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Opel Ampera-e: Der elektrische Durchbruch

Erste Probefahrt: In Kalifornien testete ADAC Motorwelt-Redakteur Thomas Kroher den neuen Opel Ampera-e und war begeistert.

Mit der Beschleunigung eines Sportwagens und realistischen Reichweiten von fast 400 Kilometern fährt der neue Opel Ampera-e der elektrischen Konkurrenz im Kompaktsegment glatt davon. Ob er auch im Alltag überzeugen kann, konnte ADAC Motorwelt-Redakteur Thomas Kroher in Kalifornien erstmals und exklusiv testen.

520 Kilometer Reichweite im NEFZ-Fahrzyklus: Der neue Opel Ampera-e.

Opel will es noch mal wissen. Elektrische Pionierarbeit leisteten die Rüsselsheimer mit ihrer Konzernmutter GM schon 2011 mit dem prima funktionierenden, aber glücklosen Ampera, der in Amerika noch immer als Chevrolet Volt verkauft wird. Weil damals das Stromladenetz noch spärlicher als aktuell war, sorgte notgedrungen ein zusätzlicher Verbrennungsmotor als Range Extender bei Bedarf für Mobilität. Seitdem hat sich die Ladesituation zwar etwas verbessert, aber die Grundangst vieler Autofahrer, ohne Strom liegen zu bleiben, bleibt für alle, die sich keinen Tesla für knapp 70.000 Euro leisten können, eines der wichtigsten Argumente gegen das Abenteuer E-Auto.

Ab Mitte des Jahres gibt es für knapp 40.000 Euro (der Preis für den Ampera-e steht noch nicht definitiv fest) eine Alternative, die im Zulassungszyklus NEFZ exakt 520 Kilometer, also Tesla-Niveau schafft. Der NEFZ-Zyklus ist zwar nicht unbedingt realistisch, aber der offizielle Maßstab zum Reichweitenvergleich – und da liegen auch die gerade optimierten Versionen von Renault Zoe (400 Kilometer) und BMW i3 (300) weit dahinter. Wesentlich aussagekräftiger sind dagegen die Werte im realitätsnahen WLTP-Zyklus, den auch der ADAC in seinem EcoTest fährt. Und laut Opel-internen Messungen überzeugt der Ampera-e mit 380 Kilometern hier ebenso. Das wäre ein alltagstauglicher Wert, mit dem viele Autofahrer fast eine Woche ohne Nachladen auskommen dürften.

Die riesige Batterie steckt im Unterboden

Blick ins Cockpit des Opel Ampera-e: Neu ist das große Display in der Mitte des Armaturenbretts.

Wie beim Tesla befindet sich das gesamte Batteriepaket mit einer Kapazität von satten 60 Kilowattstunden im Unterboden und passt sich mit seinen 288 Lithium-Ionen-Zellen von LG auch mit seinem Gewicht von 430 kg optimal der Fahrzeugstruktur an. So ist der nur 2,17 m lange Ampera-e dank 2,60 m Radstand ein echtes Raumwunder und bietet fünf Passagieren vorne und hinten jede Menge Platz. Auch das Kofferraumvolumen von 381 Litern liegt klar über dem Durchschnitt für Autos dieser Länge und kann durch die Unterboden-Konstruktion leicht auf 1270 Liter erweitert werden.

Neben der außergewöhnlichen Reichweite und diversen Lademöglichkeiten hat der kleine Stromer aber auch ein enormes Temperament und bietet viel Fahrspaß. Die Leistung des E-Motors entspricht 150 kW/204 PS, was den kleinen, aber 1,7 Tonnen schweren Opel mit 360 Nm Drehmoment in 7,3 Sekunden auf 100 bringt. Die Höchstgeschwindigkeit ist allerdings auf 150 km/h beschränkt, was beim Mitschwimmen bei unseren Testfahrten im kalifornischen Verkehr naturgemäß kein Nachteil war. Gut gefallen hat hier auch die straffe Federung und eine Lenkung, die überraschenderweise nicht zu gefühllos und leichtgängig ist.

Komplette Ausstattung

Mit Schnellladung: Der Opel Ampera-e ist in 30 Minuten fit für 150 Kilometer.

In puncto Sicherheitsausstattung bietet Opel für den Ampera-e zumindest gegen Aufpreis fast alles an, was auch im Astra oder Insignia zu haben ist. Neu (und schöner) ist das große Display in der Mitte des Armaturenbretts, das nicht nur sämtliche Energieströme und Effizienzmöglichkeiten plastisch macht, sondern auch die leicht zu bedienende Schaltzentrale für Klima und Entertainment ist. An den verwendeten Materialen im Innenraum oder Details wie der schludrigen Kofferraumverkleidung wird allerdings schon der Rotstift deutlich, mit dem Opel den Ampera-e kalkulieren musste. Gespart wurde leider auch an den Sitzen: Die Sitzflächen sind zu klein geraten, die Lehnen sehr eng geschnitten.

Mit seiner enormen Reichweite ist der Opel Ampera-e für die Elektromobilität sicher ein Meilenstein, auch weil er im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennern mit seinem guten Platzangebot und dem durchzugsstarken Motor preislich in einer Liga spielt. Doch  natürlich muss auch der ausdauernde Ampera-e mal geladen werden: Per Schnellladung mit bis zu 50 kW in 30 Minuten für 150 Kilometer, an der heimischen Ladestation mit 4,6 kW dann in der gleichen Zeit für zwölf Kilometer oder mit Haushaltsstrom (2,3 kW) für sechs Kilometer. Schnelllademöglichkeiten bleiben also das Gebot der Stunde. Doch mit dem Langläufer Ampera-e bekommt die ewige Henne-Ei-Diskussion zumindest einen neuen Aspekt.

Text: Thomas Kroher


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Katharina
Katharina
PR Referentin, Digitale Kommunikation (DKO)

5 Comments

  1. Net-worker sagt:

    Ob das stimmen kann ?
    „So ist der nur 2,17 m lange Ampera-e dank 2,60 m Radstand ein echtes Raumwunder “

    Das würde bestimmt lustig aussehen.

  2. RH sagt:

    2,60m Radstand, bei 2,17m Länge. Kein Wunder, dass da Platz für 5 ist. 😀

  3. WKMblogger sagt:

    „…30 Minuten für 150 Kilometer…“ naja, so richtig schnell ist das zwar nicht aber immerhin mal ein Anfang. So wird es auch der Ampera-e sehr schwer haben sich als vollwertiges Auto durchzusetzen.

    Also bleibt es vorerst dabei dass Tesla als einziger Anbieter wirklich vollwertige und alltagstaugliche Elektroautos liefern kann. Welch eine Blamage für unsere tolle deutsche Premium-Autoindustrie.

  4. A.Fuente sagt:

    Ganz toll ist Tesla und der Vergleich der Ampera kostet ca. 40000€ ein Tesla nicht unter 85000€ ganz toller Vergleich!
    Und wer ihn gefahren ist weiß daß das nur gelaber ist von Antistromern.
    Ich sag als neuer Ampifahrer mit Strom gegen den Strom (der Satz gehört Matthias Peter).

  5. Jochen sagt:

    Für „Otto-Normalverbraucher“ ist das E-Auto noch nicht wirtschaftlich genug, obwohl der Strom umsonst ist. Die Anschaffungskosten schrecken viele vor einem Kauf zurück.

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