Ermittlungen um verbranntes DBM-Elektroauto

Minister Rainer Brüderle beim Empfang des Rekordautos im Oktober 2010: War das wirklich der Durchbruch für die Elektromobilität? (Foto: Rudschies)

Das DBM-Rekordauto ist beim Brand einer Berliner Lagerhalle am 12. Dezember 2010  komplett zerstört worden. Der umgebaute Audi A2 war der Versuchsträger des neuartigen intelligenten Hochleistungs-Batteriesystems auf Lithium-Polymer Basis der Firma DBM Energy. Zum Zeitpunkt des Brandes jedoch war das Fahrzeug laut DBM lediglich mit einer zu 10% geladenen, nicht brennbaren Behelfsbatterie ausgestattet. Die neue Batterietechnik, die Garant ist für den Erfolg des Langstrecken-Weltrekords, befand sich angeblich nicht im Testfahrzeug. Was den Brand verursacht haben könnte, bleibt weiter unklar. Trotz der Aussage von DBM wird nun auch die umstrittene Kolibri-Batterietechnik als Ursache unter die Lupe genommen.

Bild der abgebrannten Lagerhalle in Berlin. Links unten ist eine Plane zu erkennen, darunter befinden sich die Reste des DBM-Autos.

Die Ermittlungen im Fall DBM laufen auf höchsten Touren. Wie die Nachrichtenagentur dpa meldet, „lässt die Bundesregierung die umstrittene Kolibri-Batterietechnik überprüfen“. Offenbar seit gestern, dem 17. Januar, führt die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ein Testprogramm im Auftrag von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle durch. Das hat die BAM gegenüber der ADAC Motorwelt bestätigt. Der Leiter der Abteilung für chemische Sicherheit erklärte, die Tests würden nach den allgemein anerkannten Prüfverfahren für den „Transport gefährlicher Güter“ durchgeführt. Dabei wird untersucht, ob und unter welchen äußeren Bedingungen ein Akku Gefahrenpotenzial enthält, etwa sich selbst zu entzünden.

Wie die ADAC Motorwelt berichtete, war ein solcher Test der neuartigen DBM-Akkus, mit denen die 600-Kilometer-Rekordfahrt stattfand, bisher nicht durchgeführt worden. DBM-Chef Mirko Hanemann erklärte kurz nach der Rekordfahrt während eines Fachkongresses in Leipzig, dass seine Batterien wegen des fehlenden Prüfergebnisses nicht per Flugzeug in Krisengebiete transportiert werden dürften. Hintergrund: DBM liefert Batterien mit Kolibri-Technik auch an Katastrophenschutz-Organisationen wie das Technische Hilfswerk.

DBM lässt Fragen unbeantwortet

Ob es sich bei der von DBM nun zum Testen zur Verfügung gestellten Batterie um den Original-Akku aus dem Rekordauto handelt, wird von der BAM kaum nachgewiesen werden können. Was eine „Behelfsbatterie“ ist, die laut DBM mit dem Rekordauto verbrannte, und aus welchem Grund eine solche ins abgestellte Rekordfahrzeug eingebaut wurde, ist ungeklärt. Beide Fragen könnten noch eine bedeutende Rolle bei der Aufklärung der Brandursache spielen. Unsere Fragen dazu hat DBM bislang nicht beantwortet.

Die Überreste des Elektrofahrzeugs von DBM liegen nach wie vor in der Brandruine. Laut Augenzeugen wurde heute die Brandstelle mit den Überresten des Fahrzeugs erneut besichtigt. Es soll in den nächsten Tagen ein Zelt aufgestellt werden, um die Überreste vor dem vom Wetterbericht angekündigten Schneefall besser als die bisherige Plane zu schützen. Der nach dem Feuer vom 12.12. gefallene Schnee hatte angeblich lange verhindert, dass das Auto vor Ort durch Gutachter ausreichend untersucht werden konnte. Der nächste Gutachter-Termin ist jetzt für den 24. Januar angesetzt.

Text: Wolfgang Rudschies


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