Durchbruch? Neue Allianz für Wasserstoff

Die Wasserstoff-Limousine Toyota Mirai.

Wie kann der Ausstoß klimaschädlicher Abgase reduziert werden? Die Autoindustrie besinnt sich auf Wasserstoff. Eine breit angelegte Initiative will das Vorhaben vorantreiben.

Wasserstoffauto? Viele haben davon mal gehört. Aber als konkurrenzfähige Zukunftstechnologie im Auto ist der Antrieb noch nicht im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit. Die Zukunft des Autos ist gleich Elektromobilität, so das Mantra. Aber: In der Automobilbranche setzen viele auf Wasserstoff.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat 1000 Manager befragt. Das Ergebnis: 78 Prozent von ihnen sind überzeugt, dass Brennstoffzellen-Autos den wahren Durchbruch für Elektromobilität bringen würden. Zudem fand KPMG heraus, dass 62 Prozent der Manager glauben, dass batteriebetriebene Fahrzeuge aufgrund der mangelhaften Infrastruktur scheitern werden.

So scheint es nur folgerichtig, dass eine Allianz aus Autoherstellern und anderen Weltkonzernen dem Wasserstoff-Antrieb zum Durchbruch verhelfen will. Daimler, BMW, Linde und zehn weitere Unternehmen haben sich zur Wasserstoff-Initiative (Hydrogen Council) zusammengeschlossen. Das haben sie auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos mitgeteilt. Die Unternehmen stecken momentan zusammen pro Jahr 1,4 Milliarden Euro in den Ausbau der Technik.

Das ist die Wasserstoff-Technologie

Wasserstoff wird in einer sogenannten Brennstoffzelle zu Strom umgewandelt, womit Elektroautos angetrieben werden. In die Umwelt gelangt dabei lediglich Wasserdampf. Gegenüber Batterien hat Wasserstoff den Vorteil, dass höhere Reichweiten möglich sind und die Betankung mittlerweile ähnlich schnell vonstatten geht wie bei Benzin- und Dieselautos.

Das Hydrogen Council will dabei helfen, die 2015 in Paris verabschiedeten Klimaziele zur Begrenzung der Erderwärmung zu erreichen. Zu Beginn wird die Initiative vom japanischen Autobauer Toyota und dem französischen Gashersteller Air Liquide geleitet. Die weiteren Mitglieder der Allianz sind der Ölkonzern Shell, der Autobauer Honda, der Motorradhersteller Kawasaki, der Energiekonzern Engie, der Rohstoffkonzern Anglo American sowie der Bahntechnik-Spezialist Alstom.

Bislang sind erst wenige Wasserstoff-Modelle in Großserie gegangen. Hyundai-Chef Chung Mong-koo sieht die Entwicklung aber positiv: „Es hat große Fortschritte bei der Brennstoffzellen-Technologie gegeben.“ Er sei zuversichtlich, dass die Technik schon bald konkurrenzfähig zu Benzin- und Dieselantrieben werde. „Wasserstoff ist eine der besten Antworten auf die Frage, wie man Energie speichern kann“, sagte der Chef des französischen Multis Total, Patrick Pouyanne.

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Mit Material von dpa


3 Kommentare

  1. Wasserstoff ist das Erdöl der Zukunft. Nicht nur für die Mobilität, sondern auch als Brennstoff für die Beheizung von Immobilien etc.

    Für den Antrieb von U-Booten
    Für den Start von Weltraumnraketen
    Für . . .

    Wasserstoff ist universell einsetzbar. Solarer-Wasserstoff ist zu 100 % klimaneutral und umweltverträglich.

  2. Lothar Eschke sagt:

    Seit Jahren verfolge ich die Entwicklung von Wasserstoffautos. Verfolgen so weit, was an den minimalen Informationen hier in D so erscheint. Während Japan längst serienfertige Autos mit ordentlicher Reichweite produziert, zermartertern unsere Politiker sich hier die Köpfe, wie man die von vielen Experten als hoffnungslose Bemühungen der E-mobilität zum Durchbruch bringen will.
    Die Ignoranz gegenüber den Brennstoffzellen ist nicht in gute Worte zu fassen. Und eben diese stoische Ignoranz lässt Fragen und Gedanken aufkommen, die man ungerne äußert: Die Fragen und Gedanken zu Korruption. Was zahlen die Autobauer in D und anderswo in der EU für eine solche politische Haltung? Wie dreist die Autobauer sind, wissen wir spätestens seit dem VW-Skandal.

    L.Eschke
    Rostock

  3. Udo Berwind sagt:

    Schon seit Jahren frage ich mich warum diese Technik nicht weiter verfolgt wird. All die Nachteile bzw. Hürden, die im Autobau zu nehmen sind, gibt es z.B. bei der Beheizung von Häusern nicht:

    – kein Platzproblem, denn der Platz für Brenner und Heizöltanks ist sowieso vorhanden
    – kein Tankstellennetz nötig. Der Tankwagen kommt wie bisher zum Haus
    – kein Temperaturproblem mit praller Sonne, denn im Keller sind die Temperaturen relativ konstant niedrig
    – Unfallgefahr, nicht vorhanden da Häuser eher nicht auf Straßen mit kollisionskurs unterwegs sind

    Aber die deutsche Politik funktioniert sehr gut mit ihren Loyisten aus der Industrie und so sind einfache, schnelle und saubere wege nicht gewünscht. Viel zu viel Geld ist noch mit alter (und gewohnter) Technik verdient.

    U. Berwind
    Ingolstadt

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