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Aeromobil lässt das Auto fliegen

Halb Auto, halb Kleinflugzeug. Der bisherige Top-Prototyp des fliegenden Autos "Aeromobil 3.0"

Ein slowakisches Unternehmen meint es ernst. Aeromobil will noch im Laufe des Jahres Bestellungen annehmen für das erste serienreife Auto aus Europa, das fliegen kann. Ab dem 20. April wird das allerneueste Aeromobil bei der Luxus-Ausstellung Top Marques Monaco zu sehen sein.

Schon Visionäre wie der legendäre Autohersteller Henry Ford ahnten es. Der Pionier der Automobilbranche sagte bereits im Jahr 1940: „Erinnert euch an meine Worte. Irgendwann werden Autos fliegen können.“ Noch fliegen zwar nicht viele Autos, aber seit etwa 15 bis 20 Jahren arbeiten Experten rund um die Welt an Modellen, die beides können: fliegen und fahren, je nach Bedarf.

Eines dieser Unternehmen ist Aeromobil mit Sitz im slowakischen Bratislava. Schon seit 1990 tüfteln dort internationale Ingenieure und Entwickler an einem Fahrzeug, das wie ein herkömmliches Auto fährt und wie ein Kleinflugzeug fliegen kann – eine schwierige Herausforderung. Die ersten Modelle sahen aus wie Mini-Jets, die einen Reifen zu viel hatten – also vier statt drei. Das aktuelle Ergebnis ist ein Prototyp, der eher so wirkt, als hätte man ein halbes Auto und ein halbes Flugzeug zusammengeschweißt.

Ob das endgültige Modell so aussehen wird, ist unklar. Die Verantwortlichen von Aeromobil machen ein Geheimnis daraus und wollen ihr allerneuestes Werk ab dem 20. April der Welt vorführen, bei der Ausstellung Top Marques Monaco (20. bis 23. April 2017), einem Event, das mit hohem Glamour-Faktor wirbt. Teilnehmer präsentieren dort Luxusprodukte, wie etwa sündhaft teure Supersportwagen. Im Programm ist unter anderem auch das neue Aeromobil als Highlight angekündigt.

Nischenprodukt für Wohlhabende

Über die technischen Daten des neuesten Aeromobil ist bislang nicht allzu viel bekannt. Details des neuen und des alten Prototyps werden sich wohl überschneiden: Der bisherige Top-Prototyp Aeromobil 3.0 wiegt gerade einmal 450 Kilogramm, hat einklappbare Flügel, und ein Hybrid-Motor (eine Kombination aus Elektroantrieb und herkömmlichem Antrieb) treibt je nach Bedarf den am Heck sitzenden Propeller oder die Vorderräder an. Seine Maximalgeschwindigkeit beträgt auf der Straße 160 km/h, in der Luft etwa 200 km/h. Der Verbrauch liegt bei 16 Liter/100 km in der Luft und bei acht Liter/100 km auf der Straße. 

„Erwarten Sie einen Preis von einigen Hunderttausend Euro“, steht auf der Aeromobil-Homepage.

Der Zweisitzer ist stattliche sechs Meter lang, was den einklappbaren Heckflügeln und der Aerodynamik geschuldet ist. Hier kommen bereits die ersten Zweifel an der Alltagstauglichkeit auf, falls man in einer Metropole wohnt. Denn in Großstädten wie München, Hamburg oder Berlin einen sechs Meter langen Parkplatz zu finden, ist eher unwahrscheinlich. Genauso unwahrscheinlich ist, dass das Aeromobil irgendwann zum Massenprodukt wird. „Erwarten Sie für die Kombination aus Sportauto und Leichtflugzeug einen Preis von einigen Hunderttausend Euro“, heißt es auf der Homepage von Aeromobil vage.

Fliegende US-Modelle sind bereits auf dem Markt

Erste Erfolgsmeldungen über fliegende Autos verbreiteten sich bereits 2009 in den USA. Das Unternehmen Terrafugia war so ein Vorreiter, gegründet von drei Piloten. Ihr Modell Transition fliegt und fährt seit 2011 und schafft mit 104 PS eine Spitzengeschwindigkeit von etwa 100 km/h auf dem Boden und 185 km/h in der Luft. Lange Zeit durfte man damit aber nur fliegen – vorausgesetzt, man hatte die nötige Fluglizenz. Denn der Transition erhielt zunächst keine Straßenzulassung. Erst nach langjährigen Verhandlungen ist es nun möglich, den Transition auch auf der Straße zu fahren – zumindest in den USA.

Besonders oft wird das einzigartige Gefährt jedoch nicht verkauft. Denn neben dem Preis von etwa 280.000 US-Dollar (umgerechnet circa 263.000 Euro) schreckt eine weitere Tatsache ab: Der Fahrer beziehungsweise Pilot braucht eine etwa 800 Meter lange, freie Strecke, um mit dem Transition abzuheben oder zu landen – eine Anforderung, die auch dem Aeromobil zum Verhängnis werden könnte.

Nachtrag vom 21. April 2017

Wie angekündigt hat Aeromobil seinen neuesten Prototyp am 20. April in Monaco vorgestellt. Und so sieht er aus:

Das neueste Aerombil aus der Slowakei, vorgestellt bei der Luxus-Ausstellung Top Marques Monaco.

Und auch die Daten des neuen Aeromobil sind jetzt bekannt. Alle Angaben laut Hersteller:

  • Maße in Autoform l/b/h: 5,9/2,2/1,5 m
  • Maße in Flugzeugform l/b/h: 5,8/8,8/1,4 m
  • Maximalgewicht, um abzuheben: 960 kg (Zuladung 240 kg)

Antrieb

  • Vier-Zylinder-Boxer-Motor
  • mit Turbolader
  • Hubraum: 2000 ccm
  • Integrierter Elektroantrieb auf den Vorderrädern
  • Leistung der beiden E-Motoren: 80 kW (etwa 110 PS)
  • Leistung des Turbomotors: 224 kW (etwa 300 PS)
  • Propeller: bis zu 2400 U/min
  • Gewicht des Propellers: 110 kg

Reichweite und Verbrauch

  • Verbrauch auf dem Boden: 4.2 l/100 km
  • Maximale Reichweite in der Luft: 750 km
  • Tankinhalt: 90 Liter
Geschwindigkeit und Beschleunigung
  • Beschleunigung auf dem Boden: 0-100 km/h: 10 Sek
  • Maximalgeschwindigkeit auf dem Boden: 160 km/h,
  • Maximalgeschwindigkeit in der Luft: 360 km/h
  • Mindestlänge der Flug- und Landebahn: 595 m
Sicherheit
  • Fallschirmsystem an Board
  • Fluggastzelle aus Kohlefaser
  • optional erhältlich: Autopilot-Funktion

Besonderheiten

  • Verwandlung in ein Flugzeug in maximal drei Minuten

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