E-Auto-Prämie wird bisher kaum beantragt

Die Bundesregierung setzte große Hoffnungen in die E-Auto-Prämie. Die Zahl der Förderanträge blieb bisher jedoch überschaubar.

Nach einem Monat fällt die Bilanz der staatlichen E-Auto-Prämie bescheiden aus. Auf Deutschlands Straßen bis zum Jahr 2020 eine Million E-Autos zu sehen, wie es sich Bundeskanzlerin Angela Merkel einst wünschte, bleibt unwahrscheinlich. 

Die Idee klang sinnvoll: Die E-Auto-Prämie sollte vor allem diejenigen motivieren, ein elektrisch angetriebenes Auto zu kaufen, die noch unentschlossen sind. Doch nach einem Monat bleibt die Bilanz hinter allen Hoffnungen, ein E-Auto Boom blieb bisher aus. Insgesamt 1,2 Milliarden Euro wären zu verteilen – so viel stellt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bereit. Bis zum 4. August gingen aber lediglich 1791 Anträge ein. Zum Vergleich: Bei der Abwrackprämie registrierte das Amt innerhalb weniger Tage etwa 150.000 Anträge. 

Wer ein reines E-Auto kauft, bekommt derzeit 4000 Euro Zuschuss. Für solche Fahrzeuge gingen bisher 1194 Anträge ein. Bei der Neuanschaffung eines Hybridfahrzeugs zahlt die Bafa eine Prämie von 3000 Euro pro Pkw. Die Kosten dieser Prämie teilen sich übrigens Bund und Hersteller. Das Geld wird so lange ausgezahlt, bis die Fördertöpfe leer sind. Doch es gibt auch eine zeitliche Grenze: Bis Ende 2019 muss der letzte Antrag gestellt sein.

Messbarer Effekt der E-Auto-Prämie

Die Unternehmensberatung McKinsey sieht trotz der geringen Nachfrage der Prämie einen Effekt. So verbesserte sich Deutschland als E-Auto-Markt binnen eines Monats in einem internationalen Ranking von Platz 10 auf 8. Entscheidend ist dabei der sogenannte Electric Vehicle Index (EVI). Er setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. So spielt dabei eine Rolle, wie groß der Marktanteil von E-Fahrzeugen ist, ob der Staat den Kauf von E-Autos subventioniert oder wie groß Angebot und Infrastruktur für Elektromobilität sind. Die untersuchten Länder: China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Japan, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Südkorea und USA.

Den Spitzenplatz  dieses Rankings belegt nach wie vor Norwegen. Dort werden im europäischen Vergleich seit Jahren anteilig die meisten E-Autos verkauft. Das liegt auch an der stark ausgebauten Infrastruktur. So sind dort beispielsweise Ladestationen an Einkaufszentren weit verbreitet – in Deutschland bislang eher eine Seltenheit. Über 70.000 E-Fahrzeuge sind in Norwegen derzeit angemeldet, bei einer Bevölkerungszahl von etwa 5,2 Millionen. In Deutschland zählt man derzeit etwa 25.000 E-Fahrzeuge.

Für die E- und Hybrid-Fahrzeuge folgender Hersteller gingen in Deutschland bislang die meisten Prämien-Anträge ein: 

  • BMW (581)
  • Renault (444)
  • Volkswagen (154)

Aus folgenden Bundesländern kamen bisher die meisten Prämien-Anträge für E-und Hybrid-Autos: 

  • Bayern (468)
  • Baden-Württemberg (357)
  • Nordrhein-Westfalen (307)

Quellen: McKinsey, Material von dpa


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