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Mit Dashcam-Filmen 50.000 Anzeigen erstattet

Ob Dashcam-Aufzeichnungen als Beweismittel verwendbar sind, ist regelmäßig ein Streitpunkt vor Gericht.

50.000 Anzeigen erstattete ein Autofahrer mithilfe der Aufnahmen einer „Dashcam“. Ein Verwaltungsgericht urteilte: Aufzeichnungen, die nur gemacht wurden, um fremde Ordnungswidrigkeiten anzuzeigen, haben keine Bedeutung.

Ein Autofahrer brachte im Inneren seines Fahrzeugs eine Dashcam an, die den vorausfahrenden und nachfahrenden Verkehr filmte. Sobald sich auf den Aufzeichnungen Ordnungswidrigkeiten anderer Verkehrsteilnehmer zeigten, erstattete der Autofahrer Anzeige und verlangte von den Behörden den Erlass entsprechender Bußgeldbescheide.

Etwa 50.000 Anzeigen reichte der Fahrer im Laufe von zwei Jahren ein. Daraufhin leitete die Datenschutzbehörde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen den Autofahrer ein. Sie warf ihm vor, dass er ohne Anlass den Fließverkehr beobachte und aufzeichne. Und das wiederum sei ein Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz. Dagegen wehrte sich der Betroffene vor Gericht.

Abwägung zweier Interessen

Das Verwaltungsgericht Göttingen gab der Behörde recht und entschied: Die Verwendung einer Dashcam zum Selbst- und Eigentumsschutz sei keine rein persönliche oder familiäre Angelegenheit. Daher sei das Bundesdatenschutzgesetz zu beachten. Wer den Fließverkehr ohne eigene Betroffenheit abfilme, um Verkehrsverstöße anderer Verkehrsteilnehmer zur Anzeige zu bringen, habe kein berechtigtes Interesse daran, den Verkehr aufzuzeichnen. Es sei daher abzuwägen zwischen den schutzwürdigen Interessen der Betroffenen gegenüber dem Selbst- und Eigentumsschutz des Autofahrers mit der Dashcam.

Das Ergebnis: Die schutzwürdigen Interessen der Verkehrsteilnehmer überwiegen. Da der Autofahrer mit Dashcam keinerlei Eigeninteresse an den Aufzeichnungen habe, sondern lediglich „für Recht und Ordnung“ sorgen wolle, sei das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und das Recht am eigenen Bild höher einzuschätzen. Daher liege ein Verstoß gegen das Datenschutzgesetz vor. Unter Verstoß gegen dieses Gesetz erworbene Daten seien als Beweismittel nicht anzuerkennen.

VG Göttingen, Beschluss vom 12.10.2016, Az.: 1 B 171/16

Habt ihr noch Fragen? Unsere ADAC Rechtsberatung (nur für ADAC Mitglieder) erreicht ihr unter 089/76762423 (Mo-Fr 8-18 Uhr). Weitere Infos, interessante Urteile und Rechtliches von A-Z findet ihr auch auf den Online-Seiten der ADAC Rechtsberatung.


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69 Comments

  1. Reiner Müller sagt:

    Und wieviel musste er letztendlich zahlen?

  2. Christian sagt:

    50.000 in 2 Jahren? Das wären über 70 am Tag. Waren es vielleicht 5.000 oder gar nur 500? Klinkt für mich um einiges realistischer und glaubhafter

    • Tino sagt:

      70 am Tag ist viel? Da reicht es schon wenn ich mich hier in der Stadt eine Stunde an den Kreisverkehr stelle und alle die nicht blinken beim raus fahren Anzeige. Die Deutschen sind reine Egoisten mittlerweile keiner schaut das die anderen auch z.B. in den Kreisel wollen ohne pausenlos auf die zu warten die nicht blinken können oder wollen.

      • Herbert sagt:

        Wie recht Du hast, das ist ja neuerdings soo cool nicht zu blinken.
        Vor Jahren als es nur wenig Automatik Autos gab und die Automatik von vielen Herstellern neu angeboten wurde, sagten viele Autofahrer: “ was soll ich mit Automatik, da hab ich ja nichts mehr zu tun“ Und das sind genau die Autofahrer die heute zu faul sind zu blinken.

      • Wolfi sagt:

        Das nervt mich auch total, dass so viele Blinkmuffel unterwegs sind. Diese Leute haben einfach den Sinn der Blinker nicht erkannt. Ich könnte jedes Mal in den Kreisverkehr einfahren, wenn der von links kommende, der den Kreisvekehr verlassen möchte, auch tatsächlich blinken würde.
        Andererseits wissen viele Autofahrer tatsächlich nicht, weshalb die Blinker eingesetzt werden.
        Situation: Ich fahre auf der Vorfahrtstrasse und möchte rechts in eine Seitenstrassse abbiegen und zeige dies mit dem Blinker an.
        Auf der Seitenstrasse wartet ein Autofahrer, der in die Vorfahrtstraße abbiegen möchte und blinkt ebenfalls. Also wenn mir dieser Autofaher vertrauen würde, dann könnte er doch schon losfahren. Er tut es aber nicht. Selbst wenn ich die meine Geschwindigkeit stark verringere, traut er sich nicht, loszufahren. Vielleicht benutzen deshalb immer mehr Autofahrer den Blinker nicht.
        Ich habe mir mal den Spass gemacht, und bin an der besagten Kreuzung einfach stehen geblieben mit dem gesetzen Blinker. Der Fahrer hat mich nur blöd angeschaut, ist aber nicht losgefahren. Irgendwann mußte ich dann weiterfahren, weil hinter mir ein Auto gekommen ist. Dieses Auto hinter mir ist ebenfalls rechts abgebogen. Das wartende Auto wartet vermutlich heute noch…

        Wenn ich auf der Vorfahrtstraße unterwegs bin und rechts in eine Seitenstraße abbiegen möchte, und von dieser Seitenstrasse ein Auto wartet, um in die Vorfahrtstrasse

        • Scharl sagt:

          Hallo Wolfi, ich fahre auch nicht los, wenn einer anzeigt, dass er abbiegt. Warum? Fährt er dann doch auf der Vorfahrtsstr. gerade aus, weil er es sich anders überlegt hat und es kommt zum Crash bin ich der Dumme. Es nachzuweisen, dass der andere den Blinker gesetzt hatte, um rechts abzubiegen ist schwer nachzuweisen. Also: Lieber warten.

  3. Dieter sagt:

    Mein Fazit zum VG-Urteil:
    Einen Verkehrsverstoß zu begehen ist nicht schlimm , einen Verkehrsverstoß zu dokumentieren und zur Anzeige zu bringen dagegen schon. Das berechtigte Interesse des Verkehrsrowdys auf Persönlichkeitsschutz und somit Straffreiheit ist hierzulande also höher einzustufen als das Recht des normalen (auf die Straßenverkehrsordnung vertrauenden) Verkehrsteilnehmers, der mit seinem PKW nur sicher von A nach B gelangen möchte….warum wundert mich das? Ach ja, wir sind ja im Rechtsstaat Deutschland….

    • Jörg Berger sagt:

      Das ist meiner Meinung nach ein falsches Verständnis von dem Sinn von Regeln. „Der absolute Rechtsstaat ist das größtmögliche Unrecht.“. Regeln werden nicht ihres Selbstzwecks wegen gemacht, sondern sollen es uns allen ermöglichen friedlich zusammen leben zu können und stellen einen Kontext dar, an dem man sich bei – spätestens jedoch nach – seinen Handlungen messen lassen muss.
      Dabei stellen alle Regeln nur Eckpunkte dar, denn man kann nicht jede mögliche Situation im Voraus erfassen.

      Und natürlich muss man sich auch an Regeln halten. Doch die Kontrolle der Einhaltung der Regeln unterliegt den staatlichen Organen und sollte nicht ambitionierten Möchtegernpolizisten abgetreten werden, die weder die Ausbildung noch die charakterliche Eignung dazu aufweisen.So kann die Polizei z. B. von einer Strafe in einem geringen Fall absehen und eine Ermahnung erteilen, wenn sich abzeichnet das der Verstoß unwissentlich begangen wurde. Und das ist auch i. O. und legal, denn Strafe soll den Täter zur Einsicht bringen – nicht zwingen. Jemand der gewzungen wurde wird – sobald sich ihm die Gelegenheit bietet nicht erwischt zu werden – wahrscheinlich wieder einen Verstoß begehen. Jemand der Einsichtig ist, jedoch wahrscheinlich nicht.

      Daher sollten Strafen auch nur dann ausgesprochen werden, wenn sie zielführend ist. Einfach ohne Sinn und Verstand alles abstrafen wer gegen das Gesetz verstoßen hat bringt uns nicht weiter. Beispiele?
      Etwas aus der Tasche beim Stadtgang verloren: Anzeige wegen Umweltverschmutzung.
      Die Uhr ist nicht exakt gestellt und der Rasenmäher wird eine einzige Sekunde vor dem Ende der Mittagsruhe angestellt: Anzeige wegen Ruhestörung
      Ein einziger Autoreifen hat an irgendeiner zu suchenden Stelle 0,1 mm zu wenig Profil: Anzeige wegen mangelnder Verkehrssicherheit
      Eine Treppenstufe ist im Laufe der Jahre abgesackt und weißt nun 1mm zu viel Tritthöhe gegenüber der nächsten Stufe auf: Anzeige wegen Baufehler und mangelnder Sicherheit

      Wir können uns alle gegenseitig wegen jedem kleinsten Verstoss gegenseitig das Leben zur Höhle machen und unsere Energie komplett darauf verschwenden nur noch Fehler bei anderen zu suchen und anzuzeigen. Müssen wir aber nicht.

      „Regeln sind gute Diener aber schlechte Herren“.

      • Anonymous sagt:

        Lieber Herr Berger.
        Ihr Kommentar ist recht umfangreich, aber mit einem einzigen Gegenbeispiel vollständig widerlegt- Was ist mit willkürlichen Geschwindigkeitskontrollen durch private Firmen? Nach Ihrer Argumentation dürfte es die nicht geben.
        Die nicht Bestrafung von Ordnungswidrigkeiten im oben geschilderten Fall erfüllt den Straftatbestand der Strafvereitelung im Amt, sofern eine Verwaltung betroffen ist und der Rechtsbeugung, soweit Richter ein Urteil gesprochen haben.
        Im ersten Semester lernt der Jura-Student, RECHT MUSS SICH UNRECHT NICHT BEUGEN.
        Jeder einzelne Rechtsverstoß, den der brave Bürger aufgezeichnet hat, erfüllt außerdem den Tatbestand der Beleidigung gegen ihn, da seine Rechte von den Tätern missachtet und für gering geschätzt werden.
        Übrigens sind Ihre Beispiele überwiegend unbrauchbar. Es gibt Urteile wegen Ruhestörung in Sekundenbereich und die Profiltiefenmessung ist in der Verordnung genau geregelt. So wie auch die Toleranzgrenze bei der Höhe von Treppenstufen.

        • Jörg Berger sagt:

          Nun, ich bin kein Jurist. Ich habe Recht niemals studiert und kenne wahrscheinlich (wie der größte Teil der Bevölkerung) >99,9% aller Paragraphen nicht. Sich immer ans Gesetz zu halten, ist allein aus diesem Grund heraus schon sehr schwierig.
          Bei der Straßenverkehrsordnung ist der Anteil der Vorschriften die ich kenne sicherlich schon größer, erreicht aber auch keine 100%.
          Wo sie jedoch Recht haben, ist dass ich meine Meinung geäußert habe, dass Gesetze und Regeln (meiner Meinung nach) keinen Selbstzweck erfüllen, sondern in Grenzsituationen (oder bei einem Streitfall) die letzte Linie bilden, an der entschieden wird.
          Einen nicht-Blinker, Falschparker, o. ä. anzuzeigen, wenn niemand behindert, verletzt, gestört, genötigt, … wird, halte ich jedoch in der Tat für überflüssig. Selbst wenn derjenige gegen das Gesetz verstoßen hat.

      • Konrad sagt:

        Hallo Herr Berger. Ihr Verständnis von Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit ist also, dass Sie persönlich entscheiden, in welchem Fall ein Gesetz angewendet wird oder wo es für Sie persönlich nicht verbindlich ist. Entweder werden ALLE angezeigten Verstöße bestraft oder GAR KEINER. Ihr Geschreibsel verstößt gegen den Gleichheitsgrundsatz in Grundgesetz und der ist in seiner Wertigkeit wesentlich höher eingestuft, als diese Konstrukt der informationellen Selbstbestimmung.
        Im ersten Semester lernen die Jura-Studenten: Recht muss Unrecht nicht weichen !!Ihre Beispiele für unsinnige Strafen sind leider wertlos. Urteile wegen Lärmbelästigung im Sekundenbereich gibt es, die Messung der Profiltiefe am Reifen ist in der Verordnung geregelt und die Toleranz bei der Höhe von Trittstufen steht ebenfalls im Gesetz.
        Dann weiterhin straffreie Fahrt für Verkehrskriminelle wie Sie.

        • Jörg Berger sagt:

          Heißt das, dass Sie auch alle Straftaten aller Mitbürger aufzeichnen und sofort zur Anzeige bringen, oder unterlassen Sie das (hin und wieder / des Öfteren / …) und lassen damit „Verkehrskriminelle wie mich“ ungeschoren davon kommen?
          Falls ja, haben wir dann ja doch eine Gemeinsamkeit – ich zeige auch nicht jeden „nicht-Blinker“, „2 km/h zu schnell Fahrer“ … an.
          Sie vermutlich auch nicht.

          • Widder 49 sagt:

            Die Diskussion hier geht am Kern des Gerichtsbeschlusses vorbei. Wir können hier nicht allein über Verkehrsvergehen diskutieren und uns darüber aufregen, wie schlimm die sind. Hier muss definitiv auch §6b BDSG beachtet werden (https://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/__6b.html)

            Ein Verstoß gegen diesen ist auch eine Ordnungswidrigkeit. Es darf eben nicht sein, dass jemand mit Vorsatz regelmäßig Ordnungswidrigkeiten begeht um die Ordnungswidrigkeiten anderer anzuzeigen.

  4. Fahrer sagt:

    Jemand der solch eine Flut von Anzeigen losschickt scheint mir ein Problem zu haben.

    • Scheer sagt:

      Die Anzeigen konnte der Autofahrer doch nur vornehmen, da die eigentlich für Recht und Ordnung Zuständigen längst aufgegeben haben ihre Aufgabe wahrzunehmen. Kollektives Versagen – beginnt mit der Politik und setzt sich über „Ordnungshüter“ bis zu den Gerichten fort.
      UND dies war kein politisches Statement

    • Anonymous sagt:

      Sehr schöner Kommentar und genau den Kern getroffen
      wir kommen auch ohne selbsternannte Hilfspolizisten aus

  5. Walter Ritter sagt:

    Wenn ich Regelwidrigkeiten Anderer in unmittelbarer Nähe zu mir als Verkehrsteilnehmer feststelle und belegen kann, ist das durchaus meiner Meinung nach durch die Behörden zu verfolgen. Denn wenn sich die Anderen an die Regeln halten würden, wäre ich dann als Verkehrsteilnehmer weniger selbst gefährdet. Deshalb meine Frage zu solchen Urteilen: was ist wichtiger: meine und anderer Verkehrsteilnehmer Sicherheit in dem sich Andere an die Regeln halten, oder das Recht am eigenen Bild des Anderen, welcher mich gefährdet ?

    • W. Meyer sagt:

      Hallo Walter Richter,
      alles schön und gut, aber wenn auch nur jeder 10te mit einer Dashcam Auto fährt und täglich 70 Anzeigen einreicht, dann können wir direkt 10 tausend Beamte einstellen, die das alles bearbeiten.
      Ist das sinnig?
      Wenn jeder etwas mehr Rücksicht nehmen würde, der Drängen und Raser ebenso wie der Schleichen und Trödler, dann wird es besser auf unseren Straßen.

  6. Hans Georg Hilsdorf sagt:

    Das hieße also im Umkehrschluss, das wenn ich selbst Beteiligter bin (Behinderter, Genötigter oder Gefährdeter), könnte man mit aufgezeichnetem Videomaterial eine Anzeige rechtskräftig untermauern und damit auch Erfolg vor Gericht haben?????

    • tgtec sagt:

      Die Frage habe ich mir auch schonmal gestellt, aus konkretem Anlass: ich fuhr vor Jahren mit meinen beiden Kleinkindern im Auto zum Kindergarten und auf dem Weg an eine rechts-vor-links Kreuzung. Vor mir ein Mercedes, der zu weit in die Kreuzung hineingefahren war. Auf Protest des Vorfahrtberechtigten hin setzte er ein Stück zurück und mit seiner Anhängerkupplung in meine Front hinein. Es stiegen zwei junge Marokkaner aus und als ich sagte dass sie vielleivcht etwas besser auspassen sollten, behaupteten sie, dass ich Ihnen hinten aufgefahren sei. Kein Zeuge, der zugegen war, Kinder zu klein, d.h. Weiterfahrt als Geschädigter ohne Beweismittel (der Schaden war nur eine Druckstelle, kein Drama, denoch mehr als ärgerlich das impertinente Verhalten dieser zwei Asozialen). Mit dash-cam hätte das ganz anders ausgeschaut …

  7. Robert sagt:

    Ich fahre auch mit einer Dashcam, mir würde aber nicht einfallen jede Owig anzuzeigen. Bei zwei unverschuldeten Unfällen hat sie mir aber sehr geholfen. Also „Eigeninteresse“, der zweite Unfall war erst vor 4 Monaten. Er wollte von der rechten auf die linke Spur nur war ich im Weg. Er hat’s anders ausgelegt und bekommt jetzt noch eine wegen Falschaussage auf den Deckel.
    Also für den Eigengebrauch echt zu empfehlen.

  8. CHRIS sagt:

    An sich ist der Gerichtsbeschluss ein Hohn. Wir werden ALLE und LÜCKENLOS auf allen erdenklichen Ebenen ÜBERWACHT, und zwar ANLASSLOS! Wenn sich ein Gericht dazu hinreissen lässt, ein solches Urteil zu erlassen, dann offenbart das für mich die Abhängigkeit des Gerichtes von der Strafverfolgung. Selbstjustiz ist eine Straftat aber ob ich zur Polizei gehen und eine Anzeige mündlich erstatte oder eine eindeutige Aufnahme vorlege, macht keinen Unterschied in der Bewertung. Die bewusste Abwertung der privaten Videoaufzeichnung ist eine Bevorteilung der Behörden. Wenn sogar die Benutzung der Dashcam zum eigenen Schutz oder zum Nachweiss der Unschuld von Gerichten abgelehnt wird, dann frage ich mich, wo die Unabhängigkeit der Gerichte ist.

    • Widder 49 sagt:

      Wo war denn da die Rede vom Nachweis der Unschuld? Das waren Videoaufnahmen von Vorfällen, von denen der Filmer nicht betroffen war. Gerade deshalb konnte doch nur so entschieden werden! Eine gezielte Aufnahme zum Selbstschutz als Betroffener ist doch etwas ganz anderes als eine dauerhafte Videoaufzeichnung im öffentlichen Raum ohne konkreten Anlass! Solange der konkrete Anlass und die erhebliche eigene Betroffenheit fehlen, gilt eben das grundsätzliche Verbot der optoelektronischen Aufnahme im öffentlichen Raum. Es gibt nach § 6a BDSG nur diese drei Ausnahmetatbestände, die abweichend vom grundsätzlichen Verbot eine Erlaubnis bewirken können: 1.) zur Aufgabenerfüllung öffentlicher Stellen, 2.) zur Wahrnehmung des Hausrechtes oder 3.) zur Wahrnehmung berechtigter Interessen für konkret festgelegte Zwecke.
      Der Fall 3 ist klar gegeben, wenn eine erhebliche Verkehrsgefährdung eintrat oder ein Unfall geschehen ist und derjenige, der die Aufnahme gemacht hat davon betroffen war.
      Das bedeutet: Wenn eine Dashcam dauerhaft läuft, und solange nichts passiert die Aufnahmen ständig wieder überschreibt, so dass im Normalfall keinerlei Verarbeitung und Nutzung der Daten zustande kommt, nur im Falle eines Unfalls oder einer starken Bremsung aber automatisch die letzten Momente davor gespeichert lässt (wie lange genau, ob 30 Sek. 1 Min. oder 2 Min. ist Auslegungssache und wird zurzeit nicht einheitlich gesehen), dann ist diese Nutzung der Dashcam voll mit dem BDSG vereinbar und es gibt einige Gerichtsverfahren, in denen solche Aufnahmen anerkannt wurden. Die Reaktion der Dashcam zur Speicherung muss dazu automatisch durch den Stoß des Aufpralls oder eine starke Bremsung ausgelöst werden.

  9. Wolfgang Meyer sagt:

    Davon abgesehen, dass die Beamten damit keine Arbeit haben möchten – der übertriebene Datenschutz ist bei uns ein Schutz für Gauner, Betrüger und alle Leute, die etwas zu verbergen haben. Ich fahre auch mit Camera und würde bei schweren Verkehrsübertretungen auch Anzeige erstatten. Da mit den 70 am Tag halte ich durchaus für realistisch, denn kaum einer hält sich mehr an die Regeln – eben weil nicht getan wird.

    • B.Weber sagt:

      Lieber Herr Wolfgang Meyer,
      rüsten wir uns doch alle mit einer Dashcam aus, egal ob Auto, Fahrrad, Kinderwagen oder Fußgänger – und zeigen uns alle gegenseitig an.
      Veröffentlichen wir die Bilder, auf denen Sie beim Nasenpopeln zu sehen sind oder sich gerade nicht ganz an die Regeln halten. Vielleicht sehen wir Sie dann auch irgendwo, wo Sie nicht sein sollten – oder Ihre liebe Familie, Ihr Arbeitgeber nicht unbedingt wissen müssen?

      Mal sehen, ob SIe dann immer noch von übertriebenem Datenschutz schreiben wollen – wobei das ja „nur“ ein ganz kleiner Ausschnitt an Möglichkeiten ist …..

      • CHRIS sagt:

        Lieber B.Weber wir als Bürger sind datentechnisch ungeschützt. Datenschutz sind juristische winkelzüge, hinter den sich Behörden etc verstecken, um alles mit uns machen zu können. Verwässern sie nicht die Diskussion indem Sie unsachliche Argumente ins Feld führen. Hier gehr es nur darum das Behörden und Gerichte es sich rausnehmen nach Gutdünken zu entscheiden. Also sachlich bitte 🙂

        • Sebastian sagt:

          Werter Chris,
          das Argument von B. Weber ist sachlich. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist immerhin im Grundgesetz verankert und deshalb höchst schützenswert. Also bitte nicht einfach die Argumente wegwischen, die einfach nicht zur eigenen Meinung passen.

        • Widder 49 sagt:

          @Chris: sachlich wäre, nicht einfach zu behaupten, dass „Behörden und Gerichte es sich rausnehmen nach Gutdünken zu entscheiden“, sondern erst einmal im Gesetzestext nachzulesen (den § 6b BDSG habe ich gerade schon etwas weiter oben hier mit Link zitiert). Dann würde man nämlich leicht erkennen, dass die Behörden ganz dem Gesetz entsprechend die Sache vor Gericht gebracht haben und das Gericht auch genau dem Gesetz entsprechend entschieden hat. Es ist schon harter Tobak, von „Gutdünken“ zu sprechen, ohne sich einmal über Inhalt des Gesetzes informiert zu haben.

    • Frank W. sagt:

      Hallo Herr Mayer,
      Ihrem Beitrag ist eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen.
      Den größten Gegnern und Datenschützern wünsche ich nur das sie in eine Situation kommen wo sie keine Beweise bei Fahrerflucht oder bei Unfällen an Kreuzungen haben. Ungeklärte Unfälle gibt es doch sicher mehr als genug! Und hoffentlich trifft es nicht ihre Familie.
      Notorische Anzeiger, das sie bestraft werden finde ich teilweise richtig. Man kann nicht jede Kleinigkeit gleich zur Anzeige bringen. Fehler und Verstöße macht Jeder mal. Doch manchmal ist es aber auch einfach zu viel des Guten und man fragt sich ob das auch durch das Gesetz geschützt ist.
      Überwachungskameras im öffentlichen Raum, da gibt es doch mehr als genug und sie haben ihre Berechtigung.
      Im privaten Bereich darf es aber nicht sein das die Videos dann bei Facebook und Co. zu sehen sind. Doch wer will kontrollieren wenn mit einer Handykamera gefilmt wird? Die Polizei kommt kaum den normalen Aufgaben nach.
      Schlimmer ist das Zeitungen und Fernsehsender die Aufnahmen für Geld abkaufen!
      Aber es gibt eigentlich wichtigere Probleme als eine Dashcam mit der man Unfälle aufzeichnen kann.
      Manchmal frag ich mich ob Täter mehr Rechte haben als die Opfer! Darüber sollte sich die Politik mal Gedanken machen.
      Sonst ein Blick zu Youtube und da mal Dashcam eingeben… da vergeht einem die tägliche Fahrt auf mit dem Auto.

    • CHRIS sagt:

      Ich fahre noch ohne Dashcam, ca. 50 tkm pro Jahr, ich habe keine Zeit Polizisten zu spielen aber in extremen Fällen sollte diese Nachweismöglichkeit möglich sein. Ich denke das würde der Polizei und den Ordnungsbehörden zur Einhaltung der Gesetzte helfen, man müsste es nur wollen. So ähnlich wie die nichtstattfindenden Geschwindigkeitskontrollen von Kindergärten und Schulen. Leider geht auch da GELD VOR SICHERHEIT. 🙁

    • Jörg Berger sagt:

      Datenschutz und Co sind also nur Dinge für diejenigen, die etwas zu verbergen haben?
      Vielleicht wohnen wir ja in räumlicher Nähe. Dann würde ich Ihnen anbieten ein- oder zweimal pro Monat bei Ihnen die komplette Wohnung, Keller, Schränke, Wäsche … zu durchsuchen. Nicht, dass ich irgendwas finden würde, aber sie haben ja eben nichts zu verbergen. Dann sollte das ja klar gehen.
      Ihre Bankkonten gucke ich mir gerne auch mal an. Ebenso alle ihre Mails und ihre SMS. Ihre Post würde ich auch gerne mal lesen.
      Dann noch die Videosammlung und welche Sendungen sie in welche Programmen gesehen haben. Schreiben Sie mir doch bitte auf, wann sie wo hingefahren sind, am Besten mit allen Adressen und Telefonnummern aller Ziele.
      Ihre Gesundheitsinformationen müßten Sie mir dann bitte vom Arzt / Krankenkasse zukommen lassen, die lese ich dann zu Hause wenn ich mehr Zeit habe …
      Welche Produkte kaufen Sie eigentlich bei welchem Händler und haben Sie für mich eine aktuelle Liste der Zeitschriften und Bücher, die Sie gerade lesen?
      Ach, besser Sie posten diese Informationen alle direkt hier, dann kann nicht nur ich sondern durch die Unterstützung aller hier direkt alles mal durchsehen.
      Das wäre nicht illegal und wenn Sie nichts zu verbergen haben, sollte das ja kein Problem für sie sein.

      • Kafka sagt:

        Was soll dieses unsachliche Geschwätz? Es geht hier um die Verfolgung von Straftaten bzw. erheblichen Ordnungswidrigkeiten – und nicht um Ihren Kleiderschrank.

        • Jörg Berger sagt:

          Sie behaupten, dass es „um die Verfolgung von Straftaten bzw. erheblichen Ordnungswidrigkeiten“ geht. Diesen Part habe ich aus dem Artikel leider nicht entnehmen können. Jedoch glaube ich, dass es bei den 50.000 Anzeigen durchaus auch „Bagatellen“ gibt. Und dann stellt sich für mich die Frage, ob die Pauschalierung „der übertriebene Datenschutz ist bei uns ein Schutz für Gauner, Betrüger und alle Leute, die etwas zu verbergen haben“ den Datenschutz (welcher ebenfalls ein hohes Gut ist) einfach so wegfegen darf.
          Solange es um die Rechte Anderer geht, ist man schnell gewillt diese ein zu schränken. Sobald man jedoch die Möglichkeit der Einschränkung der eigenen Rechten darstellt, wird manch einer Nachdenklich. Was bezweckt war.

        • Widder 49 sagt:

          Auch der Verstoß gegen §6b BDSG (https://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/__6b.html) ist eine Ordnungswidrigkeit. Wo kommen wir denn hin, wenn wir Ordnungswidrigkeiten begehen um die Ordnungswidrigkeiten anderer anzuzeigen? Das wäre bestimmt kein Rechtsstaat mehr!

  10. Hans Montag sagt:

    Ich bin verwundert, dass der ADAC in diesem Forum (und anderen) die Leser duzt. Noch scheint mir der Großteil der Mitglieder einer Altersklasse anzugehören, die mit dem höflichen SIE aufgewachsen ist und dies schätzt. Oder habe ich eine „Revolution“ der Umgangsformen verschlafen? Und wenn schon per Du, dann doch bitte die Anrede Ihr mit großem I – so habe ich es jedenfalls gelernt. Verwunderlich, dass der ADAC hier wie facebook auftritt und alle Leser unformell anspricht.

    • ADAC ADAC sagt:

      Lieber Herr Montag, Sie haben natürlich keine Revolution der Umgangsformen verpasst. Wir haben uns für die „du“- bzw. „ihr“-Anrede entschieden, da wir häufig Social-Media-Inhalte in unseren Beiträge einbinden. Dort ist die „du“-Anrede üblich und wir möchten über unsere Kommunikationskanäle hinweg einen stilistischen Bruch vermeiden. Das Anredepronomen „du“ wird laut Duden in der Regel kleingeschrieben. Viele Grüße.

      • Konrad sagt:

        Da haben Sie aber den Duden nur halb gelesen. Aus Höflichkeit wird das Anredepronomen unverändert GROSS geschrieben. Oder bedeutet die Kleinschreibung eine fehlende Höflichkeit von Seiten des ADAC? Würde zu den Umgangsformen in Straßenverkehr passen…

      • Kafka sagt:

        Gerade WEIL die Social-Media-Inhalte von den Äußerungend es ADAC erkennbar getrennt sein sollten, wäre es gut, wenn der ADAC wieder zum „Sie“ und „Ihr“ wechselt. Einen Stilbruch kan ich darin nicht sehen.

  11. KH. Bongard sagt:

    Sehr geehrte Rezensenten, ich denke die Problematik ist wesentlich vielschichtiger als das dargestellte Urteil lediglich zu befürworten oder zu verteufeln. Es liegt meines Erachtens in der (ver)komplizierten Gesetzgebung als Solche. In der Tat gibt es im Straßenverkehr wie auch anderen Lebensbereichen konsequent ungehobelte Menschen. Aber in der Tat ist es auch so, dass kein Mensch fehlerfrei ist. Da ich selbst im weitesten Sinne mit juristischen Dingen zu tun habe, stelle ich immer wieder einmal erst im Nachhinein fest, dass ich in Unkenntnis einer gesetzlichen Situation einen Fehler gemacht habe. Bemerke ich einen Fehler rechtzeitig, ist selbstverständlich Einsicht und ggfs. Entschuldigung fällig. Aber, wer kann das schon? Und wie viele nehmen in ihrer arroganten Unverzeihlichkeit keine Entschuldigung an?, nein, lieber die fette Anzeige.Wer meint im Straßenverkehr sei alles eindeutig auch für einfacher strukturierte Menschen, die auch ein Bestandtei unserer Gesellschaft sind, geregelt, irrt gewaltig. Man beachte z.B. Besonderheiten auf einem Gewerbeparkplatz, für die es unzählige Auslegungen gibt. Man denke auch an unsere Demographie und damit verbunden teilweise völlig überforderte ältere Menschen in der täglichen Rush-Hour. Und vor allen Dingen daran, dass auch dem erfahrenen Menschen ein Fehler unterlaufen kann. Wer kann denn jetzt rein objektiv darüber richten, wann ein entschuldbares Versehen vorliegt bzw. wann ein Verhalten bewußt die Gefährdung anderer in Kauf nimmt? Eine einzige Dashcamaufnahme führt also immer zum Zufallsergebnis zu dem einen oder anderen. Damit meine ich keinesfalls die Situationen, die jedem bei vereinfachter Denkweise einleuchten müssen (sinnloses Rasen, schneiden,,usw.). Wie oben erwähnt, ist insbesondere die Gesetzgebung gefordert und dadurch in Folge weniger die Rechtsprechung. Weshalb sind elektronische nicht abschaltbar Abstandssysteme keine Pflicht. Dann könnte niemand bewusst aber auch nicht versehentlich zu nah auffahren. Also viele tausend Tote weniger. Wenn schon weltweite Vernetzung, wieso keine Technik, die PKW in Städten nicht schneller als 50 oder 60 km/h fahren lässt? Phantasie? Genau daran und am Umsetzungswillen mangelt es gewaltig. Warum? Lobby, Macht, Geld…..

  12. Dieter R. sagt:

    Im vorigen Jahr hatte ich einen unverschuldeten Verkehrsunfall mit Totalschaden. Ein entgegenkommendes Fahrzeug kam auf meine Fahrbahnseite und es kam zu Totalzusammenstoß. Die Verursacherin und deren Rechtsanwalt wollten estwas ………………. Ich übergab die Aufzeichnungern meinem Rechtsanwalt, der“was draus“ machte. Das eindeutige Beweismittel führte zu vollständigen Bezahlung aller Kosten mit Kfz. Als erstes bestätige mein Anwalt, daß ich nach dem Unfall sofort die Karte aus der Kamera entfernte, da ich diese nicht der Polizei übergeben
    muß.

  13. Thor sagt:

    Tendenziell habe ich nichts gegen Dashcams. Und in wie vielen Fällen habe ich mir gewünscht, genau dann eine im Auto verbaut zu haben. Ich sehe den vorliegenden Fall jedoch als sehr heftig an. Auch wenn ich sehr viel unterwegs bin, so habe ich Vorfälle, in denen ich wirklich „gefährdet“ werde, nicht 70 mal am Tag. Eher ein „paar mal“ im Monat. Und selbst hier sind nicht alle so schlimm, dass ich diese anzeigen müsste oder würde. Und wenn jemand jedes vergessene Blinken anzeigt oder jeden, der paar km/h über der erlaubten Geschwindigkeit ist, dann frage ich mich wirklich, was der für ein Problem hat. Hier ist doch einer mit sich selbst und seinem Leben nicht zufrieden. Dashcams können sehr nützlich sein, aber selbst ernannte „Fahnder“, die diese (in meinen Augen) missbrauchen, schaden den anderen, bei denen es wirklich um etwas geht, wie beispielsweise bei Massenkarambolagen, bei denen die Reihenfolge der Einzelunfälle eine wichtige Rolle spielt! Denn genau wegen diesen Personen werden die Videos doch nicht anerkannt! Leben und Leben lassen!

  14. Karl sagt:

    Ich kann das Geplärre vom angeblichen Datenschutz nicht mehr hören. Wie schon andere Kommentatoren geschrieben haben, ist es doch so, dass der „Persönlichkeitsschutz“ von Straftätern einen höheren Stellenwert hat als die per Dashcam gegebene Möglichkeit, Übeltätern im Straßenverkehr endlich ohne menschliche Zeugen beikommen zu können. Dichtes Auffahren, lebensgefährliche Überholmanöver, Raserei – das sind so die Delikte, die vermehrt zur Anzeige gebracht und entsprechend strafrechtlich verfolgt werden sollten. Aber wie soll man’s denn ohne Dashcam dokumentieren? Die Polizei überwacht den fließenden Verkehr doch in keinster Weise. Ich denke, dass von der Obrigkeitsseite her gesehen deshalb kein gesteigertes Interesse an der Verwertung von Dashcamaufnahmen besteht, weil die ohnehin überlasteten Gerichte ansonsten unter der Flut von Anzeigen zusammenbrechen würden. Wenn’s nach mir ginge, wären Dashcams in jedem Auto Pflicht!

    • Jörg Berger sagt:

      Ich habe so die Vermutung, dass bei vielen die Dashcams in Autos beführtworten (oder sie sogar als gerne verpflichtend hätten), dass sie hauptsächlich den anderen Verkehrsteilnehmern an Zeug wollen.
      Ich frage mich wie es aussehen würde, wenn man Dashcams erlauben würde unter der Voraussetzung, dass die Aufnahmen regelmäßig gesichtet würden und die Besitzer der Dashcam alle Strafen auferlegt bekommen, bei der sie sich selbst dokumentiert haben.

      Immer wieder ist die Rede davon, dass „Anderen“ ein Fehlverhalten bewiesen werden soll. Wie viele Dashcambesitzer gehen wohl mit den Aufnahmen zur Polizei, um selbst begangene Fehlverhalten an zu zeigen?
      Ich schätze, diese Aufzeichnungen werden nie das Licht der Welt erblicken. Dashcamdaten sollen doch hauptsächlich den „Gegnern im Straßenverkehr“ den Garaus machen, und zwar präventiv!

      Ich selber mache sicherlich im Straßenverkehr wie auch im restlichen Leben Fehler, da spreche ich mich nicht von frei.
      Doch anstatt immer mehr und härtere Strafen zu fordern und eine immer lückenlosere Überwachung zu fordern und zu unterstützen, könnte man es ja auch mit Rücksicht und (wenn es nichts übertriebenes war) auch mit Verständnis versuchen. Das wäre ein humanes Ziel. Doch statt dessen nutzen wir immer mehr Technik und führen uns damit in die genau entgegen gesetzte Richtung.

      Und meiner Meinung nach kann Technik ganz tolle Dinge und die Menschen sehr hilfreich unterstützen (wie z. B. ABS, ESP, …)
      Wenn Sie jedoch Dinge wie Anstand, Vernunft, Verständnis, Rücksicht, … ersetzen soll, versagt sie total!

  15. Manfred Heinrich sagt:

    Auch ohne Dashkam käme ich auf über 10 Vergehungen von anderen Verkehrsteilnehmer pro Tag.
    Da ist das Telefon am Ohr noch die kleinere Vergehung. Ich kapiere es nicht, alle 2 Jahre ein neues Phon, aber keine Knete für eine Freisprech-Einrichtung oder Knopf im Ohr.
    In Russland scheint es Mode zu sein, sich vor einen PKW zu werfen. Bei solchen „Schlitzohren“ hilft so eine Dashkam ungemein vor Schmerzengeldforderungen. Mein Grundstück habe ich Datenschutzgerecht gesichert. Hier gilt Täterschutz ja vor Opferschutz.
    Diesen Irrsinn gibt es nur in Germany.

  16. Besorgter Bürger sagt:

    Mir wird schlecht …
    In einer Welt der Überwachung durch alles und jeden sehe ich die Persönlichkeitsrechte massiv beeinträchtigt.
    Es gibt einen guten Grund für die Gewaltenteilung und Bestrafung von Amtsanmaßung.
    Eine Dashcam erstellt heimliche Aufnahmen und stellt jeden, der vor die Linse kommt unter den Generalverdacht einer kriminellen Handlung, denn – so die häufigste Argumentation – die Kamera soll einen Betrugsversuch/ eine Schädigung Beweisen. Zudem wird eine heimliche Tonaufnahmen angefertigt, die Mitfahrende oder bei geöffneter Tür/ Fenster fremde Personen aufzeichnet und somit ebenfalls gegen das Gesetz verstößt.
    Die Weitergabe an Dritte (die Polizei zählt dazu) setzt dann den Schlussstrich und ist genau genommen verboten (gibt Ausnahmen).

    Wenn jemand gerne permanent überwacht werden möchte, der sollte sich einweisen lassen. Bekommt sogar noch Essen geliefert und eine rundum-Betreuung inklusive Medikation.

    Das manche Aufnahmen dem einen oder anderen nützen – keine Frage. Aber rechtfertigt dies die Überwachung aller, zum (finanziellen) Wohl eines einzelnen, der sich bei Anfertigung der Aufnahmen nicht sicher sein kann einmal Geschädigter zu werden?

    Mir wurde an meinem PKW auch mehrfach ein finanzieller Schaden zugefügt. Renne ich deswegen in den nächsten Laden und kaufe mir eine Dashcam – oder bestelle sie mir ganz clever in China?! Leben bedeutet Verschleiß. Solange der nur Materiell ist, sollte man sich glücklich schätzen. Heilen kann eine Kamera auch nicht.

    Laufen demnächst alle mit Bodycams durch die Gegend, weil ja vielleicht jemand etwas machen könnte, dass mir nicht passt?
    Quirolanten haben für sich ein neues Hobby entdeckt.

    Übrigens – selbst erstellte Aufnahmen können auch gegen einen selbst verwendet werden, sollte die andere Partei eine Aufzeichnungsquelle gesehen haben. Hier kann die Herausgabe verlangt werden – es ist also keine Einbahnstraße.

    Wer mit einer Kamera durch die Gegend fährt sagt ungesprochen: Mein Recht wiegt schwerer, als das aller anderen.

  17. Sebastian sagt:

    Werter Chris,
    auch hier muss ich widersprechen: dashcam Aufnahmen „helfen“ in aller Regel der Polizei nicht, weil meist nicht alle erforderlichen und/oder tatbestandlichen Einzelheiten zur Verfolgung einer Ordnungswidrigkeit oder Straftat aufgezeichnet werden. Zur Verfolgung eben solcher beschäftigt der Staat, also wir alle, Profis und bezahlen sie auch: Die Polizei. Rüsten wir diese Profis doch lieber ordentlich aus, damit sie ihre Arbeit auch professionell machen können, anstatt alle Hilfssheriff zu spielen und die Blauen mit oft aussichtslosen Ermittlungen zusätzlich zu belasten… Würde mich mal interessieren, wie viele von den 50.000 Delikten überhaupt zu ermitteln gewesen wären.

  18. K.E.Grupe sagt:

    Wir brauchen auf unseren Straßen kein möchte gern Sheriffs.
    Es sollte sich jeder an die eigene Nase packen und an die Verkehrsordnung halten.
    Ich selbst schließe mich da nicht aus obwohl ich ca. 80000KM im Jahr fahre

  19. Jürgen sagt:

    Bei dieser Rechtslage stellt sich mir die Frage: Bekomme ich ggf. rechtens eine Anzeige von einem „gefilmten“ Verkehrsrowdy wenn ich zu meinem eigenen Schutz eine Dashcam im Auto mitführe? Ich hoffe nicht, denn dann wäre der Rechtsstaat tatsächlich ad absurdum geführt.

  20. Emil Schuster sagt:

    Alles Spitzel und Besserwisser. Schlimmer als in der DDR.

  21. Klaus Schürmann sagt:

    Neulich hätte mir auch eine Dashcam hinten nicht helfen können. Bei Gischt und Regen auf der A3 für ich mit meinem Sportwagen auf der linken Spur mit vorgeschriebenem Sicherheitsabstand in einer „Kolonne“ von mehreren PKWś an einer „Kolonne“ von LKWś vorbei, die mit „Radaraugen“ in sehr kurzen Abständen hintereinander auf der rechten Spur unterwegs waren.
    Ohne daß ich das Kennzeichen noch sehen oder gar lesen konnte folgte mir ein Sprinter in meinem Kofferraum.
    Mit kurzer Beschleunigung und gleichzeitigem Antippen des Bremspedals habe ich versucht, den Fahrer des Sprinters auf mein Unsicherheitsgefühl bezüglich seiner Vorstellung von Sicherheitabstand hinzuweisen. Ich konnte leider nur kurz, also beim Beschleunigen, einen normalen Sicherheitsabstand herstellen. Dann kam der Sprinter wieder in Kofferraumnähe hinterher.
    Ich quetschte mich zwischen zwei Lastern auf die rechte Spur und ließ den Sprinter vorbei. Es war ein gelbes Holländerkennzeichen zu sehen, als der Fahrer das mit mir praktizierte Auffahren mit dem Vordermann weiter trieb.
    Richtung Heimat trocknete die Fahrbahn ab und man konnte wieder etwas schneller fahren. Den Sprinter habe ich wenig später wieder überholen können. Eine Dashcam hätte daran nix geändert. Es sind die Fehleinschätzungen der Fahrer, die das Verkehrsgeschehen so gefährden.

    • Kafka sagt:

      Es gibt auch Dashcams die nach vorne und hinten gleichzeitig filmen – bei den allgegenwärtigen Nah-Auffahr-Gefährdern eine gute Sache.

  22. Gerd Fuchshuber sagt:

    Datenschutz = Täterschutz !

    • Peter sagt:

      Werbespruch der Stasi?

    • Anonymous sagt:

      Ich habe einmal ein Unfall an einer Kreuzung beobachtet. Durfte ich als Zeuge überhaupt aussagen, habe ich nicht die informelle Selbstbestimmung der Unfallgegener missachtet? Bei meiner Zeugenbefragung tage später war ich mir nicht einmal mehr sicher, ob ich am Unfalltag überhaupt aus dem Haus gegengen war. Eine Dashcam hätte geholfen die Unschult des Geschädigten zu belegen. Ich konnte babei nicht helfen.
      Und da offenbar Soviele nicht mehr zuwissen scheinen wie Staßenverkehr geht; alle 2 Jahre zur Nachprüfung.

      • Anonymous sagt:

        alle 2 Jahre zur Nachprüfung? das ist wenig Sinnvoll! Ab einem bestimmten Alter macht das sicher Sinn aber ich würde nicht jeden der einen Führerschein hat alle 2 Jahre zur Nachprüfung schicken, wie übertrieben ist das denn?????

  23. Anonym sagt:

    So lange werden die Dashcam offiziell nicht verboten werde ich die weiter im meinem Auto nutzen. Natürlich nicht nur für Anzeigen zu erstatten aber zur eigenem Schutz. Manchmal es hilft wenn der hinter mir in Kofferraumnähe fahrende merk die Dashcam, bremst sofort und Fährt mit anständige Abstand. Angst vor Strafe hilft dem Täter weiter Vorschriftlich Fahren!
    Ich frage mich warum das was hilft sollte verboten werden? Es wird auch große Hilfe als Unfall Beweis, aber vielleicht auch wie ich beobachte wollen die GROSSEN nicht, dass zufählich werden Ihre Verstöße gegen Fahrvorschriften nich gefilmt!! Ich bin da für!

  24. Peter Mingst sagt:

    Ich stelle folgende These auf: Wer behauptet, als Autofahrer noch keinen Fehler gemacht zu haben, der ist im Wahrheit noch kein Auto gefahren! Also ein wenig mehr Selbsterkenntnis.

  25. Charly sagt:

    Sehr gut das wir in einem Rechtsstaat leben, wo kämen wir da denn hin, wenn jeder Trottel eine Dashcam hätte und vor Gericht einfach beweisen könnte, das nicht er, sondern ein anderer, der Trottel wäre. Da hätten ja alle Richter und Rechtsanwälte weniger Arbeit, das geht nicht.
    Wir leben hier in einem Rechtsstaat, da macht jeder was er will, aber keiner was er soll.
    Also liebe Leser bleibt bei der Meinung von Gerichte und dem Datenschutz, wir beschützen alle die keine Fehler machen, aber auch vor allem auch die, die Fehler machen.
    Eine falsche Zeugenaussagen, ist vor Gericht wahrscheinlich besser Verwertbar wie eine Dashcam.
    Dashcam/ Datenschutz, wir sind doch fast alle schon Gläsern, Eure Daten und Profile sind doch im Umlauf

  26. Sickel sagt:

    Mein Gott, was ist denn hier los. Da wird vom hundertsten ins tausendste über alles Mögliche geschrieben und diskutiert. Dabei geht es doch nur darum, ein Hilfsmittel zu installieren und zu benutzen, dass tiefgreifende Situationen, damit meine ich Verkehrsunfälle oder fast Verkehrsunfälle, bei denen man selbst beteiligt oder zufällig, bei nicht Beteiligung, als Zeuge in der Nähe ist, zur Beweisführung im Bild festzuhalten. Alle anderen aufgenommen Szenen sind uninteressant, und sie sollten gleich wieder gelöscht werden, egal ob dabei jemand zufällig beobachtet wurde, der sich unrichtig (aber nicht kriminell) verhielt oder nicht. Man denke nur an die Szene mit dem Fußtritt in der Berliner U-Bahn. Es war diese eine wichtige Szene, die aus der Vielzahl der vielen Aufnahmen und vielen Menschen (Datenschutz!) so wichtig wurde. Ich habe absichtlich Datenschutz erwähnt, weil die anderen Szenen alle im Mülleimer landeten und niemand, der da zufällig auch beobachtet wurde, sich sorgen muss. Und so sollte man auch die Handhabung der Dashcam einschätzen und nicht wie jemand, der ein Problem mit sich selbst hat und sich jeden Tag unbedingt als Polizist aufspielen muss, dabei den Behörden und der Justiz noch zusätzlich Arbeit verschaffen will, wo die sich doch um wirklich wichtigere Dinge kümmern müssen. Nein dazu sollte man sich keine Dashcam ins Auto setzen, was auch beim Gesetzgeber zu Beginn die Sorge war, die Dinger überhaupt und vor alle auch in der Beweisführung zuzulassen.

  27. Hans sagt:

    Wenn ich die Kommentare hier lese, frage ich mich ernsthaft ob uns hier in Deutschland nicht langsam der gesunde Menschenverstand abhanden kommt.
    Für mich geht es nicht um die Verwendung oder Nicht-Verwendung einer Dashcam sondern vielmehr um das Verhalten von Menschen in unserer Gesellschaft. Jedes technische System kann Unterstützung sein – oder auch missbraucht werden.
    Vielmehr stelle ich mir die Frage was in einem Menschen vorgeht, der anscheinend seinen Lebensinhalt darin sucht andere auf frischer Tat zu ertappen und anzuzeigen – wegen welcher „schweren Delikte und Vergehen“ oder „Bagatellen“ ist für mich aus dem Artikel nicht ersichtlich. Das kommt dem Fenstergucker gleich, der den ganzen Tag nichts besseres zu tun hat als alle Falschparker, Nicht-Blinker etc. zu beobachten und die Polizei zu rufen. Was treibt jemanden an so gegen „ALLE“ zu sein?
    Ich unterstelle, dass dieser Mensch ein tiefergehendes Problem hat und die Zeit besser für eine hilfreiche therapeutische Behandlung nutzen könnte.
    Vielleicht haben wir ja alle bewusst oder unbewusst schon mal was falsch gemacht!? -ohne dass gleich etwas Schlimmes passiert und jemand zu Schaden gekommen ist. Vielleicht sind wir dann sogar so tolerant das gleiche „Fehlverhalten“ auch unseren Mitmenschen zu gestatten!?
    Natürlich nehme ich damit diejenigen aus, welche offensichtlich ihr Leben strikt nach Recht und Gesetz und ausschließlich zum Wohle aller anderen ausrichten. 🙂

    Schöne Weihnachten allen meinen Mitmenschen – und bitte zeigen Sie mich nicht an wenn ich Ihnen vielleicht irgendwo begegne und gerade was falsch mache. 😉

  28. Datenschützer sagt:

    Wir haben einen so tollen Datenschutz, dass sogar kranke Piloten 150 Menschen einfach in den Tod fliegen dürfen, weil im konkreten Fall mehr als 40 Ärzte „wegen Datenschutz“ schweigen mussten.

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