So arbeitet die ADAC Unfallforschung

Die Crew der ADAC Luftrettung dokumentiert nach jedem Einsatz alle relevanten Unfallparameter.

Seit über 10 Jahren gibt es die ADAC Unfallforschung: Eine Kooperation der ADAC Luftrettung und des ADAC Technik Zentrums mit dem Ziel, die Zahl der Schwerverletzten und Toten bei Unfällen mithilfe der Forschung zu senken. Aber was steckt eigentlich dahinter?

 

Im Jahr 2000 starben mehr als 50.000 Menschen auf europäischen Straßen. Daher beschloss die Europäische Kommission, die Zahl der Verkehrstoten drastisch zu reduzieren. Ziel ist es, die Anzahl von 2010 (31.000 Verkehrstote) bis zum Jahr 2020 zu halbieren. Um die Verkehrssicherheit weiter erhöhen zu können, ist es notwendig, die Risikogruppen zu kennen und die Unfallumstände kontinuierlich festzuhalten.

Michael Pschenitza (li.) und Thomas Unger sind Teil des Teams der ADAC Unfallforschung.

Hinter den Kulissen der Unfallforschung

Seit 2005 dokumentiert die Crew der ADAC Luftrettung nach jedem Einsatz alle relevanten Unfallparameter. Unfallfotos werden ausgewertet und die Daten zu den Unfallbeteiligten, den Unfallursachen und auch der Verletzungsschwere werden in einem speziellen Datenbanksystem abgespeichert. Die Daten aus ganz Deutschland und auch aus Teilen Österreichs fließen schließlich im ADAC Technik Zentrum in Landsberg/Lech zusammen. Dort werden pro Jahr circa 3000 Unfälle analysiert.

Die Unfalluntersuchung

Wichtiger Bestandteil der Unfalluntersuchung ist die Ermittlung unfallursächlicher Faktoren. Neben den fahrzeugtechnischen und menschlichen Einflüssen werden auch die Aspekte der Infrastruktur und Umwelt untersucht. Die Auswertung beinhaltet die Rekonstruktion des Unfalls, das Anlegen einer Falldokumentation und das Erstellen von Unfallstatistiken.

Die neu gewonnen Erkenntnisse aus den Untersuchungen fließen letztendlich in die Neu- und Weiterentwicklung von Verbraucherschutztests sowie in Forderungen an Automobilhersteller und Politik mit ein.

Ziele des Projekts

Ziel ist es, die Unfall- und Verletzungsursachen detailliert zu ermitteln und deren Schwere zu dokumentieren. Auf Basis der ausgewerteten Daten sollen unter anderem die Crashtests optimiert und die technische Rettung verbessert werden. Thomas Unger, Projektleiter der Unfallforschung:

„Die Erkenntnisse unsere Forschung sollen dabei helfen, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und im besten Fall Leben zu retten.“

Neues Element: die Unfallstellenbefahrung

Für jeden gespeicherten Verkehrsunfall in der Datenbank erfolgt eine systematische Verortung. Damit können Stellen, an denen besonders häufig ein Unfall passiert ist, identifiziert und in einer digitalen Streckenkarte visualisiert werden. Diese kritischen Punkte werden seit 2014 gezielt von Fachleuten angefahren, die die infrastrukturelle Situation vor Ort genau untersuchen. Wesentlicher Bestandteil der Befahrungen sind Filmaufnahmen sowie Fotodokumentationen vor Ort. Die Ursachenforschung bei den einzelnen Verkehrsunfällen stellt eine der wichtigsten Grundlagen für die Auswertbarkeit der Verkehrsunfälle dar.

In den letzten zehn Jahren konnten rund 20.000 Unfälle in die Datenbank aufgenommen werden. Dadurch war es möglich, mehr als 180 Unfallhäufungsstellen zu identifizieren. Die Erkenntnisse der Analysen sollen dabei helfen, das Unfallrisiko auf deutschen Straßen zu minimieren und die Verkehrssicherheit zu verbessern.

Weitere Informationen zur ADAC Unfallforschung findet ihr auf der Fachbereichsseite und im neuen Imagefilm


Sophia
Sophia
Studium in Ansbach. Volontärin Digitale Kommunikation.

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