Carsharing-Konzept mit Wasserstoffautos

BeeZero kombiniert zwei aktuelle Trends: „Teilen statt besitzen“ und „Zero Emissions“.

Carsharing-Fahrzeuge sind mittlerweile in vielen Städten nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken. Es gibt sie als E-Auto, Hybrid oder Benziner – und jetzt auch mit Wasserstoff. Drei ADAC Kollegen haben sich in München ein BeeZero-Auto geliehen und sind einen Tag lang Probe gefahren.

Mit dem Carsharing-Auto ging es raus aus der Stadt in Richtung Berge.

Das System von BeeZero ist bereits von anderen Carsharing-Anbietern bekannt: Mit einer App kann man das Auto finden, reservieren, aufsperren und bezahlen. So weit, so gut. Wer jetzt allerdings besondere Effekte erwartet, wird enttäuscht, denn alles in allem fährt sich das Wasserstoffauto wie jedes andere Elektroauto auch.

Mit einer Reichweite von bis zu 400 Kilometern eignet sich dieses alternative Carsharing-Angebot aber durchaus für größere Ausflüge mit Freunden oder Familie. Mit sogenannten Lake- oder Adventure-Paketen kann man das Auto auch spontan bis zu 24 Stunden lang für einen Fixpreis leihen.

Null Emissionen durch Wasserstoffautos?

Aber was ist bei diesem Carsharing-Auto nun anders? Die Antwort klingt wie ein Versprechen auf die Zukunft: Wasserstoff (H2) ist nämlich kein endlicher Rohstoff wie Erdöl oder Gas, sondern praktisch unendlich in der Natur vorhanden. Außerdem steckt in Wasserstoff etwa dreimal so viel Energie wie in Benzin und das Potenzial für eine Null-Emission-Mobilität ist groß.

Aber wieso werden Wasserstoffautos nicht flächendeckend genutzt, obwohl die Technologie so vielversprechend klingt? Die Autos sind teurer als andere und es gibt kaum Tankstellen. 2015 waren 50 Wasserstofftankstellen für Deutschland angekündigt. Heute sind laut der politisch zuständigen Gesellschaft Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) 26 Wasserstofftankstellen in ganz Deutschland öffentlich zugänglich.

Brennstoffzelle: Was ist das?

Die Wasserstoffautos von dem Carsharing-Anbieter in München sind mit einer H2-Brennstoffzelle und einem Elektromotor ausgestattet. Der Tank wird wie an einer Wasserstoff-Zapfsäule aufgefüllt – das dauert ähnlich lange, wie ein normales Auto aufzutanken. In der Brennstoffzelle des Autos reagiert der Wasserstoff mit Sauerstoff, der aus der Umgebungsluft kommt. Die Wasserstoffmoleküle teilen sich und erzeugen dadurch zum einen Elektrizität zum Antreiben des Motors, und zum anderen reines Wasser.

Ohne Reichweitenprobleme oder Tankkrisen kamen wir an unserem Ziel an.

Moderne Form der Mobilität

Wir waren mit unserer Vroni – jedes Auto der Carsharing-Flotte hat einen individuellen Namen – den ganzen Tag bei strahlendem Sonnenschein ohne tanken zu müssen unterwegs. Von München zum Sylvensteinspeicher und mit einem Abstecher zum Tegernsee wieder zurück. Fazit: 180 Kilometer für rund 60 Euro. Ideal für alle, die gerne emissionsfrei und spontan auch mal längere Strecken unterwegs sein wollen. Getreu dem Motto: Teilen statt besitzen.

Auch interessant: Unsere Techniker haben das erste in Großserie produzierte Wasserstoffauto, den Toyota Mirai, dem ausführlichen ADAC Autotest unterzogen.


Sophia
Sophia
Studium in Ansbach. Volontärin Digitale Kommunikation.

1 Kommentar

  1. Friedbert Ruff sagt:

    Toller Bericht über das Wasserstoff-Auto.
    Warum gibt es das noch nicht allgemein zu kaufen?
    Zu hoher Preis. zu wenige Tankstellen.
    Aufgrund der reduzierten Bestandteile müsste ein Brennstoffzellen Fahrzeug eigentlich deutlich weniger kosten als ein herkömmliches Auto.
    Kein aufwändiger Verbrennungsmotor, kein Getriebe.
    Mit steigenden Produktionszahlen werden die Preise für die Brennstoffzellen, die Hochdrucktanks und die Rekuperation deutlich fallen und auch die karbonfreie Wasserstoffproduktion aus überschüssigem Regenerativ-Stromanlagen wird sich ausweiten.
    Allerdings bleibt das Problem der vielen Arbeitsplätze, die in der herkömmlichen Automobilindudtrie und derern Zulieferer überflüssig sein werden.
    Ist letzteres der Grund, warum sich die Automobilindustrie(und die lobby-gesteuerte Regierung) so schwer damit tut?

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