Die elektromobile Welle in China rollt

Gleich mit drei elektrischen Studien ist VW in Shanghai vertreten. Eine davon ist der Skoda Vision E.

China will dringend handeln und die E-Mobilität massiv fördern. Möglichst bald sollen abgasintensive Autos aus den smoggeplagten Metropolen verschwinden. Noch sind die angekündigten Umweltauflagen unklar. Bei der internationalen Automesse in Shanghai (21. bis 28. April) sehen sich deutsche Autohersteller für diese chinesische „grüne Welle“ gewappnet – auch wenn sie derzeit in Fernost mit einigen herkömmlichen Fahrzeugmodellen viel Geld verdienen, wie etwa mit SUV.

Einer der aktuellen Diskussionspunkte in China ist eine feste Quote für die Produktion von Autos mit elektrischen Antrieben. Geplant ist ein Punktesystem, in dem sich die Hersteller abgasärmere Autos mit Hybrid- und rein batteriebetriebenen Motoren anrechnen können. Die genaue Formel ist noch nicht bekannt. Doch grundsätzlich soll es künftig so sein: Je mehr die Hersteller reichweitenstarke, elektrifizierte Antriebe verkaufen, umso mehr Autos dürfen sie auch mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren auf den Markt bringen. Die Quotenregelung könnte nach derzeitigem Stand bereits 2018 in Kraft treten.

Audis elektrische Studie „e-tron“ soll so oder so ähnlich ab dem Jahr 2019 in Serie produziert werden.

Neben der Produktionsquote für E-Autos plant China weitere strikte Regeln, die noch nicht öffentlich kommuniziert wurden. Lediglich einen Zeitplan nannte die chinesische Regierung: Spätestens 2021 soll das weltweit schärfste Abgasregelwerk landesweit gültig sein. Die Regelungen könnten in smoggeplagten Megastädten Chinas auch deutlich eher greifen.

Autohersteller hoffen darauf, dass durch Verhandlungen – mithilfe der Bundesregierung als Verhandlungspartner – die angekündigten chinesischen Vorschriften aufweichen. Doch wenn alles so kommt wie geplant, sehen sich die Hersteller gerüstet. Es sei eine Herausforderung, aber man sei „in der Lage, den Plan zu erfüllen“, hieß es bei Audi.

„Fortschritt ist wie eine Ketchup-Flasche“

Daimler-Chef Dieter Zetsche will die schärferen Emissions-Regeln im Land nutzen. Daimler sei flexibel und werde Batterie-Fahrzeuge auch in den Werken produzieren, in denen bislang Verbrenner gebaut würden, sagte Zetsche. Der Fortschritt bei Elektroautos sei wie „die berühmte Ketchup-Flasche, von der man nicht weiß, wann sie kommt und wie viel“.

Auch herkömmliche, in China beliebte, PS-starke Autos werden in Shanghai präsentiert, wie der neueste BMW M4 CS.

Trotz allem greift Optimismus um sich, denn das bisherige Geschäft mit Verbrennungsmotoren läuft offenbar gut. Nach Einschätzung von Audi-Chef Rupert Stadler wächst der Markt für Oberklasse-Autos in den kommenden Jahren signifikant weiter. Weil der Wohlstand in China steige, könnten demnach die Verkäufe der Oberklasse-Hersteller innerhalb von zehn Jahren von heute rund 2,1 auf drei Millionen Fahrzeuge pro Jahr steigen.

Quelle: mit Material von dpa


1 Kommentar

  1. Matthias sagt:

    Meiner Meinung nach brauchen auch wir in Deutschland auch eine deutlich ausgeweitetere Förderung der E-Fahrzeuge.
    Die Aussetzung der Kfz Steuer auf Nachfrageseite zwingt die Hersteller nicht wirklich, in die Elektrooffensive zu gehen. Würde alle so produzieren wie zum Beispiel Tesla mit GigaFactory und Modell für den Massenmarkt, könnten wir deutlich beruhigter in die Zukunft gehen. Denn es ist doch eigentlich klar, dass Verbrennerfahrzeuge komplett veralltet sind und bald von den deutlich komfortableren, umweltfreundlicheren und moderneren Elektroautos abgelöst werden.

    Vielen Dank für den spannenden Artikel

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