Vom Mainzelmännchen zum Ampelmännchen
24. November 2016
Pkw-Maut: Das sagen unsere Facebook-User
25. November 2016
Alles anzeigen

E-Revolution bei Audi durch Volvo-Chef

Der Mann, der bei Audi die E-Mobilitätswende schaffen soll: Peter Mertens, bis vor kurzem Entwicklungschef bei Volvo.

Jahrzehntelang setzten deutsche Autohersteller auf die traditionellen Diesel- und Ottomotoren. Nun bewegt sich etwas in der Welt der Elektromobilität. Es wirkt so, als habe die Abgas-Affäre von VW die deutschen Hersteller aufgeschreckt und dazu bewegt, stark umzudenken. Neueste Entwicklung: Audi hat der Konkurrenz von Volvo den Chefentwickler abgeworben, der dort maßgeblich für den Elektro-Wandel sorgte. 

Fast fühlt es sich so an, als ob derzeit eine Nachricht die andere jagt, bezüglich der Elektromobilität. Vor etwa zwei Wochen begann alles mit einer Einkaufstour von Tesla, dem US-amerikanischen E-Auto-Hersteller, der im Segment der Luxusfahrzeuge ohnehin Weltmarktführer ist und hier mehr Autos verkauft als Audi oder Mercedes (jeweils ohne E-Antrieb oder als Plug-in-Hybrid). Die Neuigkeit führte nach Deutschland: Die Maschinenbau-Firma Grohmann Engineering aus Prüm, Rheinland-Pfalz, ist ab kommendem Jahr Teil des erfolgreichen US-Start-ups aus Kalifornien, vorausgesetzt, die zuständigen Behörden genehmigen die Übernahme. Tesla erwartet sich durch das deutsche Know-how, die Produktionszahlen massiv erhöhen zu können.

Dann der große Knall bei Volkswagen, mit dem Strategiepapier „Transform 2025+“: Der Konzern aus Wolfsburg kündigte vor einigen Tagen an, in Deutschland sage und schreibe bis zu 25.000 Stellen abzubauen. So wolle man bis 2025 Weltmarktführer bei E-Autos werden. Denn die Milliarden, die durch die Stellenstreichung eingespart werden, sollen direkt in die Entwicklung der elektrischen Antriebstechnologie fließen. Seit Wochen laufen gleichzeitig TV-Spots, die für aktuelle elektrische VW-Modelle werben. Ein radikaler Sinneswandel, betrachtet man das lediglich sporadische Elektro-Engagement von VW im letzten Jahrzehnt. Die Wolfsburger setzten sehr lange vor allem auf die Dieseltechnologie.

Es rumort im Autoland Deutschland

Und nun Audi. Die VW-Tochter, ebenfalls verstrickt in die Abgasaffäre des Mutterkonzerns, verkündet, den bisherigen Volvo-Chefentwickler Peter Mertens einzustellen. Mertens ist Audis vierter Entwicklungschef in vier Jahren. Seine beiden Vorgänger stolperten über die VW-Abgasaffäre und mussten ihren Posten räumen. Die Intention hinter der Einstellung von Mertens ist offensichtlich: Unter seiner Verantwortung wandelte sich Volvo zum Spezialisten für Plug-in-Hybride. Beim schwedischen Konzern entstand so die Vorgabe, dass ab 2025 jedes dritte verkaufte Volvo-Modell ein E-Auto sein soll. Audi hofft nun auf einen ähnlichen Effekt bei der eigenen Produktpalette.

Bei Mercedes herrscht derzeit ebenfalls Unruhe wegen einer offensichtlich erwarteten E-Revolution. Wie automobilwoche.de berichtet, befürchtet der Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht massiven Stellenabbau wegen einer bevorstehende Elektro-Offensive des Stuttgarter Konzerns. Bislang sind zwar keine Details über die genaue E-Strategie bekannt. Lediglich das Ziel, bis 2025 zehn rein elektrisch angetriebene Fahrzeugmodelle auf den Markt zu bringen, wurde öffentlich. Laut einer ersten Einschätzung von Daimler hieß es, diese Offensive werde etwa zehn Milliarden Euro kosten.

Auch die Entwicklungen in Fernost spielen im Hintergrund eine große Rolle. Denn eine Ankündigung machte die deutschen Hersteller nervös. Ende Oktober erklärte die chinesische Regierung, eine Schritt für Schritt höher werdende E-Quote für die Modellpalette von Autoherstellern einzuführen. So wären auch deutsche Hersteller gezwungen, langfristig deutlich mehr E-Modelle auf den Markt zu bringen, um die Absatzzahlen in Fernost stabil zu halten. Der chinesische Markt ist seit Jahren ein großer und wichtiger Absatzmarkt für alle deutschen Hersteller.


Teile diesen Beitrag. Bei Klick baut der Browser eine direkte Verbindung zu den Servern von Facebook, Twitter oder Google auf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.