polygoCard Stuttgart: „Datenschutz ist ein hohes Gut“

Mit der polygoCard können die Kunden intermodal unterwegs sein und ÖPNV sowie Car- und Bikesharing nutzen.

Alexander Krautz, Projektmanager des Stuttgarter Verkehrs- und Tarifverbunds (VVS) für die polygoCard, beantwortet uns drei Fragen rund um das neue Bezahlsystem. ÖPNV, Autos, Fahrräder, Bibliothek: Sie ermöglicht es, mehrere Dienstleistungen über eine Karte zu nutzen. 

Alexander Krautz verspricht, dass es zwischen den Projektpartnern keinen Datenaustausch geben wird.

Herr Krautz, mit der polygoCard lassen sich mehrere Mobilitätsangebote in Stuttgart nutzen. Wie viele Nutzer sind tatsächlich „intermodal“ unterwegs?

Viele Kunden nutzen natürlich mit polygo ihren „angestammten“ Dienst. Kunden, die multimodal unterwegs sind, nutzen in der Regel neben dem ÖPNV einen Car- oder Bikesharing-Dienst, der an ihrem Wohnort oder ihrer Arbeitsstelle verfügbar ist.

Das multimodale Angebot ist mitunter zwischen Landeshauptstadt und Region recht unterschiedlich und in der Regel in Stuttgart besser ausgebaut. Die Bedeutung des alleingenutzten Automobils nimmt jedenfalls schrittweise ab, während die Sharing Economy zugleich weitere Nutzer gewinnt.

Wie macht die Karte das Gesamtsystem öffentlicher Nahverkehr attraktiver?

Öffentliche Verkehrsmittel bringen ihre Nutzer in der Regel selten bis direkt vor die Haustür. Angebote für die sogenannte letzte Meile machen den Nahverkehr in der Regel attraktiver und führen ihm Nutzer zu. Daher betrachten wir Mobilitätsdienstleistungen Dritter nicht als Konkurrenz des ÖPNV, sondern als Ergänzung.

Mobilitätsdienstleistungen Dritter betrachten wir nicht als Konkurrenz des ÖPNV, sondern als Ergänzung

Bei vielen Bürgern ist die Angst vor dem gläsernen Passagier groß: Wie gehen Sie mit dieser Sorge um?

Datenschutz ist in Deutschland zu Recht ein hohes Gut. Bei polygo gilt der Grundsatz, dass es keinen Austausch von Kundendaten zwischen den einzelnen Partnern gibt. Auf dem Chip der polygoCard gibt es analog mehrere, voneinander getrennte Bereiche, auf denen Daten gespeichert werden. Eine Auswertung von Bewegungsprofilen der Fahrgäste erfolgt nicht. Dies wäre im VVS ohnehin nicht möglich, weil die Chipkarte nur im Bus und nur beim Einstieg am Kontrollgerät vorbeizuführen ist. Damit ist nicht bekannt, wo der Fahrgast das Fahrzeug wieder verlässt.


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