CES: Wird hier das Auto neu erfunden?

Flexibel, mit Schiebetüren und ganz viel Elektronik: Das selbstfahrende Elektro-Auto "Portal".

Jede Menge Technik und verrückte Funktionen: Die Messe CES (5. bis 8. Januar 2017) in Las Vegas zeigt die Auto-Trends der Zukunft. Doch noch ist unklar, welche Entwicklungen sich am Ende durchsetzen können.

Das Auto soll künftig mehr als ein Auto sein. Nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern auch Freizeitzone, Rückzugsort, Unterhaltungszentrale. So will beispielsweise Fiat Chrysler auch jüngere Generationen wieder zum Autokauf bewegen. Denn viele wollen kein eigenes Auto besitzen, sondern verlassen sich auf Mietwagen und Fahrdienste. Der Branche drohen gewaltige Geschäftsrückgänge, die Konzerne müssen ihre Wagen heute mit anderen Argumenten an die Kunden bringen als früher.

Chrysler setzt auf digitale Vernetzung

Zur Technik-Messe CES in Las Vegas präsentiert Chrysler deshalb den fertigen Prototyp Portal. Ein Auto mit viel Glas und einem fast komplett umbaubaren Innenraum. Ziel sei es gewesen, ein Auto für junge Käufer so begehrt zu machen wie ein Smartphone, sagt Chrysler-Managerin Ashley Edgar. Und Innendesignerin Cindy Juette ergänzt: „Wir wollten, dass die Farbpalette wie bei ihrem Lieblingspulli ist“. Beim Innenraum habe man sich außerdem an moderner Architektur orientiert.

Und tatsächlich hat der italienisch-amerikanische Autobauer den Portal bis ins kleinste Detail durchdacht. Punkten soll der Wagen mit verschiebbaren und herausnehmbaren Sitzen, Anschlüssen für acht Notebooks und Tablets. Dank getrennter Sound-Zonen können die Eltern vorn Musik hören und die Kinder auf der Rückbank einen Film sehen. Und der Besitzer braucht keinen Autoschlüssel mehr. Wenn eine der Kameras des Autos ihn in der Nähe sieht, öffnet der Wagen automatisch die Tür. Wie viele der Ideen es am Ende in ein Serienfahrzeug schaffen? Bleibt abzuwarten.

Skepsis um Faraday Future

„Sobald fertig“ ist die Devise der Firma hinter der zweiten großen Auto-Premiere. So verkündete der Entwicklungschef von Faraday Future, Nick Sampson, gleich den Anbruch einer „neuen Ära der Mobilität“. Wie Faraday Future mit seinen Elektroautos da die Führungsrolle übernehmen will, blieb allerdings auch beim zweiten CES-Auftritt der Firma unklar.

Während Elektro-Pionier Tesla die Produktion massiv ausbaut und die gesamte Industrie auf Elektro-Mobilität einschwenkt, wird Faraday Future das gezeigte Modell FF91 erst im Jahr 2018 ausliefern können. Zumal Faraday auch angesichts finanzieller Probleme des chinesischen Geldgebers skeptisch beäugt wurde. Immerhin lässt Faraday Future verlauten: Beim Design des FF91 habe man sich von der ersten Klasse in einem Flugzeug inspirieren lassen. Ob das ausreicht?

Mit Material von dpa


Johannes
Johannes
Aufgewachsen in München, Studium in Passau. In der ADAC Online-Redaktion volontiert und gleich geblieben.

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