Elektroauto BMW i3: Bester im ADAC EcoTest

Sorgt für die wenigsten Schadstoffemissionen: Das Elektroauto BMW i3.

Der ADAC prüft in seinem EcoTest seit September 2016 unter verschärften Bedingungen, um die Schadstoffemissionen von Autos exakt zu messen. 77 Modelle testeten unsere Experten seither nach den neuen Kriterien. Die niedrigsten Emissionswerte unter den bisherigen Testteilnehmern hat ein Elektroauto aus München: Der BMW i3. 

Das Zwischenergebnis des ADAC EcoTests war zum Teil erwartbar, zum Teil überraschte es doch extrem. Die vorderen Plätze belegen derzeit Elektro- und Hybridfahrzeuge, wie etwa BMW i3, Toyota Prius 1.8 Hybrid Executive oder Nissan Leaf Acenta.

Auch das Brennstoffzellenauto Toyota Mirai bekam die Höchstnote mit fünf von fünf möglichen Umweltsternen. Diese Autos sind also die umweltfreundlichsten auf dem Markt, was eher weniger überraschend ist, sorgen doch vor allem reine E-Autos für Null-Emissionen bei Kohlendioxid oder Stickstoff. 

„Viele Autofahrer sind wegen der Abgasmanipulationen und drohender Fahrverbote stark verunsichert. Wir bieten mit einem verschärften ADAC EcoTest Orientierung, wenn es um die tatsächlichen Schadstoffemissionen und realitätsnahe Verbrauchsangaben geht.“ Thomas Burkhardt, ADAC Vizepräsident für Technik

Grenzwert um 900 Prozent überschritten

Auf dem Prüfstand sorgten vor allem Autos mit Diesel- und Benzinmotoren für Überraschungen, sowohl positiv als auch negativ. Denn fünf Pkw mit Benzinantrieb erreichten vier von fünf möglichen Umweltsternen und sind damit ebenfalls empfehlenswert. Sauberstes Auto mit Benzinmotor ist der Suzuki Ignis 1.2 SHVS Comfort+. Von den drei untersuchten Plug-in-Hybriden (Kombination aus Benzinantrieb und externer Stromlademöglichkeit) erhielt kein Fahrzeug eine Empfehlung.

Am erschreckendsten war das Messergebnis bei einigen Dieselfahrzeugen. Im bislang gravierendsten Fall stieß der Renault Capture dCi 90 in unserem EcoTest durchschnittlich 725 mg/km an Stickoxid aus. Das Auto überschreitet den zulässigen Grenzwert damit um mehr als 900 Prozent.

Testmethodik

Beim ADAC EcoTest messen unsere Experten bei Testfahrzeugen vor allem, wie viel CO2, Stickstoff und Feinstaubpartikel je Kilometer ausgestoßen werden. Maximal fünf Bewertungssterne („Umweltsterne“) können die Testteilnehmer erreichen. 77 Fahrzeuge wurden geprüft, seit 2016 unter verschärften Bedingungen getestet wird. Geändert hat sich vor allem, dass mit einem neuen PEMS-Gerät (Portable Emission Measurement System) die Emissionen auf der Straße im normalen Verkehr gemessen werden – vorausgesetzt, die Autos erreichen auf dem Prüfstand vorher vier oder fünf Umweltsterne. So müssen sie ihr gutes Ergebnis bestätigen.

Den detaillierten ADAC EcoTest mit allen Zahlen und Fakten findet ihr hier.

Den detaillierten ADAC EcoTest des BMW i3 mit allen Ergebnissen findet ihr hier.


5 Kommentare

  1. Ralf Götz sagt:

    Zwei unplausibele Ergebnisse:

    1. Toyota Mirai 43Pkt bei CO2:
    H2 wird entweder durch Wasserelektrolyse bzw. Gasreformierung hergestellt. Werden beim Strom für E-Fahrzeuge der deutsche Strommix und dessen CO2 Ausstoß berücksichtigt, so muss das auch für die Wasserstoffherstellung betrachtet werden. Oder der CO2-Ausstoß bei der Gas-/Diesel Reformation. Damit sind 43Pkt unrealistisch! Wird Ökostrom angesetzt – ist dieser auch für die E-Fahrzeuge anzusetzen.
    2. Tesla nur 37 Pkt. bei CO2:
    Ein Tesla verbraucht aufgrund der besseren Aerodynamik bei 130km/h gleich bzw. leicht weniger als ein i3 (50Pkt.) oder die Wettbewerber. Der große Unterschied ist durch den WLTC-Zyklus nicht erklärbar. Hybrid und H2-Fahrzeuge können auch bei geringerem Gewicht nicht weniger verbrauchen!

  2. Carsten sagt:

    Vielfach kommt auch „Abfall“ Wasserstoff aus der chemischen Industrie zum tragen, denn bei vielen Prozessen fällt Wasserstoff als Abfallprodukt an. Dieser wird aber mangels Markt für H2 aber abgefackelt statt verkauft.
    Dann ist für die Energiebilanz nur die Energie zum Komprimieren und Kühlen anzusetzen.

    • Ralf Götz sagt:

      „Dann ist für die Energiebilanz nur die Energie zum Komprimieren und Kühlen anzusetzen.“

      Nein, eben nicht – der beschriebene H2 wird ja abgefackelt und ist nicht an H2-Tankstelle erhältlich.
      Ausserdem bei welchem chemischen Prozess? Wieviel Energie wird hier reingesteckt, welche Abfallprodukte fallen an und wieviel CO2 ?

      Wird H2 großindustriell erzeugt, kommt das Reformierungsverfahren mit den „Nebenwirkungen“ zum Einsatz.

      Wenn schon Energiebilanzen verglichen werden, dann bitte fair und richtig.

  3. Detlef sagt:

    Für mich wirkt diese Auswertung sehr unseriös. Wie kann ein Hybrid besser sein als ein reines E-Auto?

    • ADAC ADAC sagt:

      Hallo Detlef, hier =>http://bit.ly/ADAC-EcoTests findest du die Testergebnisse detailliert und kannst genau nachvollziehen wie es zu den Gesamtbewertungen kommt. Viele Grüße.

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