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Autos in Norwegen: 29 Prozent elektrisch

Norwegen - Deutschland: Anzahl der Elektroautos und Hybride im Vergleich

Abgefahren: Ab 2025 sollen in Norwegen nur noch abgasfreie Autos zugelassen werden. Damit hat das Königreich Deutschland etwas voraus. Der Anteil der norwegischen E-Fahrzeuge erreicht schon heute eine Quote von fast 30 Prozent. 

Die fossilen Rohstoffe in der Nordsee haben das dünn besiedelte Land reich gemacht. Der norwegische Staatsfonds ist der größte der Welt – doch das Land denkt längst an die Zeit nach dem Öl und setzt auf Wasserkraft. Der daraus gewonnene Ökostrom ist dank der Fjorde und Seen im Überfluss vorhanden. Das wirkt sich auch auf den Autoverkehr aus.

Die Menschen im Königreich protestieren nicht gegen den elektromobilen Wandel, der sich seit Jahren vollzieht. Im Gegenteil, sie begrüßen ihn regelrecht. Fast 30 Prozent der norwegischen Fahrzeuge verfügen über einen elektrischen Antrieb. Tendenz steigend. Da regt sich natürlich auch kein Protest, wenn norwegische Automobil-Lobbyisten den Staat dazu auffordern, mehr Strom-Tankstellen zu bauen.

Keine Steuern, keine Maut, keine Stromgebühren für E-Autos in Norwegen

ADAC Reisemagazin Norwegen

Nun folgt eine weitere, radikale Idee. Ab 2025 sollen im Königreich nur noch abgasfreie Autos zugelassen werden. Das hätte zur Folge, dass größtenteils nur noch E-Autos und wasserstoffbetriebene Fahrzeuge auf den Markt gelangen. Der Marktanteil von Elektroautos würde dann wahrscheinlich sprunghaft ansteigen. Grund ist ein massives Förderprogramm, das europaweit seinesgleichen sucht.

E-Autofahrer sparen in Norwegen diverse Steuern und Abgaben, sodass E-Mobile oft günstiger sind als ähnliche Modelle mit Benzin- oder Dieselmotor. Wer ein „Elbil“ kauft, so heißt ein E-Auto in Norwegen, zahlt keine Mehrwertsteuer, keine Importsteuer und keine Abgas-Abgaben. Ein E-Auto wie der VW-E-Golf ist so – je nach Ausstattungsvariante – um bis zu 10.000 Euro günstiger als ein herkömmliches VW-Golf-Modell. Zudem sind die Fahrzeuge meist von der Maut befreit, dürfen Busspuren nutzen und an ca. 1364 Ladestationen kostenfrei tanken.

Deutsche E-Prämie selten beantragt

In Deutschland hingegen sind Elektrofahrzeuge in der breiten Masse nur selten gefragt. Weder die E-Prämie noch politische Ansagen konnten das ändern, wie einst die Worte der Bundeskanzlerin, dass bis zum Jahr 2020 mindestens eine Million E-Autos auf deutschen Straßen fahren sollen. 45,8 Millionen Personenkraftwagen zählte das Kraftfahrtbundesamt am 1. Januar 2017. Die Anzahl der E-Autos (Hybrid- und Elektrofahrzeuge) auf deutschen Straßen lag zu dem Zeitpunkt bei 199.427. Etwa jedes 250. Auto hat also in Deutschland einen Elektromotor an Bord – und das trotz des Kaufanreizes, der vor fast einem Jahr gesetzt wurde. Zum Vergleich: In Norwegen hat fast jedes dritte Auto einen E-Antrieb (fast 30 Prozent).

Seit Juli 2016 kann in Deutschland eine Prämie für Elektro- und Hybridfahrzeuge beantragt werden. Das von der Bundesregierung bereitgestellte Förderbudget beträgt 1,2 Milliarden Euro (4000 Euro je Elektrofahrzeug, 3000 Euro je Plug-in-Hybrid). Doch lediglich 15.348 Anträge wurden bislang eingereicht. Etwa 56 Prozent der Käufer erhielten den Zuschuss für reine E-Autos, der Rest beantragte ihn für Hybridfahrzeuge. In der Summe wurde somit das Gesamtbudget mit lediglich 55 Millionen Euro belastet. Theoretisch könnten mit den 1,2 Milliarden Euro bis zu 300.000 Fahrzeuge bezuschusst werden. Die meisten Anträge wurden übrigens für Fahrzeuge der Marke BMW eingereicht (4183). Knapp dahinter folgen E-Prämien-Anträge für die Marke Renault (2574).

Quelle: Kati Thielitz, ADAC Reisemagazin Norwegen Mai/Juni 2017

Mehr Geschichten, Reportagen und Tipps zu Norwegen findet ihr im aktuellen ADAC Reisemagazin, erhältlich in den ADAC Geschäftsstellen, im Handel, im ADAC Shop sowie als ADAC Reisemagazin-App im Apple Store und im Google Play Store.


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Katharina
Katharina
PR Referentin, Digitale Kommunikation (DKO)

5 Comments

  1. B.L. sagt:

    Hallihallo.
    Ich muss mich doch über 2 inhaltliche Fehler sehr wundern.

    1. Der e-Golf kostet in Norwegen mitnichten 10.000 EUR (vielleicht ist auch nur die Wortwahl unglücklich?). Ein Blick auf volkswagen.no sagt mir, dass der e-Golf umgerechnet bei 32.800EUR startet, was knapp unterhalb des Verbrenner-Golfs liegt. Wenn man das höhere pro-Kopf-Einkommen in Norwegen berücksichtigt, ist das schon fast ein Schnäppchen.

    2. Der Artikel suggeriert, dass in Norwegen bereits 30% E-PKW unterwegs sind (Bestand). Die 30% sind aber nur Neuzulassungen. Der Bestand ist davon noch weit entfernt.

    Kann man das korrigieren? Nicht dass das noch jemand glaubt…

    Schöne Grüße, B.L.

    • ADAC ADAC sagt:

      Lieber B.L., bei Punkt 1 hast du recht, danke für deinen Hinweis. Wir haben die Stelle im Artikel korrigiert. Unsere Quelle zu Punkt 2 findest du hier =>http://elbil.no/english/norwegian-ev-market/. Viele Grüße.

  2. B.L. sagt:

    Mein zweiter Kommentar ist leider „verloren“ gegangen. Vermutlich ist es nicht möglich auf einen nicht freigegebenen Kommentar schon zu antworten.

    Der korrekte Link zu den Zulassungszahlen wäre dieser hier:
    http://www.ofvas.no/bilsalget-i-2016/category706.html

    Die Zahlen sind identisch mit der von ihnen verlinkten Seite. Es geht hier aber tatsächlich um Neuzulassungen (bzw. um Verkäufe) und nicht um Bestandszahlen.

    Etwas irritierend finde ich auch, dass (im Artikel) nicht zwischen rein elektrisch und plug-in unterschieden wird. Die rein elektrischen haben „lediglich“ einen Anteil von 15,7%. Im Teaserbild steht zwar „Elektrisch + Hybrid“, das stimmt aber eigentlich auch nicht ganz, da nur die Plug-In-Hybride dazugerechnet werden. Die Vollhybride haben einen Anteil von 24,5%. Leider geht aus dem Text nicht hervor, ob die 13,4% PHEVs darin enthalten sind.

  3. E.B. sagt:

    In der Darstellung vermisse ich die sehr unterschiedlichen Gegebenheiten/Topographie der Länder, erhebliche Unterschiede in Nutzung der Verkehrssysteme und Anforderung an ein Auto darstellen. Das Schiff, die Eisenbahn und das Flugzeug haben deshalb dort einen höheren Anteil am Verkehr. Fernverkehr findet mit dem Auto eher weniger statt und das Autobahnnetz ist sehr überschaubar, und wenn dann als Anbindung von Oslo an Schweden. Außerdem ist Norwegen auch in den Ballungsräumen eher dünn besiedelt, weiträumiger Pendlerverkehr mit dem Auto findet wenig statt. Der Anteil an EFH ist groß und auch sonst bietet die Bebauung genügend freien Raum. Weiterhin hat Norwegen die Möglichkeit genutzt Strom über Wasserkraft zu erzeugen. Der Strom ist deshalb billig, ca. 50% des Preises in D. Die Kapazitäten an Speicherkraftwerken sind so groß, dass Norwegen über Unterseekabel an DK und D angeschlossen ist und damit auch von uns genutzt wird. FAZIT: Die Rahmenbedingungen in Norwegen für E-Autos sind als ideal zu bezeichen. Es werden keine großen Reichweiten und Geschwindigkeiten benötigt. Der Strom ist billig und der Platz für Ladestationen im privaten Raum am Stellplatz ausreichend vorhanden. Außerdem ist das Land durch den Export von Öl und Gas (auch an uns) so wohlhaben, dass die Subvention eine Motivationshilfe ist aber keine Notwendigkeit ist. Da sieht es in Deutschland doch wohl etwas anders aus, um nicht zu sagen genau das Gegenteil.

  4. klaus salay sagt:

    Mit vollen Hosen/Taschen ist gut stinken
    Norwegen hat mit seinem Öl ganz Europa geflutet und ist daran reich geworden.
    Nun will man das, was man mit dem Öl macht, nicht mehr haben und hat es dank Reichtum einfach,
    das auch durchzusetzen. Schade, dass WIR kein Öl haben, unser Geld weiterhin gegen norwegisches Öl tauschen müssen, die Norweger immer noch reicher machen und weiter die norwegische Luft mit Abgasen verbrannten norwegischen Öls verpesten müssen…siehe Überschrift.

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