60 Jahre Tempo 50

Vor sechs Jahrzehnten war es ein Kraftakt, Tempo 50 in Ortschaften durchzusetzen.

Das Tempolimit feiert Geburtstag: Vor 60 Jahren wurde innerorts Tempo 50 eingeführt. Heute geht die Diskussion um Tempo 30 innerorts.

In Westdeutschland nimmt das Wirtschaftswunder in den 50er-Jahren Fahrt auf, die Massenmotorisierung beginnt. Der Bundestag hebt Ende 1952 ein Gesetz von 1939 auf, das das Tempo in Ortschaften auf 40 Stundenkilometer und sonst überall auf 80 Stundenkilometer beschränkte. Die Deutsche Demokratische Republik hält dagegen an den Geschwindigkeitsgrenzen fest.

Tempolimits retten Menschenleben

Nach der Abschaffung des Gesetzes gab es in der Bundesrepublik keine Tempolimits. Während sich zwischen 1950 und 1953 die Zahl der Fahrzeuge auf fast fünf Millionen verdoppelte, stieg die Zahl der Verkehrstoten von rund 7000 auf mehr als 12.000, darunter viele Kinder. Das war ein Spitzenwert in Europa. Deutsche Autolobbyisten kommentierten die Zahl damals mit dem Satz: „Der Fortschritt der Zivilisation kostet auch Opfer.“ Gegner der Geschwindigkeitsbegrenzung machten die schlechten Straßen dafür verantwortlich – und die Verkehrsdisziplin.

Doch das sollte sich ab 1. September 1957 ändern: Vor 60 Jahren schob ein Bundesgesetz einen Riegel vor. In Ortschaften gilt seitdem Tempo 50. Und das zeigt bis heute seine Wirkung: Laut Verkehrsstatistik gibt es 2016 in Deutschland 62 Millionen Fahrzeuge – aber nur 3206 Verkehrstote. 60 Prozent aller Unfallopfer sterben heute auf Landstraßen, im Vergleich dazu 30 Prozent in Orten und 10 Prozent auf Autobahnen.

Tempo 30 in Ortschaften

Emotionale Diskussionen über Tempolimits haben in Deutschland Tradition. Vor sechs Jahrzehnten war es ein Kraftakt, Tempo 50 in Ortschaften durchzusetzen. Die heftigen Debatten von damals sind vorbei. Doch vom Tisch ist das Thema Tempolimit noch lange nicht. Heute geht die Diskussion um Tempo 30 innerorts.

In Zeiten, in denen Autos immer sicherer werden, sind Kommunen in der Pflicht, die Schwächeren besonders zu schützen. Ab 2018 will Niedersachsen in sechs Kommunen einen Modellversuch über drei Jahre starten, mit der Frage: Was bringt Tempo 30 mit Blick auf Verkehrssicherheit, Schadstoffe und Lärm?

Mit Material von dpa

60 Jahre Radarfalle

Radarfalle, falsch geparkt oder ein Verkehrszeichen übersehen? Welche Bußgelder drohen? Macht mit bei unserem Quiz!


Katharina
Katharina
PR Referentin, Digitale Kommunikation (DKO)

33 Kommentare

  1. Tom sagt:

    Tempo 30 in Ortschaften ist eine Tortur, kostet Lebenszeit und bringt kaum eine Lärmreduzierung – manchen Studien zu Folge steigen sogar Schadstoffbelastung und Lärmpegel an. Erstaunlich ist an der Sache aber, mit welcher Vehemenz sich entsprechende Organisationen dafür einsetzen. Liest man diesen Artikel, so stellt man fest, dass es bei 62 Millionen Fahrzeugen 3.206 Verkehrstote gibt, wohingegen durch Zigarettenkonsum jedes Jahr über 110.000 Menschen sterben (Zitat Spiegel 04/2017: Jeder siebte Deutsche stirbt am Tabakkonsum) und an Alkoholismus nochmals mehrere Zehntausend. Mit welcher Motivation kämpft man also für Tempo 30, während gleichzeitig der zigfache Anteil der Bevölkerung an legalem Drogenkonsum stirbt? Wer sich dafür ausspricht, dass jedes Todesopfer eines zu viel ist, muss dort ansetzen, wo die meisten Opfer zu beklagen sind und nicht dort, wo sich aufgrund immer besserer Schutzsysteme die vergleichsweise gerine Zahl weiter reduziert.

    • Jerry sagt:

      Das ist sehr einfach zu beantworten: Bei Rauchen und Trinken stirbt der Konsument selbst. Und wenn der Staat wirklich gegen Zigaretten vorgehen wollte, wäre eine Erhöhung der Tabaksteuer auf 10 EUR pro Zigarette das wirksamste Mittel – aber das ist ja nicht gewollt, weil dann die Einnahmequelle Tabaksteuer wegfallen wird. Nicht-Rauchen und Nicht-Trinken kann sich jeder selbst aussuchen (oder, wenn er schon süchtig ist, behandeln lassen). Wer trotzdem rauchen oder trinken will, stirbt langfristig auf eigene Verantwortung.

      Bei Verkehrstoten ist es fast immer derjenige, der NICHT im Auto sitzt (insbesondere innerorts). Da kann ich mir NICHT aussuchen, ob mich irgendein Raser plattfährt. Und zuhause zu bleiben, nur weil sich andere nicht an die Regeln halten, ist ja wohl keine Option.

    • Maria sagt:

      Ich gebe dir Tom 100% recht , und ich hoffe, dass ADAC wird mit diesem T30 Unsinn kämpfen für seine Mitglieder und andere Fahrer .
      Ich fahre oft mit Fahrrad zwischen 30-35km-h, also sollte ich nur 30 mit dem KFZ fahren ? Der Rest hat schon Tom geschrieben.

    • U.Koerner sagt:

      Wie dämlich ist denn so eine Argumentation? Durch Drogen tötet der Mensch sich selbst, durch zu schnelles und unangepasstes Fahren tötet der Mensch immer Andere und Unbeteiligte. Schon heute wird Tempo 50 in Wohngebieten nicht eingehalten und hauptsächlich durch die Anwohner selbst. Deshalb her mit der 30-Regelung in Wohngebieten und strengste Überwachung.

    • Kiwerry sagt:

      Bei Alkohol und Zigaretten schaden die meistens sich selber; bei unangepasste Geschwindigheit/Raserei/Autoangeberei sterben viel zu oft Unschuldige

    • Charly Kronacher sagt:

      Wenn sich die Raser wie die Säufer und Raucher alle nur selbst wegputzen würden, könnte man getrost das Tempolimit wieder wegfallen lassen. Leider erwischt es aber meist auch Unschuldige. Das bedeutet: Die Strafen endlich an europäisches Niveau anpassen – das bremst! (Natürlich ist Tempo 30 km/h generell innerorts absoluter Quatsch; es geht um die Leute, die sich an gar kein Tempolimit halten, Diese würde „Tempo 30“ auch nicht bremsen!

    • Anonymous sagt:

      Genau, Statt den Tabak zu verbieten wird einfach weiter geraucht. Der Staat will ja nicht wirklich was dagegen unternehmen, als ob Bilder auf der Schachtel was bringen, Augenwischerei ist das !!

    • henry sagt:

      wo bleibt der Aufschrei dass mit Waffen auch noch ein paar ums Leben kommen,

    • Morlin sagt:

      Ich bin kein Fan von Raserei und daher auch für max. 130 km/h auf Autobahnen. Aber durchweg 30 km/h innerorts ist übertrieben und entbehrt jeglichem Erfordernis. Ich sehe hier keinen Handlungsbedarf.

  2. Günther sagt:

    Wie viel Gängelei und Bevormundung müssen sich Autofahrer noch gefallen lassen? Dem Tom gebe ich vollkommen recht. Tempo 30 bringt gar nichts!

  3. Janneke sagt:

    Kommentar zum Kommentar von Tom:
    Es macht schon einen Unterschied, ob man sich selber gefährdet (in deinem Beispiel durch Tabak und Alkohol) oder ob man Unschuldige durch seine Fahrweise gefährdet. Daher kann man das überhaupt nicht vergleichen.

  4. Norbert sagt:

    Es wird allerhöchste Zeit, dass wir uns den anderen Europäern anpassen und ein Tempolimit einführen. Auf Autobahnen max 130 km/h auf übrigen Straßen max 80 km/h. Die Folge wird sein 1. weniger Verkehrstote, 2. wesentlich weniger Schadtstoffausstoss und 3. weniger Stau durch gleichmäßigen Verkehrsfluss (wir sollten uns die Niederlande als Vorbild nehmen, die auch dazu noch wesentlich besser Autobahnen bauen können als unsere Planer und Ingenieure).

  5. Volkert sagt:

    Bald sind überwiegend Elektroautos unterwegs. Die machen wenig Lärm und verursachen keine Abgase. Darüber hinaus wird es bald Systeme geben, die einen Zusammenstoß mit Personen verhindern. Das große Argument für Tempo 30 dürfte obsolet sein.
    Was wirklich wichtig ist, sind die Kassen der Kommunen. Wenn die Einnahmen der „Starenkästen“ zurückgehen, werden die Geschwindigkeitslimits herunter gesetzt. Von 80 auf 70, dann auf 60, dann auf 50, dann auf 30 usw. Es gibt bereits 20er Schilder mit Blitzer. Radfahrer, lass grüßen…
    Dieses „Geschäftsmodell“ der Kommunen an gut ausgebauten vierspurigen Straßen fördert aggressives Fahrverhalten und trägt im Prinzip nichts zur Sicherheit bei. Wir sprechen jetzt nicht von den selbstverständlichen Begrenzungen an Schulen, Kindergärten usw.

  6. Ralf F. sagt:

    Vor 33 Jahren wurde in Buxtehude erstmalig flächendeckend Tempo 30 eingeführt, nur wenige Hauptverkehtsstraßen waren davon ausgenommen. Die von Kritikern befürchteten Auswirkungen bezgl. Zeitverlust Umweltbeeinträchtigung stellten sich do nicht ein.
    Es ist also nicht neu und die T 30 Zonen Regelung hat sich in den Kommunen sofern mit Verstanf eingerichtet weitgehend bewährt.
    Mein Rat: Finger weg von neuen Experimenten. Eine ganze Stadt mit T30 zu beglücjen kann nicht gut gehen und führt zu unnützen Gerichtsverfahren.

  7. Daniel sagt:

    Tempo 30, in vielen Wohngebieten und Innenstädten haben wir es. Eine Ausdehnung auf Haupt- und Durchgangsstraßen braucht es nicht. Es zeigt sich zum Teil, dass Fußgänger und Radfahrer aus Tempo 30 Bereichen besondere Rechte ableiten, nämlich rücksichtsloser am Straßenverkehr teilnehmen zu können. Nach der Einstellung: wenn du mich anfährst, dann wirst du zahlen. Zu erleben immer wieder an den sogenannten Querungshilfen. Verkehrserziehung tut Not und zwar bei allen Verkehrsteilnehmern, besonders aber bei denen, die nicht in Fahrschulen mit den gesetzlichen Bestimmungen des Straßenverkehrs konfrontiert werden. Da fehlt die Sensibilisierung durch die Medien, die Verkehrsclubs und insbesondere durch den Staat und unsere Gesellschaft. Dass die Straße kein rechtsfreier Raum ist, muss allen Verkehrsteilnehmern verständlich gemacht werden. Was ist, wenn wir Tempo 30 haben und die Zahl der Verkehstoten immer noch nicht gegen null tendiert? Will man das Autofahren dann ganz verbieten? Denkt doch mal weiter, ihr Tempo 30 Forderer.

  8. Seb sagt:

    Vom ADAC hätte ich eine differenziertere Betrachtung erwartet. Was ist den die führende Ursache für tödliche Unfälle? Zu schnelles Fahren? Oder doch eher ganz andere Ursachen inklusive unangepasste Gechwindigkeit, was nichts mit einem Tempolimit zu tun hat.

  9. Karl47 sagt:

    Ein generelles Tempo 30 halte ich für unangemessen , aber es gibt Straßen, Plätze und Situationen wo es notwendig ist. Aber eine Anordnung genügt nicht , es kommt auf die Überwachung der Einhaltung an. Ohne entsprechende Kontrolle wird das Ziel verfehlt. Wir sehen es doch schon heute mit den geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen. Wo nicht kontrolliert und sanktioniert wird, fahren sehr viele Fahrer schneller, teilweise erhebich zu schnell.
    Außerdem haben wir ein Grundproblem: es fahren mittlerweile viel zu viel KFZ auf unseren Straßen; ein Problem welches sich sehr schnell verschärfen wird .

  10. Fasolt sagt:

    Bravo! Auch der ADAC lernt dazu. Hieß es einst grenzdebil: „Freie Fahrt für freie Bürger“, reifte inzwischen die Erkenntnis „Tempolimits retten Menschenleben“. Wann setzt der ADAC sich endlich für eine Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen ein?

  11. Mike sagt:

    Ein generelles Tempo 30 in Ortschaften ist kompletter Schwachsinn. Durch das fahren in niedrigen Gängen steigt der Schadstoffausstoß und der Lärmpegel. Das macht nur an extremen Gefahrenstellen Sinn – und das haben wir ja schon.

  12. Tilmann Riemenschneider sagt:

    Natürlich ist die Geschwindigkeit der bedeutendste Parameter bei Unfällen, und zwar sowohl bei Ursachen als auch in der Schwere des Schadens. Letztlich handelt es sich bei dem Vorgang um einen nicht kompatiblen Abbau kinetischer Energie, diese aber ist dem Qudrat der Geschwindigkeit proportional.

  13. Christian sagt:

    Als Automobilclub solltet ihr euch für eure Kunden, die Autofahrer einsetzen. Tempo 30 gehört abgeschafft, gerade weil Autos immer sicherer werden und Bremswege immer kürzer.

  14. Peter sagt:

    Ich bin der Meinung, dass die derzeitigen Höchstgeschwindigkeiten nicht verändert zu werden brauchen. Das Problem sind diejenigen Autofahrer, die sich aus Rücksichtslosigkeit an keine Regeln halten und sich das Recht heraus nehmen mit 50 km/h durch die 30er-Zone zu rasen und mit 80 bis über 100 km/h durch die Innenstadt zu rasen, obwohl nur 50 km/h gestattet sind. Was aus meiner Sicht viel wichtiger ist, sind unangekündigte Kontrollen und drastische Strafmaßnahmen gegen diese Verbrecher, die billigend in Kauf nehmen, dass andere Menschen zu Schaden kommen oder getötet werden. Außerdem sollte es endlich verboten werden, dass Blitzer im Radio angekündigt werden. Mit einer weiteren Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten sind nur die benachteiligt, die sich an die Regeln halten.

  15. Heinz Erich Boor sagt:

    30-40000 Tote in Krankenhäusern,
    weil man bei der Einlieferung, nicht zu erst in eine Isolierstation kommt, dort auf eventuelle Vieren untersucht wird ehe man in ein normales Krankenzimmer auf Station kommt!
    Man schaue nach Holland!

  16. Jörg sagt:

    Wann endlich setzt die Politik durch, dass Sicherheitssysteme in LKW eingeschaltet sein müssen? Täglich gibt es an Stauenden schwere Auffahrunfälle von LKW mit oftmals Toten. Letztes Beispiel A2 das Hineinrasen in die Unfallstelle mit 2 toten Feuerwehrleuten. Die meisten LKW haben doch Notbremssysteme, welche aber ausgeschaltet werden, um ein Fahren im Abstand von nur wenigen Metern zu ermöglichen. Auch ein generelles Überholverbot von LKW auf 2-Streifigen Autobahnen wäre sinnvoll. Hier ist die Auto-Lobby (Speditionen) wohl stärker als eine vernünftige Politik.

  17. Karl-Heinz sagt:

    Ein Tempolimit von 30 km/h rettet auf jeden Fall Menschenleben! Hierzu bedarf es keiner Studie. Das es Lebenszeit für den einen oder anderen Kosten könnte, ist im Hinblick auf die Verkehrstoten, die mit einer Reduktion des Tempolimit gerettet werden könnten, einfach nur perfide.

    Was die Studien zur Schadstoffbelastung und Lärmpegel angeht, sollte mann sich die Auftraggeber der Studie genauer ansehen. Dabei handelt es sich zum Teil um Organisationen aus dem Umfeld der Automobil-Lobbyisten. Außerdem hat sich das Thema mit der Schadstoffbelastung bald erledigt, wenn es zu Fahrverboten in den Innenstädte kommt. Wenn dann zukünftig die Zahl der Elektroautos in unseren Städten zunimmt, werden auch die Unfälle auf Grund der verminderten Geräuschkulisse dieser Fahrzeuge zunehmen. Zumal es noch keine verbindlichen Vorgaben zu Geräusch-Generatoren für Elektroautos gibt.

    Der Vergleich mit dem Konsum von Alkohol und Nikotin ist mehr als unpassend. Es handelt sich hierbei um Drogen (wenn auch um legale Drogen), bei denen niemand zum Konsum gezwungen wird und somit jeder selber die Entscheidung trifft seinen Körper zu vergiften. Soll heißen, dass ich in der Regel niemand Fremdes schädige, wenn ich 2 Packungen Zigaretten am Tag rauche oder 1 Flasche Vodka am Abend zu Hause trinke. Ganz anders sieht es beim Autofahren aus. Hier nehme ich schon fast billigend in Kauf, dass ich allein durch die Nutzung eines Fahrzeuges, andere Verkehrsteilnehmer verletzte oder sogar töte. Dies trifft insbesondere die „schwächeren“ Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Fahrrad- und Motorradfahrer.

    Das Zitat aus dem ADAC Bericht „Der Fortschritt der Zivilisation kostet auch Opfer.“ ist gleichzusetzen mit der oben getätigten Aussage:

    „……. jedes Todesopfer eines zu viel ist, muss dort ansetzen, wo die meisten Opfer zu beklagen sind und nicht dort, wo sich aufgrund immer besserer Schutzsysteme die vergleichsweise gerine Zahl weiter reduziert“.

    Diese Aussage ist in meinen Augen zynisch, da jedes Todesopfer welches durch einen „Dritten“ herbeigeführt wird zuviel ist und alles dafür getan werden muss um dies zu verhindern. Ich bin selber motorisiert, besitze zwei Autos und ein Motorrad und fahre gerne Auto. Ja ich fahre auch auf Autobahnen gerne schnell, wenn es die Verkehrslage zulässt. Ich nehme aber auch da besondere Rücksicht, wo andere Verkehrsteilnehmer, besonders die „schwächeren“ wie Fußgänger und Fahrradfahrer, gefährdet sind.

    Auch dann wenn es für den „Einzelnen“ ein wenig „Lebenszeit“ kostet, sollte er dies gerne in Kauf nehmen, wenn er damit zur Verkehrssicherheit beiträgt und somit Menschenleben rettet.

  18. Robert Dietz sagt:

    Geschwindigkeitsbeschränkungen im niedrigen Bereich halte ich für einen Streßverursacher. Wir haben in Nördlingen eine verwinkelte mit vielen Seitenstraßen versehenen Innenstadt, Tempo 30 und Rechts vor Links. Ich halte das auch für richtig, aber sich immer daran zu halten ist schlicht und einfach schwierig, vor allem wenn gerade nichts los ist. Der ständige zwischen Tacho und Straße wechselnde Blick erzeugt Stress, welcher Gang ist denn jetzt richtig? Besser beim nächsten mal Automatik kaufen.

  19. Wilfried sagt:

    Heute lässt sich ja alles mit entsprechend ausgerichteten Studien untermauern. So wie man das Ergebnis gern hätte. Besonders zynisch ist allerdings, andere Lebensbereiche mit vielen Toten heranzuziehen, um zu sagen: Ist ja nicht so schlimm, sind ja nur 3000 Verkehrstote.

    Der Lärm ist in meinen Ohren tatsächlich das viel grössere Problem, das es zu bekämpfen gilt. Und langsamer fahren bedeutet gleichmässiger fahren und damit weniger Lärm, dazu braucht es keine Studie.

    Wenn vor 60 Jahren das Tempolimit, also die drastische Reduzierung der erlaubten Geschwindigkeit, ein solcher Erfolg war, bei im Gegensatz zu heute wenigen Autos, wieso sollte eine erneute Reduzierung nicht einen weiteren Erfolg bringen? Bei den Verkehrstoten, bei der Lärmbekämpfung, bei der Feinstauberzeugung, bei der Erhöhung der Lebensqualität, und und und.

  20. Michael Müller sagt:

    An Tempo 30 halten sich insbesondere Anwohner und Eltern von Schulkindern nicht. Flächendeckend Tempo 30 ist einfach Irrsinn. Auch Linienbusse brauchen dann länger.

    Mein Auto verbraucht bei 30 deutlich mehr, als bei 50 weil bei dem Tempo in einem kleineren Gang und damit bei höhere Drehzahlen gefahren wird.
    Also mehr Schadstoffe und Lärm.
    Davon abgesehen ist das größte Problem bei Schadstoffen und Lärm, dass die Verkehrslenkung in Städten durch ewig rote Ampeln und unkoordinierte Dauerbaustellen zu unnötigen Behinderungen führt.
    Nachts um 23 Uhr in Hamburg von roter zu roter Ampel zu fahren und das bei fast null Verkehr ist die Realität.
    Ich könnte bei grüner Welle mit 4-5 Liter / 100 km hinkommen, real liege ich gut zwei Liter darüber.
    Das ist die Realität die auch bei den ideologisch verblendeten Fahrverboten für Diesel gerne ignoriert wird.
    Schade, dass das im Handeln und der Berichterstattung des ADAC und der Politik genauso wenig stattfindet, wie die Tatsache, dass alleine ein einziger Schweröl verbrennender Ozeanriese mehr Feinstaub verursacht, als alle in Deutschland zugelassenen Autos…

  21. RGM sagt:

    Vorab, ich bin Vielfahrer mit rund 80.000 km/Jahr, sowohl innerorts wie auch außerorts und das im gesamten Bundesgebiet. Zudem bin ich durch spezielle Fahrausbildungen (u.a., Personenschutz, Vorstandsfahrer) besonders geschult.
    Tempolimits in Städten und Dörfern sind für mich ein absolutes Muss, 50 km/h sind ok, bei besonderen Stellen (Behindertenstätten, Kindergärten, Schulen etc. sogar 30 km/h.
    Kein Autofahrer kann mir erzählen das er jeden Tag so topfit ist, eine Person die zwischen Autos o.ä. auftaucht, rechtzeitig wahrzunehmen und relevant zu reagieren. Schon gar nicht unter dem Aspekt, dass aktuell im Schnitt jeder 5te Verkehrsteilnehmer zusätzlich während der Fahrt von seinem Smartphone abgelenkt wird (von mir persönlich Tag für Tag beobachtet).
    Tempolimits auf normalen Autobahnen und Landstraßen (ohne besondere Gefahrenpunkte) halte ich für völlig unnötig, da diese meist tatsächlich nur den Einnahmen der jeweiligen Bundesländer dienen und auch fest im Haushaltsbudget eingeplant sind (siehe besonders Hessen und Baden-Württemberg). Häufige Geschwindigkeitsbeschränkungswechsel auf einem Autobahnabschnitt sind höchst kritisch und führen zu deutlich mehr Gefahrensituationen als sie verhindern sollten (falls dass der tatsächliche Beweggrund seien sollte).
    Auch glaube ich ebenfalls nicht das in vielen Fällen zu hohe Geschwindigkeit, sondern eher nicht angepasste Geschwindigkeit die eigentliche Unfallursache ist.
    Auch hier war ich 3-mal unmittelbarer Augenzeuge bei Auffahrunfällen im Stau, wo ich selbst im Rückspiegel mitbeobachten konnte wir ankommenden Fahrzeugführer viel zu spät das Stauende erkannten.
    Vielleicht hierzu noch eine Anmerkung die Adresse der „schlauen“ Verkehrsexperten meist mit Doktortitel aber realitätsfremd für 100/130 km/h auf Autobahnen;
    In meiner vorherigen Tätigkeit war ich beruflich werktäglich über 3 Jahre für Österreich zuständig, dieses Land hat schon sehr lange das Tempolimit auf Autobahnen.
    Dort hören Sie den ganzen Tag nur von Stau’s und Unfällen auf genau diesen (4) Autobahnen und auch dort habe ich die vorweg geschilderten 2 von 3 Auffahrunfallerlebnisse gehabt.
    Auch mir ging es auf der Fahrt nach Wien (409 km von Zuhause) so, dass ich durch geistiges Abschalten aufgrund monotonen Dahinrollen fast völlig „weg“ war, trotz 2er Pausen mit Kaffee!
    Und abschließend nochmal, ich bin speziell ausgebildeter Berufsfahrer und das seit rd. 35 Jahren unfallfreiem Fahren von jährlich rd. 80.000 km (früher sogar noch mehr).

  22. Thorsten sagt:

    Auf den Haupt- und Durchgangsstraßen in Ortschaften halte ich Tempo 30 für übertrieben.
    Die 30er Zonen in Wohngebieten sind aber sehr sinnvoll.

    In unserem (mittlerweile ehmaligen) Wohngebiet wurde vor ca. 25 Jahren die 30er-Zone eingefürht. Das war eine sehr deutliche Veränderung. Damals wurde auch noch ein „Slalomparkour“ aus großen Pflanzkübeln so alle 30m mit aufgestellt, so dass der Autoverkehr wirklich deutlich eingebremst wurde (sind mittlerweile wieder weg… ich glaube weil ein Angetrunkener sich an so einem Kübel fast mal zu Tode gefahren hat… und der Gemeinde die Pflege wohl zu aufwändig wurde).

    Für Fußgänger und spielende Kinder ein deutlicher Sicherheitsgewinn (es führen dann wirklich primär noch Anwohner in den Bereich – nicht mehr der Durchgangsverkehr, der mal eben zum Sportplatz abkürzen wollte und entsprechend Gas gab)…
    Auch die Anzahl von angefahrenen Tieren ging praktisch auf null zurück.

  23. Chris sagt:

    Situatives 30 ist OK an besonderen Gefahrenpunkten. Aber nicht generell. Wer‘ s nicht glaubt sollte mal am See von Kressbronn nach Überlingen fahren (am besten nach 2200Uhr wieder zurück) und sich anschauen, wo und warum die Staus sind. Da muß man nur noch diskutieren, ob man das Auto abschaffen will oder nicht. Wenn ja: Am besten mit genereller 30 Regelung in Ortschaften und 70 auf Landstrassen. Diejenigen die auf die Autobahn ausweichen wollen kann man dann mit vielen kilometerlangen Baustellen mit 80 kirre machen…. Also eigentlich läuft das ja schon – wozu dann noch eine politische Diskussion?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.