zu einem Unfall, lässt sich in der Praxis meist nicht mehr klären, wer im Recht ist. Dann werden die Unfallkosten zwischen beiden Beteiligten jeweils zur Hälfte geteilt.

 

Die Höflichkeits-Bremsung

Gut gemeint, schlecht gemacht: Wenn Fahrer aus Unsicherheit oder überzogener Höflichkeit bremsen, um jemand anderen von der Beschleunigungsspur einfädeln zu lassen, kann das gefährlich werden.

„Wenn es dadurch zum Crash kommt, muss der grundlos Bremsende für den Schaden geradestehen“, warnen unsere Juristen. Der ausgebremste Hintermann muss auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen nicht damit rechnen, dass der Vorausfahrende ohne Not „in die Eisen steigt“. Fürs korrekte Einfädeln ist allein der Auffahrende zuständig, der die Vorfahrt des fließenden Verkehrs beachten muss.

 

Der Domino-Spurwechsel

Eine weitere Form der Auffahrhilfe: Ein Autofahrer zieht von der rechten Autobahnspur abrupt nach links, um einem Fahrzeug auf dem Beschleunigungsstreifen die Auffahrt zu erleichtern. Dadurch wird auf der linken Spur ein überholender Fahrer zum Bremsen gezwungen.

Hier verhält sich der vermeintlich höfliche Fahrer klar falsch. Ein Spurwechsel ist nur zulässig, wenn eine Gefährdung anderer ausgeschlossen werden kann und der Wechsel per Blinker rechtzeitig ankündigt wird (§ 7, Abs. 5, StVO). Übrigens: Wer beim Auffahren auf die Autobahn vom Beschleunigungsstreifen sofort auf die Überholspur zieht, haftet bei einem Unfall allein (OLG Jena, 5U797/08).

 

Hier lesen: So funktioniert das Reißverschlussverfahren.

Text: Claus Christoph Eicher, Motorwelt 4/17


Johannes
Johannes
Aufgewachsen in München, Studium in Passau. In der ADAC Online-Redaktion volontiert und gleich geblieben.

56 Kommentare

  1. Anonymous sagt:

    Das heißt schon lange nicht mehr Beschleunigungs Streifen oder Spur.

  2. Tom sagt:

    dann heißt es jetzt „das“ ?

  3. RoKaPl sagt:

    Gerade der ADAC sollte sich tunlichst an die Formulierungen der StVO halten.

  4. Andre sagt:

    Wäre aber sinnvoll … manche vergessen nämlich, dass man beschleunigen muss, um im gleichen Tempo in den Fließverkehr einzufädeln

  5. Nobody sagt:

    Wenn nicht, wie dann? Danke für die Info ….

  6. Anonymous sagt:

    Hallo ADAC – Redaktion!
    Das sind so die kleinen Dinge, wie z. B. auch das Reißverschlussverfahren, die etwas breiter vor der Urlaubszeit in den Medien gestreut werden sollten!

    Viele Grüße
    Stefan

    • DerKomtur sagt:

      Das Reißverschlussverfahren oder die Rettungsgasse scheinen hier in Deutschland eh für die meisten Verkehrsteilnehmer Fremdworte zu sein. Ich bin schon in fast ganz Europa und in den USA Auto gefahren. Beim Rest der Welt funktioniert so etwas einwandfrei, wieso denn nicht hier?

      Fazit: überall auf der Welt macht Autofahren Spaß; nur nicht in Deutschland…

      • Anonymous sagt:

        dass das Autofahren in Deutschland der reinste Horror ist ,liegt an der Mentalität der Verkehrsteilnehmer , Egoisten ,Drän gler und Schleicher , die STVO tut den Rest dazu , bezogen auf die Geschwindigkeitsbeschränkungen von 70-80-100-120-130 und freie Fahrt ist alles dabei . wenn eines dieser Schilder auftaucht wird gebremst und dadurch eine Kettenreaktion ausgelöst ,anstatt die Geschwindigkeit mit dem Gaspedal zu regulieren , soll heißen :vorausschauend zu fahren .
        Fließenden Verkehr gibt es z.B. in Canada , ich war kürzlich drei Wochen dort mit dem Mietwagen unterwegs .
        Somit kann ich dem “ DerKomtur“ nur zustimmen .

  7. Anonymous sagt:

    Hatte Diese Woche erst den Fall das ich auf der Autobahn auf Abbiege-Spur gewechselt hatte, da isich m weiteren Verlauf der Ausfahrt eine Baustelle mit Begrenzung auf 40 Kmh befand, war hier einentsprechend langsam fahrender Rückstau. Von Hinten kam ein LKW mit Auflieger, und setzte sich links neben mich – ich war irgendwo swischen den beiden Achsen des Aufliegers, der LKW Fahrere setzt den Blinker und zieht auf meine Spur. Das ich hier eine Vollbremsung hingelegt habe, war keine Höflichkeit sondern reiner Überlebensinstinkt.
    Gott sei Dank Gab es hierdurch keinm Auffahrunfall, der hinter mir hat quasi zusammen mit mir Reagiert und gebremst …

    • albertoaskari sagt:

      Wir Deutschen können doch alles besser als der Rest der Welt. Deshalb haben wir auch keine Vignetten sonder eine furchtbar gerechte und
      komplizierte Maut. Wir brauchen auch keine Tempo-Begrenzung auf Autobahnen. Wohin könnten sonst die Raser-Touristen (mittlerweile nicht nur Schweizer und US-Bürger, auch Chinesen wurden schon bei Vorschrift 120 mit über 180 km/h geblitzt), um Spaß zu haben, wenn nicht zu uns?

  8. Heiko sagt:

    Situationen, die man leider fast jeden Tag erlebt…..Speziell das Rüberziehen von der Beschleunigungsspur direkt auf die Überholspur erlebt man leider ständig….

  9. Anonymous sagt:

    Leider haben die beschriebenen Situation, die eigentlich den Normalfall darstellen, nur bedingt mit der Realität auf unseren Autobahnen zu tun. Täglich erlebe ich überfüllte Autobahnen, Einschränkungen der Fahrspuren, Stau. Höflichkeit und Rücksichtnahme sind zum Glück die Regel, aber es reicht leider wenn jeder 100-ste sich nicht daran hält. Reißverschluss so versteht, dass man möglichst schnell an der rechten oder mittleren Spur vorbei fährt und sich in letzter Sekunde soweit vorne wie möglich reindrängelt. Wird dabei ein langsames, schweres Fahrzeug, ein Laster, zum Bremsen gezwungen, dauert es manchmal Minuten bis die Kolonne wieder in Schwung kommt und sich der Stau auflöst.

  10. Holger sagt:

    Wie denn?
    Erkläre doch bitte gleich den deiner Meinung nach “ richtigen “ Begriff!!!
    Ansonsten war das eine überflüssige Schreibübung!

  11. Steiner sagt:

    Es heißt: Beschleunigungsstreifen oder Einfädelungsstreifen fachsprachlich veraltet auch Beschleunigungsspur

  12. STCS sagt:

    Hier sehe ich mehrere alltägliche Situationen falsch interpretiert. Aus täglicher Autobahn-Erfahrung: Man bremst nicht aus Höflichkeit, sondern weil der in die Autobahn Einfahrende in der Regel rüberzieht, und sich auf die Bremse des anderen verlässt. Man bremst also, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.
    Wenn man hier vorausschauend zeitig auf die mittlere Spur wechselt, vermeidet man diese gefährlichen Situation.
    Und nur weil jemand beim Einfahren schnell rüberzieht auf die Überholspur, hat er gewiss nicht automatisch Schuld an einem Unfall. Die Schuld muss immer am Einzelfall bewertet werden, eine Verallgemeinerung hat vor keinem Gericht Bestand.
    Wobei es natürlich keine vorausschauende Fahrweise ist, keine Frage!

    • Redel sagt:

      Leider sieht man das täglich bei LKW Fahrern Blinker raus und rüber ergal ob ein PKW direkt daneben ist. Entweder er bremst oder er hatte PESCh

  13. Siegfried sagt:

    Es ist schon komisch das in Deutschland immer noch über das Reisverschluß Verfaren geredet wird.
    Ich lebe zur Zeit in Melbourn( Australien) und muß feststellen das hier nicht darüber gesprochen wird weil es einfach klappt , man nimmt viel mehr rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer. Was bringt es schon wenn einbildet 10 oder 15 Sekunden schneller zu sein und dann doch wieder zu stehen weil andere genauso Denken , und es dann wieder zu einem Stau kommt.Jeder der hier unt schon mal mit dem Auto unterwechs war kann mir das sicher bestätigen

    • Widder sagt:

      So so, das ist also vorausschauend, wenn man lieber den nachfolgenden auf der mittleren Spur zur gefährlichen Vollbremsung zwingt, als selbst zu bremsen, wenn es vor einem selbst eng wird.
      Eine eigenartige Sicht von vorausschauendem Fahren haben da so manche Autofahrer. Ich würde das als vorausschauenden Egoismus bezeichnen: lieber soll ein anderer bremsen als man selbst.

  14. DerKomtur sagt:

    Ein großartiger Artikel, der aber scheinbar von viel zu wenigen Verkehrsteilnehmern beherzigt wird.

    Thema Mittelspurfahrer: In Deutschland besteht zwar ein Rechtsfahrgebot, jedoch darf die mittlere Fahrspur nur dann dauerhaft benutzt werden, solange dies den Verkehr nicht behindert.
    Das Problem beim Mittelspurfahren ist jedoch, dass im Prinzip zwei Fahrstreifen blockiert werden. Nähert ein Fahrzeug auf dem rechten Fahrstreifen dem Mittelspurfahrer, so muss das heranfahrende Fahrzeug über drei Fahrstreifen dieses Fahrzeug überholen, was dann gleich drei Fahrspuren blockieren würde.
    Ein ehemaliger Mitschüler, mit dem ich Abitur gemacht habe und der jetzt als Fachanwalt für Verkehrsrecht tätig ist, meinte kürzlich auf dem Ehemaligentreffen zu mir, dass wenn die Gelegenheit besteht, für mindestens drei Sekunden auf den rechten Fahrstreifen wechseln zu können, der Mittelspurfahrer verpflichtet ist, diese zu nutzen, um die mittlere Fahrspur für andere Verkehrsteilnehmer frei zu machen (Urteil vom OLG Düsseldorf).

    Thema Beschleunigungsstreifen:
    Ich bin beruflich etwa 50.000 Kilometer pro Jahr mit dem PKW auf Deutschlands Autobahnen unterwegs und habe die Erfahrung gemacht, dass es in den seltensten Fällen notwendig ist, für ein auf die Autobahn einfahrendes Fahrzeug die Fahrspur zu wechseln. Wenn man (wie in meinem Fall mit Tempomat) eine Geschwindigkeit beibehält, dann kann sich der Fahrer des auf die Autobahn auffahrenden Fahrzeugs darauf einstellen und problemlos auf die Autobahn einfahren. Seit der Absatz 4 des Paragrafen 18 der StVO („Das Einfahren auf die Autobahn ist zu ermöglichen (…) „) gestrichen wurde, gilt für auffahrenden Fahrzeuge die Regel, dass Fahrzeuge, die sich auf der durchgehenden Fahrspur befinden, Vorrang haben. Wenn sich dann jemand das Auffahren erzwingen möchte, erfüllt dies den Straftatbestand der „Nötigung“ nach § 240 StGB (Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, sowie Entzug der Fahrerlaubnis). Solche Freundlichkeitsaktionen wie Abbremsen oder Fahrspurwechsel führen nur zu Verwirrungen.
    Beispiel: ich bin gestern mit meinem Dienst-PKW von Köln nach Nürnberg und zurück gefahren und es war KEIN EINZIGES Mal notwendig, auf der rechten Fahrspur wegen eines auf die Autobahn auffahrenden Fahrzeugs die Geschwindigkeit zu verändern oder gar den Fahrstreifen zu wechseln!
    Besonders schlimm sind DIE Verkehrsteilnehmer, die kurz vor jeder Autobahnauffahrt instinktiv auf den nächsten Fahrstreifen wechseln, obwohl KEIN Fahrzeug auf die Autobahn auffahren möchte; da bezweifele ich immer wieder die charakterliche Eignung zur Teilnahme am Straßenverkehr.

    Deswegen: auf der rechten Fahrspur bleiben, Geschwindigkeit beibehalten, NICHT abbremsen und NICHT die Fahrspur wechseln; sollte etwas passieren, dann hat trägt der „Freundliche“ im Fall eines Unfalls die alleinige Schuld am Unfall!

    • Marcel Boenicke sagt:

      Sie sprechen mir aus der Seele.

      Sehr schön formuliert.

      Diese nach links wechselnden Übersozialen haben bei mir in der Vergangenheit einige ungewollte Tests der Bremsanlage und Reifen abgenötigt.

      • DerKomtur sagt:

        Danke für die Bestätigung 🙂 !

      • Helmut sagt:

        Du hast schon recht, aber ich erwische mich auch bei diesen Spurwechseln.
        Dies aber aus dem Grund, dass die Auffahrenden einfach nach links auf die Autobahn ziehen, egal ob unangepasste Geschwindigkeint, passende Lücke, etc. Und dann am Besten direkt ganz nach links.

    • Widder sagt:

      Im Prinzip sicher richtig, aber die 3 Sekunden sind unrealistisch, denn in dieser Zeit kommt nicht einmal ein schneller Sportwagen vorbei. Ich hatte mal in einem Fachartikel gelesen, und ich glaube sogar, dass es im ADAC-Heft war, dass diese Verpflichtung dann besteht, wenn beim Überholen der zeitliche Abstand der auf der rechten Spur fahrenden Fahrzeuge 20 Sekunden oder länger ist. Dann kann man für etwa 15 Sekunden nach rechts wechseln, was für jeden besseren Mittelklassewagen ausreicht, vorbeizuziehen. Nur, warum wechseln die Leute nicht nach rechts bei solchen Lücken? Weil sehr viele andere trotz ihrer 200 und mehr PS nicht aufs Gas treten, um dann vorbeizukommen, sondern gerade mal mit 3-5 Km/h höherer Geschwindigkeit vorbeibummeln. Damit jeder bereit ist auf jeden Rücksicht zu nehmen, müssen diejenigen, denen Platz gemacht wird, dann auch zügig vorbeifahren, damit der andere dann nicht stark abbremsen muss, sonst ist der beim nächsten Mal nicht mehr bereit, wieder in der Lücke Platz zu machen.

  15. paule sagt:

    Ist doch sch…. egal wie das Dingen heißt …. Hauptsache der, der da auffährt gibt mal Gas und trägt sein Auto nicht auf die Bahn
    und bringt mal Bitte einen Beitrag für / gegen diese notorischen Mitte Fahrer

  16. STCS sagt:

    Hier sehe ich alltägliche Situationen falsch interpretiert. Aus täglicher Autobahn-Erfahrung: Man bremst nicht aus Höflichkeit, sondern weil der in die Autobahn Einfahrende häufig rüberzieht, und sich auf die Bremse des anderen verlässt. Man bremst also, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.
    Wenn man hier vorausschauend zeitig auf die mittlere Spur wechselt, vermeidet man zumindest diese gefährlichen Situation.
    Und nur weil jemand beim Einfahren schnell rüberzieht auf die Überholspur, hat er gewiss nicht automatisch Schuld an einem Unfall. Die Schuld muss immer am Einzelfall bewertet werden, eine derartige Verallgemeinerung hat vor keinem Gericht Bestand.
    Wobei es natürlich keine vorausschauende Fahrweise ist, keine Frage!

  17. Reinhard sagt:

    Es ist nicht nötig aus „Höflichkeit“ in die Eisen zu steigen, vielmehr weil der Einfahrende ohne jede Rücksicht auf die Fahrspur zieht. Alternativen zur Vollbremsung sind ein Spurwechsel oder drauffahren. Motto der Einfahrende ist das im Straßenverkehr immer weiter verbreitete „brems oder stirb“.

    • DerKomtur sagt:

      Ich denke, es ist überhaupt nicht sinnvoll, IRGENDETWAS aus Höflichkeit oder Freundlichkeit im Straßenverkehr zu tun, weil solche Aktionen nur zu Missverständnissen und Verwirrung und somit zu Unfällen führen.

      Jeder soll sich so verhalten, wie die StVO es vorschreibt und gut is‘.

      Wie haben wir das in der ersten Vorlesung Jura gelernt?
      „Das Recht ist die Sammlung aller Gesetze, Vorschriften und Verordnungen, die ein friedliches Zusammenleben aller Menschen untereinander regelt. Im Klartext bedeutet das: wer gegen das Gesetz verstößt, ist nicht willig, mit anderen Menschen friedlich zu agieren und gehört bestraft.“

    • Anonymous sagt:

      schreibt wirr

    • STCS sagt:

      Absolut richtig, was nützt es, mich exakt an die STVO zu halten, wenn ich dem Einfahrenden reinkrache, und dann als der Aufgefahrene auch noch als Unfallverursacher dastehe, und ohne Zeugen nicht mal mehr das Gegenteil beweisen kann.

      • Anonymous sagt:

        Ob der Unfallgegner nun jemand ist, der sich an die StVO hält oder nicht, lässt sich oft an seinem Punktestand beim KBA oder bei der Abfrage der OWi-Datenbank feststellen. Liegt da bereits der eine oder andere verstoß vor, gerät der Unfallgegner unter Umständen in Erklärungsnot, seine Version glaubhaft zu machen.

  18. Fuchs sagt:

    Von Unbekannten wie „Johannes“ würde ich gerne mit „Sie“ angesprochen werden.
    Zum Kommentar von DerKomtur: Der gute Artikel wird nicht nur „scheinbar“ von viel zu wenigen Verkehrsteilnehmern beherzigt.
    Thema Mittelspurfahrer: anscheinend brauchen viele Autofahrer immer mal den Hinweis auf das Rechtsfahrgebot. Der dürfte noch viel öfter angebracht werden.-

  19. Peter Immel sagt:

    Unerwähnt blieb hier die Möglichkeit, den Beschleunigungsstreifen auch über sein Ende hinaus zu nutzen (also dann die Standspur für eine kurze Strecke zu befahren, bis das Einfädeln gefahrlos möglich ist). So habe ich es zumindest mal in der Fahrschule gelernt. Manch ein Verkehrsteilnehmer hält sich so sklavisch an die Markierung, dass immer wieder zu beobachten ist, dass am Ende einer Autobahnauffahrt Fahrzeuge stehen bleiben, da sie es auf dem Weg dorthin nicht geschafft haben, auf die Rechte Spur zu gelangen… Also: einfach weiterfahren und nicht den nachfolgenden Verkehr durch nicht zu erwartendes Stehen auf einem „Beschleunigungsstreifen“ (oder wie er nun auch immer korrekt heißen mag) gefährden. Danke 🙂

  20. DerVielfahrer sagt:

    Schlimmer finde ich allerdings die, die beim Auffahren gleich bis zur linken Spur durchwechseln, nach dem Motto, „Ich will Spaß, ich geb Gas“. Gerne auch noch zwischen zwei LKW raus. Das zwingt mich immer mal wieder zu Vollbremsungen auf der linken Spur!

  21. Jo sagt:

    Bei allem Genörgel, ich meine früher kam es bei durchweg weniger Verkehr und geringerer Durchschnittsgeschwindigkeit öfter zu gefährlichen Situationen auf Autobahnen. Das ist zumindest mein subjektiver Eindruck aus 47 Jahren Fahrpraxis. Oder bin da gelassener geworden? Meine Fahrstrecke ist ca. 25000 km/a. Allerdings Drängler, auch beim Spurwechsel und Auffahren stören mich manchmal sehr. Durch leichte Anpassungen der Geschwindigkeit (Gas etwas wegnehmen oder leicht beschleunigen) versuche ich Auffahrenden wenn es sinnvoll erscheint das Manöver zu erleichtern und auch meine Absicht zu signalisieren. Den sofortigen Spurwechsel über mehrere Fahrstreifen beim Auffahren halte ich in der Regel für zu gefährlich, der völlige Überblick über komplexe, dynamische Vorgänge ist eine Illusion.

  22. Ernst Klaffl sagt:

    Eine Bitte an den ADAC, dieses Thema dringlich auf die Agenda zu setzen. Ich denke, viele Autofahrer gehen nicht davon aus, daß sie beim Auffahren auf die Autobahn aus einer untergeordneten Straße kommen sondern davon, daß sie per Reißverschluß einfädeln können. Wie sonst ist es zu erklären, daß sie nicht den Beschleunigungsstreifen in voller Länge und zum Geschwindigkeit aufnehmen nutzen sondern mit Tempo 50 aus der Auffahrtskurve sofort auf die rechte, wenn nicht gleich auf die mittlere oder linke Spur wechseln und den Verkehr zum Bremsen nötigen, den Domino-Effekt mit eingeschlossen. Als Fahrer eines Campingfahrzeuge, der öfter als andere auf der rechten Spur unterwegs ist, passiert mir das wesentlich öfter als anderen, wie aus den vorstehenden Kommentaren zu schließen ist.

  23. Anonymous sagt:

    Ja Ihr wisst es alle.
    Nur keiner machts.
    Rückspiegel sind in Deutschland bei 50% der Fahrer zum Abfahren angebaut.
    Manchmal hat man den Eindruck keiner nutzt den zur Information was von Hinten kommt.
    Da wird auf der Autobahn getrieft. Ups da ist ja jetzt was im Weg als mehr oder weniger geblinkt und links ausweichen.
    Mit einer etwas vorausschauenderen Fahrweise würde der Verkehr wesentlich entspannter ablaufen.
    Nichts gegen eine zügige Fahrweise. Aber muß ich total auf Sicherheitsabstände und langfristig geplante und mit den zur Verfügung stehenden Informationssystemen angezeigte Fahraktionen verzichten.
    Wenn man neben einem LKW Hinterrad rechts fährt und dann versucht die Spur nach links zu wechseln, ist man sich eindeutig nicht der Verkehrssituation bewußt. Schade. Unterfahrschutz übersehen.
    Wenn man bei schmaler Strasse ohne Mittellinie auf eine 90° Kurve zufährt, in die grade ein Sattelauflieger einfährt, sollte man damit rechnen, das der Anhänger den Kurvenradius enger passiert. Geht halt nicht anders. Und wenn man drauf hält bleibt der Pkw an der hinterachse des Aufliegers halt hängen. Das ist das Zusammenspiel der Fahrzeuge.

    Der §1 STVO ist nach wie vor noch in Kraft!!
    E sind nur wenige Zeilen, die der eine oder andere wirklich mal wieder nachlesen sollte.

    In diesem Sinne wünsche ein lockeres Kniegelenk und eine gute Weitsicht
    Dann kann der eine oder andere auch mal rechtzeitig den Fuß vom Gas nehmen ohne gleich ne Vollbremsung hin legen.
    Rollen spart Geld!

  24. Dietmar Hoffmann sagt:

    Thema und Kommentare könnten vergessen sein, hielte man sich an die richtige/vorgeschriebene Abstandshaltung. Ich behaupte: 90% aller Probleme sind zu dichtes Auffahren.

  25. mischawilli sagt:

    Wenn es keinen Domino-Effekt geben kann, weil kein Schnellerer auf der Überholspur ist, muss der Fahrer auf der rechten Spur diese dann nicht frei machen?

  26. XCountry sagt:

    Ich würde es begrüßen, wenn der Artikel um eine andere „Spurwechsel“-Situation ergänzt würde: Die sich an Autobahnkreuzen schneidenden Abfahrt- und Auffahrtspuren (etwa A1/A3 Leverkusener Kreuz).

    Hier potenziert sich insbesondere im dichten Verkehr ein häufig brenzliges „Aufeinandertreffen“ von Höflichkeits- (besser Unsicherheits-) und durchsetzungsfreudigen Powerfahrern.

  27. Anonymous sagt:

    Wer beim Autofahren den Verkehr ständig im Auge hat und weder telefoniert noch sich mit seinen Mitfahreren intensiv diskutierend fortbewegt, kann die Reaktionen vorausfahrender oder hinter ihm fahrender Autofahrer rechtzeitig erkennen. Unaufmerksamkeit ist die häufigste Ursache von Missverständnissen, von Fehlreaktionen und damit von Unfällen. Leider wird das den Fahrschülern ebenso wie Anstand, Rücksichtnahme und Höflichkeit kaum noch vermittelt. Letzteres verlernen aber auch sog. „Alte Hasen“ sehr schnell im Autofahreralltag.

  28. Anonymous sagt:

    Wie ist das, wenn man von der rechten Spur auf die Mittlere wechseln will (durch blinken angezeigt) um einen LKW zu überholen und Verkehr auf der mittleren Spur keinen Platz mach, obwohl die linke Spur frei ist?

  29. Autofahrer sagt:

    Empfehlung zur Mittelspurfrage:
    Hier würde ich als Fahrer auf der linken Spur nicht auf die Mittelspur wechseln, da sich der rote Pkw hinter einem Lkw befindet und ich bedenken muß, dass er jeden Augenblick ausschert. In dieser Situation (auf der linken Spur fährt man naturgemäß schneller als auf der rechten) hat man meist auch nicht die Zeit, die Rücklichter/Blinker des Rechtsfahrenden zu beobachten, um herauszubekommen, was er vorhat. Ich wechsle also meist ohne potentielles Risiko vor rechts.

  30. Anonymous sagt:

    80% habe ihre Fahrerlaubnis sicher bei Aldi gekauft

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