60 Jahre Radarfalle

Ein Geburtstag der besonderen Art: 60 Jahre Radarfalle. In den Anfängen nutzen die Polizei sogar noch Stoppuhren.

Vor 60 Jahren machte die Polizei in Düsseldorf die ersten Probemessungen mit einer Radarfalle. Das Gerät wurde in den kommenden Jahren zum Schrecken vieler Schnellfahrer. Wir lassen die Entwicklung der Messtechnologie Revue passieren.

Vor der ersten Radarkontrolle hatte die Polizei große Probleme, Tempoverstöße gerichtsfest nachzuweisen. So fuhren die Beamten beispielsweise mit geeichten Tachos hinter einem Fahrzeug her und fotografierten dieses bei Überschreitung der Geschwindigkeit. Teilweise versuchten sie auch mit Stoppuhren die Geschwindigkeit eines vorbeifahrenden Autos zu ermitteln.

Mehr Verkehrssicherheit durch Radarkontrollen

Jeder kennt sie, viele fürchten sie. Die Radarfalle hat in ihren Anfängen für viel Wirbel bei den Autofahrern gesorgt.

Ende der 50er-Jahre waren immer schnellere Autos auf den Straßen unterwegs, die Zahl der Verkehrstoten stieg auf 15.000 pro Jahr. Mit dem Wunsch nach mehr Verkehrssicherheit wurde die Entwicklung einer neuen Messtechnik ins Rollen gebracht.

Nach dem ersten Feldversuch mit einer Radarfalle des nordrhein-westfälischen Innenministeriums im Januar 1957 trat das Verkehrsradargerät VRG2 der Firma Telefunken seinen bundesweiten Siegeszug an. Bereits zwei Jahre später wurde es von der Polizei in ganz Deutschland flächendeckend eingesetzt.

Die Geschwindigkeitskontrollen verbesserten allerdings nicht nur die Sicherheit auf den Straßen, sondern bescherten dem Staat auch großzügige Einnahmen. Bis heute sind es weitestgehend die Kommunen und nicht die Polizei, die die Messungen durchführen.

Weiterentwicklung der Technik

Die Telefunken-Geräte wurden in den 70er-Jahren durch das sogenannte Lichtschrankenmessverfahren abgelöst (Messung mit zwei Röhren links und rechts der Fahrbahn). Zehn Jahre später folgte die noch heute angewandte Lasertechnik zum Messen der Geschwindigkeit. Seit Beginn der Radarkontrollen wird eine Toleranz bei der Messung abgezogen. Die meist übliche Toleranz beträgt bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h 3 km/h. Bei allen Messungen über 100 km/h kommen 3 % der gemessenen Geschwindigkeit zum Abzug. Die sogenannte Verkehrsfehlergrenze ist jedoch abhängig vom jeweiligen Messgerät und kann von den genannten Werten abweichen.

Je nach Geschwindigkeitsüberschreitung drohen dem Temposünder Punkte in Flensburg und ein Bußgeld. 2014 wurde das Punktesystem umfassend reformiert. Hier könnt ihr die aktuellen Infos rund um das Punktesystem nachlesen.

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Sophia
Sophia
Studium in Ansbach. Volontärin Digitale Kommunikation.

1 Kommentar

  1. Ulrich Sallen sagt:

    Warum wird bei Berichten über Radarkontrollen fast immer der Begriff „Falle“ benutzt? Wer sich an die vorgeschriebe Höchstgeschwindigkeit hält, hat absolut nichts zu befürchten. Bei Fahrscheinkontrollen im öffentlichen Personenverkehr wird doch auch nicht von „Fahrscheinfallen“ geredet.

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