Falscher Polizist muss Aufsatz schreiben

Eine Münchner Richterin sprach im Falle des falschen Polizisten eine recht ungewöhnliche Strafe aus.

Ein junger Mann hat sich als Polizist ausgegeben und ein Auto kontrolliert. Es folgte eine Anklage: Amtsanmaßung. Das Urteil: Der 19-Jährige musste Geldstrafe zahlen – und einen Aufsatz schreiben.

Ein 19-Jähriger mietete sich für einige Zeit einen schwarzen BMW mit französischem Kennzeichen. Mit einem Freund zusammen kam er nun auf eine jugendlich-leichtsinnige Idee: Er bestellte Blaulicht und ein LED-Blitzgerät im Internet und wollte Polizei spielen.

Eines Abends standen die zwei falschen Polizisten am Straßenrand, als zufällig ein Bekannter in seinem Auto vorbeifuhr. Die beiden Männer setzten sich in den BMW, schalteten das Blaulicht ein, betätigten den LED-Blitzer und fuhren dem Auto hinterher. Der Vorausfahrende dachte, er sei in einer Verkehrskontrolle und hielt an. Die „Polizisten“ verlangten nun die Fahrzeugpapiere. Der Fahrer erkannte jedoch den jungen Mann. Er rief er die echte Polizei und die Tarnung der beiden Männer flog auf.

Überschätzte Machtsymbole

Gegen den Jugendlichen wurde ein Strafverfahren wegen Amtsanmaßung eingeleitet. Im Prozess war der junge Mann geständig. Er entschuldigte sich zwar glaubhaft, das Amtsgericht (AG) München verurteilte ihn trotzdem zu einer Geldstrafe von 1000 Euro. Doch dabei blieb es nicht.

Die Richterin des Verfahrens hatte aus den Aussagen des Mannes den Eindruck gewonnen, dass er, der als Berufswunsch Soldat angab, dazu neige, Machtsymbole zu überschätzen. Deshalb bestrafte ihn die Richterin zusätzlich: Er musste einen zweiseitigen Aufsatz schreiben, zum Thema: „Warum möchte ich Soldat werden? Was bedeutet mir die Uniform?“

AG München, 17.08.2016, Az.: 1034 Ds 468 Js 178122/16

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