Abgase und die gesundheitlichen Auswirkungen

Lärm und Abgase: Wer direkt an einer Hauptstraße wohnt, ist einer Belastung des Organismus ausgesetzt.

Abgase und Lärm – welche gesundheitlichen Auswirkungen hat der Straßenverkehr eigentlich auf mich? Wir haben ADAC Verkehrsmedizinerin Juliane Zschorlich gefragt.

ADAC Verkehrsmedizinerin Juliane Zschorlich

Wer ist von Abgasen im Straßenverkehr betroffen?

Erfreulicherweise ist die Schadstoffbelastung in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Die tatsächliche Belastung an Abgasen hängt vom Verkehrsaufkommen und dem Wetter ab. Wer an einer viel befahrenen Straße wohnt, ist Stickoxiden oder Feinstaub stärker ausgesetzt. Besonders Stickoxide, Feinstaub und Ultrafeinstaub sind nicht zuträglich für die Gesundheit. Aber nicht für jeden sind sie gleich gefährlich.

Für wen können Abgase gefährlich werden?

Der Gesundheitszustand eines Asthmatikers oder eines Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung kann sich dramatisch verschlechtern. Gesunde Menschen ohne Vorerkrankungen spüren meist nichts von der Schadstoffbelastung. Dennoch ist auch ihr Organismus einer gewissen Belastung ausgesetzt.

Sollte man in der Stadt auf sportliche Aktivitäten im Freien besser verzichten?

Grundsätzlich ist es besser, sich im Grünen aufzuhalten als an einer großen Hauptverkehrsstraße. Wer gesundheitlich vorbelastet ist, sollte an Tagen mit hoher Schadstoffbelastung sportliche Aktivitäten im Freien vermeiden. Im Internet gibt es Übersichten, wo man sich über tägliche Schadstoffbelastung informieren kann.

Und wie wirkt sich der Verkehrslärm auf den menschlichen Körper aus?

Es ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, ab wann Lärm als störend empfunden wird. Dauerhafte Hörschäden durch Lärm können ab 85 Dezibel auftreten. Ständigem Lärm ausgesetzt zu sein, bedeutet Stress für den Organismus. Dadurch kann sich das Krankheitsrisiko etwa für Bluthochdruck erhöhen. Schallschutzfenster können helfen, den Geräuschpegel zu senken.

Wann ist die Schadstoffbelastung in der Luft am höchsten?

Wenn die oberen Luftschichten wärmer sind als die unteren, spricht man von einer Inversionswetterlage. Dann ist die Feinstaub- und Stickoxidbelastung deutlich erhöht. Auf der Internetseite des Umweltbundesamtes kann man sich über die Belastung informieren.

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Johannes
Johannes
Aufgewachsen in München, Studium in Passau. In der ADAC Online-Redaktion volontiert und gleich geblieben.

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