Bäume, die Schilder fressen

Die Botschaft ist noch zu erkennen: Einfahrt verboten. Jennifer Hardt hat fotografiert.

Wie müssen sich Autofahrer verhalten, wenn ein Verkehrszeichen in einem Baum eingewachsen ist? Gilt ein Verkehrsschild, wenn es nur noch in Teilen sichtbar ist? Unsere Juristen klären auf.

Wie unsere Bildergalerie zeigt, gibt es immer wieder Verkehrszeichen, die von Baumstämmen fast oder ganz verschluckt werden. Aber wie kommt es dazu? Der Fachbegriff für das Überwachsen nennt sich Überwallung und ist eine Notmaßnahme des Baums, der damit auf Verletzungen der Rinde reagiert. Durch die Bildung einer speziellen Holzschicht wird die Wunde verschlossen. Das kann mehrere Jahre oder Jahrzehnte dauern.

Sichtbarkeitsgrundsatz und Bußgelder

Für die Wirksamkeit von Verkehrszeichen gilt generell der Sichtbarkeitsgrundsatz, so die ADAC Juristen. Das heißt: Verkehrsteilnehmer müssen das Verkehrsschild ohne weitere Überlegung eindeutig erfassen können. Werden die Zeichen aufgrund von Abnutzung, Witterungsbedingungen oder durch Baum- und Buschüberwuchs unkenntlich, so müssen sie nicht beachtet werden.

Dabei kommt es jedoch immer auf den Einzelfall an. Sind Schilder teilweise verdeckt und allein an ihrer Form noch erkennbar (z.B. Vorfahrt achten oder Stopp-Schild), müssen sie beachtet werden. Wer sich nicht daran hält, dem droht ein Bußgeld wegen einer Ordnungswidrigkeit. Ist das Verkehrszeichen jedoch vollständig verschwunden, verliert es seine Gültigkeit und bei einer Missachtung wird kein Bußgeld fällig.

Was gilt bei schneebedeckten Verkehrsschildern?

Sind Verkehrszeichen nur zeitweise nicht mehr lesbar, weil sie beispielsweise mit Schnee bedeckt sind, so müssen ortskundige Verkehrsteilnehmer trotzdem die Regelungen der Schilder befolgen. Fahren sie an dem verschneiten Zeichen vorbei und halten sich nicht daran, kann ein Bußgeld verordnet werden. Das gilt jedoch nicht für ortsunkundige Autofahrer. Denn niemand muss den Schnee eigenhändig entfernen, um das Schild unter der Schneehaube lesen zu können. Auch hier gilt, dass Verkehrszeichen, die allein an ihrer Form erkennbar sind, immer beachtet werden müssen – auch wenn sie mit Schnee bedeckt sind.

 


Katharina
Katharina
PR Referentin, Digitale Kommunikation (DKO)

3 Kommentare

  1. Jürgen Delker sagt:

    zu Bäume, die Schilder fressen.

    Egal, ob man das Schild noch teilweise, oder gar nicht mehr erkennt, der Hauptschuldige ist der jenige, der für die jeweilige Straße verantwortlich ist. Aber diese Institutionen haben offenbar „Tomaten auf den Augen! “ und das schon seit Jahren. So ein Überwachsen von Schildern geschieht ja wohl nicht über Nacht ! Jemand, der an dem Schild vorbei fährt, oder dieses übersieht, weil kaum zu sehen, ist nicht die Adresse für ein Bußgeld, sonder Stadt, Land oder Bund, je nach Straßenzugehörigkeit. Denn diese fahren ja nicht nur einmal in 10 Jahren da vorbei. Also: Wiederholungstäter !!!
    Freundliche Grüße

  2. Anonymous sagt:

    In einigen Kommunen ist es inzwischen üblich, Verkehrszeichen, insbesondere Parkverbotszeichen u.ä., so versteckt anzubringen, dass man diese ohne eine ausführliche Ortsbegehung nicht sieht. So erhöht man die Einnahmen durch Bußgelder.

  3. Gerdes sagt:

    Ich finde diese Bilder super aussagekräftig.
    Mal ganz abgesehen von der rechtlichen Seite und ob nun Bußgelder zu zahlen sind oder nicht.
    Wir mit unserem unbegrenzten Raubbau an der Natur werden durch die Natur darauf hingewiesen,
    sorgfältiger und achtsamer mit Ihr umzugehen!
    Sie braucht uns nicht, aber Wir brauchen die Natur!

    Denkt bitte mal drüber nach.

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