Im E-Auto kommen Marderbisse teuer

Ob Verbrenner oder E-Auto: Marder beißen gern in Kabel, Schläuche und Stromleitungen.

Auch ein Auto mit Verbrennungsmotor kommt nicht ohne Strom aus. Doch durch die Kabel in einem Elektrofahrzeug fließt die Energie teilweise mit viel höherer Spannung. Und das kann den Besitzer viel Geld kosten: Wenn sich ein Marder in Hochvoltkabel verbeißt, ist häufig ein Komplettaustausch der betroffenen Kabel erforderlich. Gegen die ungebetenen Gäste im Motorraum hilft wiederum am zuverlässigsten Strom.

Statt 12 Volt wie in einem herkömmlichen Benziner oder Diesel fließen durch die Stromleitungen eines Elektroautos bis zu 400 Volt. Und das treibt die Kosten durch Marderschäden in die Höhe. „Hochvoltkabel müssen aus Sicherheitsgründen in der Regel komplett ausgetauscht werden“, warnt Arnulf Thiemel vom ADAC Technik Zentrum, „auch wenn nicht eindeutig zu erkennen ist, ob die Isolierung durch ist oder nicht.“ Reparaturen an Hochvoltkabeln sind unter Werkstattbedingungen nicht mit der erforderlichen Sicherheit möglich.

Besitzer von Verbrennern kommen in der Regel mit einem Schaden von einigen hundert Euro davon. Beim E-Auto können wegen eines Marderbisses dagegen leicht mehrere tausend Euro auf der Reparaturrechnung stehen. Entwarnung gibt der ADAC Experte für die Gesundheit: „Gefährlich ist der Biss aber nicht, denn die Kabel werden im Kurzschlussfall von der Stromversorgung getrennt.“ Möglicherweise fährt zwar das Auto nicht mehr, aber weder Mensch noch Marder bekommen einen tödlichen Schlag.

Gegen Marder hilft Hochspannung

Um die Raubtiere vom Motor fernzuhalten, hilft nach Erkenntnissen des ADAC-Technik-Zentrums am besten Hochspannung. Unten im Motorraum montierte Metall-Plättchen, die wie bei einem Weidezaun durch ein Steuergerät mit Spannung versorgt werden, verpassen dem Eindringling einen Stromschlag. Dieser erschreckt und vertreibt einen Marder, ohne ihn zu verletzen.

Die Strombegrenzung schützt auch Menschen. Sofern sie gesund sind, haben sie bei Berührung außer einem Schrecken nichts zu befürchten. Aufpassen müssen jedoch Kranke oder Träger von Herzschrittmachern und anderen Implantaten, die die Kontakt-Plättchen nicht berühren sollten. Den Einbau sollte man der Fachwerkstatt überlassen, die auch eine automatische Abschaltung beim Öffnen der Motorhaube für gefahrlose Wartungs- oder Reparaturarbeiten vorsieht.

Keine Wirkung gegen Marder haben dagegen nach Ansicht von Wildbiologen Duftstoffe wie Hundehaare, WC-Steine, Abwehrsprays, Duftsäckchen und Mottenkugeln, da sich die Tiere schnell an unangenehme Gerüche gewöhnen; ebenso offenbar an Lichtblitze und Ultraschallsignale.


1 Kommentar

  1. Monika sagt:

    hmm, hätte nicht gedacht das Marder auch in Elketroautos gehen. Man lernt halt immer wider was dazu 🙂

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