Tesla Model S P90D im ADAC Test

Technologischer Vorreiter der elektromobilen Spitzenklasse: Tesla Model S.

Unsere erfahrenen Experten haben ein ganz besonderes Fahrzeug getestet: Den elektromobilen Vorreiter Tesla Model S aus Kalifornien, hier die stärkste und luxuriöseste Version P90D. Beschleunigung, Fahreigenschaften und Raumangebot waren überragend. Doch die immensen Autokosten schockierten unsere Tester.

Mittlerweile ist der Tesla Model S keine große Seltenheit mehr auf deutschen Straßen, auch wenn immer noch nicht allzu viele dieser Luxus-Elektrofahrzeuge zu sehen sind. Schon seit 2012 ist das Auto im Handel erhältlich. Kürzlich, im Sommer 2016, kam ein Facelift auf den Markt. Tesla-Boss Elon Musk ließ beim weltweiten Erfolgsmodell nur wenige Änderungen vornehmen.

Eine offensichtliche Neuerung ist ein Detail, das nun fehlt: Der angedeutete Kühlergrill an der Front, den ein Elektroauto natürlich nicht zwingend braucht, ist weg. Eine weitere Neuerung ist ein technisches, nicht offensichtliches Detail: Zahlt man einen Aufpreis, kann ein Model S auch nach dem Kauf mit der Autopilot-Funktion ausgerüstet werden. Sie kann einen Großteil der Lenk-, Beschleunigungs- und Bremsarbeit übernehmen. Der Begriff Autopilot ist und bleibt aber irreführend. Denn der Fahrer muss weiterhin aufmerksam bleiben, die Gesamtverantwortung liegt weiterhin bei ihm. Von einer vollständig autonomen Fahrt ist der Tesla noch recht weit entfernt.

Präzise Lenkung, brachialer Sprint, üppige Reichweite, typisch Tesla

Absolut beeindruckend ist das Beschleunigungsvermögen: Nur sehr wenige Autos mit Straßenzulassung sind in der Lage, derart vehement in so kurzer Zeit Tempo 100 zu erreichen. Nur 3,3 Sekunden dauert dieser Sprint. Was ebenfalls auffällt: Die große Limousine ist sauber verarbeitet und bietet großen Reisekomfort. Dafür sorgen die ausgewogene Luftfederung und die präzise und unaufgeregte Lenkung, obwohl sich das Auto tendenziell sportlich fährt.

Nur 3,3 Sekunden dauert der Sprint von 0 auf 100 km/h

Die laut ADAC EcoTest fast 400 km Reichweite machen den P90D tatsächlich auch für größere Strecken tauglich. Quer durch Europa findet man heutzutage Schnellladestationen. Plant man sie in die Reise mit ein, sind auch längere Fahrten durchaus möglich. Dieses gut austarierte und leistungsstarke Elektroauto gibt es aber nur gegen viel Geld: 120.300 Euro kostet das Model S P90D. Das führt zu einem der schlechtesten Ergebnisse bezüglich der Autokosten, das bei ADAC Tests je errechnet wurde (Note 5,5).

Den detaillierten ADAC Autotest des Tesla Model S P90D mit allen Daten, Fakten und Zahlen findet ihr hier.


9 Kommentare

  1. JustANickname sagt:

    Autokosten im Vergleich zu was? Einem Corsa? Einem Golf? Oder etwa, was passender wäre, einem anderen Fahrzeug mit einer ähnlichen Ausstattung und Leistung? Ein Porsche? Eine voll ausgestattete S-Klasse? Oder gar ein i8? Dann würde mich wirklich interessieren, warum der Tesla so schlecht in diesem Punkt abschneidet. Man kann doch auch nicht eine 2-Zimmer Wohnung preislich mit einem 8-Zimmer-Haus vergleichen und sagen „das Haus ist aber teuer…“

    • ADAC ADAC sagt:

      Hallo JustANickname, du hast recht man kann Vergleiche nur zwischen gleichwertigen Automodellen ziehen. Wie genau die Modelle eingestuft werden und wie sich die Autokosten errechnen kannst du hier => http://bit.ly/ADAC-Autotest-Kriterien ersehen. Viele Grüße.

      • JustANickname sagt:

        Ok, teures Auto = miserables Ergebnis in den Autokosten. Dann frage ich mich, warum der Punkt übrhaupt „getestet“ wird, erscheint mir irgendwie sinnlos. Leute, die sich für ein derartiges Auto (egal ob den Tesla, einen Porsche oder sonst was) interessieren, werden sich schon im Klaren darüber sein, dass preisgünstig anders geht.
        (Im übrigen gibt es noch weit teurere Autos als den Tesla…was bekommen die dann für eine Note, eine nicht mögliche 8?)

      • JustANickname sagt:

        P.S.: Wie wäre es denn mit einem Vergleich der Kosten innerhalb der Klasse, in die der ADAC einstuft, also z.B. innerhalb der Oberklasse. Das würde doch mehr Sinn machen finde ich.
        Z.B. Wertverlust. Klar ist der bei einem 100.000€ Auto wesentlich höher als bei einem für 15.000€, aber was ist denn im Vergleich zu Autos mit ähnlich hohem Anschaffungspreis? Denn auch innerhalb der Klassen, z.B. hier der Oberklasse gibt es deutliche Unterschiede, je nach Hersteller und Modell. (Und ebenso natürlich in den anderen Klassen.)
        Oder z.B. Wartungskosten. Die steigen ja sagt man gerne proportional zum Anschaffungspreis. Aber auch hier wieder deutliche Unterscheide, die deutschen Premiumhersteller langen richtig zu, andere sind da günstiger.
        So etwas würde in meinen Augen weit mehr Sinn machen und wäre auch ein echter Test, als einfach zu sagen: hoher Anschaffungspreis = schlechte Note.

  2. Nie wieder Fossil-Car Fahrer sagt:

    Dass die deutsche Automobilindustrie längst den Anschluss zu den neuen Playern wie Tesla verloren hat, ist hinlänglich klar. Technisch spielt Tesla in einer ganz andern Liga. Damit der effektive Vorsprung nicht allzu krass auffällt, versucht der ADAC das Ergebnis über die Kosten zu schmälern. So muss ich angeblich monatlich 173 € für Werkstattkosten einplanen. Hier sieht man wunderbar, in welchen fossilen Mustern der ADAC noch im 2017 rechnet. Ich fahre nun schon seit 2.5 Jahren ein Tesla Model S und habe noch keinen Rappen an Werkstattkosten ausgegeben. Für die Wartung erwarten mich nach Ablauf der Garantie jährlich € 250.- oder € 21.- / Monat.

  3. PF sagt:

    Ein einfacher Reichweitetest ist im Falle eines Elektroautos in meinen Augen ungenügend, da die verbauten Akkus durch Umweltfaktoren wie Temperatur extrem streuen. Was nützt es mir in März, April, Mai, Oktober und November die 400 Km Reichweite ausnutzen zu können, wenn in den anderen Monaten allein durch Kälte/Hitze irgendwas zwischen 30 und 60 % der Kapazität eingebüßt wird.

    Daher sollten zumindest die Testbedingungen dahingehend ebenfalls im Text erwähnt werden.

  4. Tiberius Elder sagt:

    Das ist nicht der stärkste Tesla. Der P100d ist der stärkste. Wie so oft schlechte Berichterstattung und fehlerhafte Informationen. Und die ADAC Talfahrt geht weiter.

  5. Roeffel sagt:

    Was ist denn das für ein Test? Erst ist man begeistert über die Fahrleistungen und dann ist das Auto zu teuer. Nehmen wir doch Mal einen „vergleichbaren“ Familiesportwagen, wie den Porsche Panamera. Hier wundert sich keiner über den immensen Kaufpreis. Von den deutlich höheren Unterhalts- und Kraftstoffkosten Mal ganz zu schweigen. Offensichtlich ist der ADAC noch lange nicht im 31. Jahrhundert angekommen.

  6. Roeffel sagt:

    Da begeistert sich der Autor über die unglaubliche Beschleunigung, die ausgewogene Federung, den Komfort und die Reisetauglichkeit und übersieht dabei, das andere Familiensportwagen wie der Panamera weder günstiger in der Anschaffung und schon gar nicht im Unterhalt sind. Der Tesla ist teuer, aber das sind vergleichbare Fahrzeuge auch. Warum ist das überraschend.

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