Daimler baut 1500 E-Transporter für Hermes

Daimler will E-Alternativen für die Logistikbranche bieten.

Die Bundesregierung will bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutsche Straßen bringen. Daimler denkt einige Kategorien kleiner und liefert bis zum selben Jahr erst mal 1500 Elektro-Transporter an Hermes. Das klingt zwar weniger ambitioniert, dafür aber realistischer. Die Hintergründe.

Der Fahrzeugbauer Daimler hat verkündet, bis 2020 dem Paketdienst Hermes 1500 Elektro-Transporter zu liefern. 2018 soll es mit Pilot-Einsätzen in Stuttgart und Hamburg losgehen, danach soll die Paketbelieferung mithilfe von Mercedes-Stromern auf andere deutsche Ballungsräume ausgeweitet werden.

Selbst wenn es Rückschläge in der Pilotphase gäbe, würden die anderen E-Transporter geliefert – die würden dann anhand der Pilot-Erfahrungen verbessert, so ein Sprecher. Hermes testet in Berlin schon jetzt Lieferfahrzeuge mit Elektroumbau.

Daimler will dabei die Transporter-Reihen Vito und Sprinter elektrifizieren. Der Name der Stromlaster: Urban eTrucks. Der Vito ist bereits als Stromer auf deutschen Straßen zu finden, er hat eine Reichweite von bis zu 130 Kilometern. Den größeren Sprinter gibt es noch nicht als Stromer. Die Fahrzeuge sollen den Anforderungen von Hermes angepasst werden – die Reichweite könnte hochgeschraubt werden durch mehr Batterien an Bord, dadurch würde aber das Gewicht steigen.

Bereit für die letzte Meile: Kleine autonome Fahrzeuge sollen Lieferungen zum Kunden befördern.

Gleichzeitig beginnt Mercedes-Benz mit dem Van-Projekt adVANce. Am Ende des Entwicklungsprozesses soll ein individuell konfigurierbarer Transporter für die Logistik-Kunden zur Verfügung stehen, der vollelektrisch fährt. Der Wagen wäre der erste Van, der alle für Paketdienste relevanten Schritte vom Warenverteilzentrum bis zum Empfänger selbständig verbindet und koordiniert.

Der Lieferwagen soll die Pakete während des Auslieferungsvorgangs automatisch sortieren und zusätzlich integrierte Mini-Zustellfahrzeuge koordinieren, welche die Pakete auf der letzten Meile autonom zum Zielort befördern. Mercedes spricht von einer Gesamtinvestitionssumme von 500 Millionen Euro. Einen genauen Termin für die Fertigstellung des ambitionierten Projekts nennt der Autobauer noch nicht.

Elektro-Transporter: Kleine Start-ups düpieren Automobilkonzerne

Während die Autobauer insgesamt jedoch noch auf Visionen und Konzepte verweisen, liefern Start-ups bereits einsatzfertige Fahrzeuge an die Logistik-Branche.

Die Post, mit der aktuell größten E-Flotte in Deutschland, hat knapp 2000 Elektrofahrzeuge im Einsatz. Der E-Hersteller Streetscooter ist einem Projekt der RTWH Aachen entsprungen – und weiter als die meisten konventionellen Autobauer: Daimler, Ford oder VW konnten sich mit der Post nicht auf bald lieferbare E-Transporter zu einem akzeptablen Preis einigen, sodass der Logistikriese Streetscooter kurzerhand kaufte. In diesem Jahr will das Start-up bereits 10.000 Elektrofahrzeuge produzieren.

Mit Material von dpa


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